NEUES JAHR….

EIN JAHR UND NOCH EIN JAHR…

das jahr beginnt – das jahr endet. erst ist es neu, dann ist es alt.
 das alte ist vorbei, das neue beginnt. diese lineare historische zeitidee reisst mir alles auseinander. 
zyklische zeit lässt nichts heraus fallen, nichts ist wirklich vorbei. alles ist in mir und dann liegt es nicht hinter mir, sondern vor mir. ich kann es anschauen. das was kommt, ist nicht sichtbar. 
in amarete in den anden, bolivien, sehen die menschen die zukunft hinter sich, weil sie diese ja noch nicht sehen können und die vergangenheit liegt vor ihnen. (ina rösing kennt sich da genauer aus).
von was soll ich mich da am ende eines jahres verabschieden, wenn es doch in mir bleibt. und ein jahr neu beginnen hiesse, es schon gut vor mir sehen zu können, was nicht so ist. von dingen kann ich lassen, von orten schon eher nicht. immer wird ein ort mit den menschen in mir gegenwärtig sein, mit dem erlebten, mit dem erlernten auch. und meine spur kann ich nicht irgendwann abtrennen, wenn es mir nicht mehr passt. meine spur beginnt mit meiner geburt und endet mit meinem tot und vielleicht darüber hinaus – wer weiss… vielleicht sind ein paar knoten drin, vielleicht auch erinnere ich mich nicht an die ganze strecke meiner spur, doch sie bleibt teil von mir, vielleicht bin ich auch die spur.

4 thoughts on “NEUES JAHR….

  1. „von dingen kann ich lassen, von orten nicht“, bei diesem satz sagts laut „JA“ in mir. und was du schreibst von der spur, ist sehr spannend, könnte man sie zeichnen oder aufnehmen und wie ein lasso werfen?
    gerade lese ich ein buch, das sich mit wegen und spuren auseinandersetzt. macht mich alles aufgeregt und gleichzeitig nachdenklich.
    Sylvia

  2. die vergangenheit läge vor mir: Gott bewahre…
    das große nachdenken über die zeit. die einem noch bleibt, die natürlich auch. philosophische großfragen. manchmal würde ich gern alles mit „Nein“ beantworten, dann doch wieder mit einem lebensliebenden „Ja“!
    genau, nachdenklich macht das alles!
    gruß ins nördlichere

  3. Man kommt beim Jahreswechsel unweigerlich ins Nachdenken, mal rückwärts, mal vorwärts. Aber im Grunde werden wir nicht zurande kommen mit dem Denken, mit dem Gehen auf unsicheren Wegen…
    Einen lieben Heutegruss,
    Brigitte

  4. Ein sinn-hafter, sinn-voller Blick auf den Jahreswechsel.
    Ich versuche, möglichst in der Gegenwart zu leben.
    Zeigt sich Vergangenheit und will bearbeitet werden, dann ist Vergangenheit „dran“, weil sie in die Gegenwart hineinreicht, also nicht so ganz vergangen ist.
    Und dann schleichen sich Zukunftsgedanken in die Gegenwart, auch die wollen beachtet werden, damit Gegenwart sein kann.
    Liebe Grüße

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