
sperrgebiete
wachsen in mir
wie pilze
schieben sich
zwischen
mich und die wirklichkeit
laufen mir nach
von einem ende
zum anderen

sperrgebiete
wachsen in mir
wie pilze
schieben sich
zwischen
mich und die wirklichkeit
laufen mir nach
von einem ende
zum anderen

die magische wirkung geht nie verloren – so schien es mir, als ich diese beiden ‚modernen’, besser vielleicht modischen vasen fand.
ich dachte an die kultgefässe aus alten zeiten, da die gefässgöttinnen ihren platz im täglichen leben der menschen hatten. die gefässe weisen auf den schützenden und ernährenden aspekt der grossen göttin hin. sie waren im täglichen gebrauch und hatten einen tiefen sinn und waren schmuck zugleich.
ich weiss nicht, warum ich im nachhinein – ich sah sie diesertage – dieses dringende bedürfnis habe, eine od. beide dieser vasen in meinen besitz zu bringen.

wohin denn ich
am morgen
vor dem tag
wohin denn ich
am abend
vor der nacht
ich strecke meine hände aus
werfe jeden stock von mir
mein weg
findet mich

eintreten
in den traumraum
raum
im raum
träumen
im raumtraum
traum
im traum
wieder fallen
aus allen träumen
in die raumräume
raum


die natur – die grosse staunenmacherin…
die muschel als gewaltiger geborgenheitstraum – sich vorstellen, ein bad zu nehmen in einer riesenmuschel, sich von kosmischen kräften gestärkt und beborgen fühlen…
die muschel aus eis hält nicht im geringsten davon ab, solches zu empfinden. das gesehene bild schwingt sich auf zum rang eines erlebten bildes. die kraft der einbildung ist die grösste kraft, mit der wir uns umgeben, uns unsere eigenenbilder, unsere eigene welt schaffen können.

das eis gibt hier noch eine besondere inspiration – vielleicht vom ganz heissen ins ganz kalte einzutauchen und so belebt das leben als ein fest zu gestalten.
diese eismuschel hatte einen so grossen sog, eine solche anziehungskraft, dass mir schon an der löwenburg ein ehepaar die stelle beschrieb, die ich unbedingt aufsuchen müsse und später gaben mir noch andere menschen den hinweis.
ein ‚kleines wunder’ gemessen an den grossen vorkommnissen in der natur, und eine kleine völkerwanderung dorthin…

fast wäre ich auf dem glatten schneee in den see gerutscht als ich mich auf die höhe der mandarinente begeben wollte, um sie zu fotografieren. so wunderschön ist sie, so farbenprächtig. ‚er’ müsste ich eigentlich sagen. die farbenpracht ist dem männlichen tier vorbehalten. ganz ohne hektik zieht ‚er’ seine runden auf dem wasserloch zwischen dem eis.
das weibliche ententier sitzt scheu am rand, aber auch in seiner schlichtheit vermag es zu erfreuen.

marga mayer und senta trömel-plötz
‚marga mayer ist tot.
sie starb nach dem verlassen des flugzeugs auf dem rollfeld in santiago de chile am 22. dezember infolge einer lungenembolie.’
bei der nachricht fange ich an zu zittern. ich habe marga vor kurzem bei der tagung mutter sprache in hannover kennengelernt. flüchtig, wie das so ist bei tagungen, wo über 100 menschen sich treffen. ich weiss nicht viel zu sagen. mir schien sie wie ein ruhender pol im gewirr der vielen frauen – auch schien es mir, als sei sie eine frau aus meinem leben. was mich erschüttert ist, dass sie erst 60 jahre alt war – zehn jahre jünger als ich. da gehen die gedanken plötzlich anders, da haben sie schlagartig ein anderes gewicht, da erhält ein gedicht, wie das nachfolgende, das marga vor ihrer ‚abreise’ (welch bedeutungsänderung das wort nun erfährt) an einige frauen ‚gesendet’ hatte, eine jubelnde zustimmung, ruft
‚freue dich, freue dich’
mir zu.
ich gebe es an euch weiter…
rosadora Continue reading

die alten und die neuen bilder
nicht miteinander vergleichen
das verbindende
ist auch immer das trennende

verschleierte wanderin
durch die zeit
immer gleich dein angesicht
immer anders sehe ich dich
singend gehst du durchs jahr
deinem rhythmus habe ich mich
längst angeschlossen
dein tanz ist beispiellos
verlässlich kraftvoll
hellklingend
und freudevoll