I_KOMPO_75 SCHIFFE_ 73
SCHIFFFAHRT

fünfundsiebzig
werden von der oberfläche
geblasen

fünfundsiebzig
tilgen die vergangenheit
reisen ab

in das unterbewusstsein
wo ihnen nichts entgeht
nur die zukunft

hat gleisende aussicht
über den see
bläst ein leiser wind

rosadora

75 SCHIFFE KOMPOSTLOCH_P1030201KOMPO_75 SCHIFFE_P1030206KOMPO_75 SCHIFFE_P1030213
bei c. g. jung
steht schiff oder boot für das unterbewusstsein
im kompostlochsee leuchten kindheit
und alter um die wette
das bezaubernde bild
lässt vermutungen zu
aber welche

KULTURERBE ALTER VERLADEBAHNHOF…

HINTER DEM ALTEN BAHNHOF

wieviel sind 30.000 qm so viel will das frauenhofer institut bis 2017 hier bebaut haben auf jeden fall ist das ganze areal hinter dem ehemaligen verladebahnhof und dem zollamt erst einmal abgeräumt – die gleise und die holzschwellen herausgerissen die schwellen liegen u. a. auf dem platz wo lara favaretto zur dOCUMENTA 13 ihren schrotthaufen aufgebaut hatte was fotografisch auch seinen reiz hat ZOLL UND VERLADEBAHNHOF 30 im vergangenen sommer hatte ich noch die vorstellung dass dies ein ort für kunst und ähnliche aktionen werden könnte so mitten in der stadt und lärmgeschützt wäre das ideal gewesen mit natürlichem grün drumherum und nicht sehr viel künstlichen eingriffen wie beispielsweise das schöneberger südgelände das sich durch die kombination von verfallenden eisenbahnanlagen seltener pflanzen und neuen kunstobjekten auszeichnet ZOLL UND VERLADEBAHNHOF 301der kasseler alte bahnhof ist von seiner architektur her einzigartig und die vielen pflanzen gaben duft und flair zwischen den stark ausdünstenden holzschwellen die eindeutig festlegten wo ich mich hier befand – schützenswert und zum kulturerbe tauglich allemal das alte bahnhäuschen wo wohl güter samt wagen gewogen wurden und ich erst beim zweiten fotogang feststellte dass es eine riesenwaage bis in ein untergeschoss war – allein das wäre eine sehenswürdigkeit mit blick in die vergangenheit – wo sie abgeblieben ist weiss ich nicht – das häuschen ist nicht mehr da – und ich liebte es so und dachte es mir insgeheim als kleine galerie doch dann erfuhr ich die ganz anderen pläne ich weiss nicht ob es einwände gab und stimmen die gegen diese pläne waren und sind jedenfalls konnten sie sich nicht durchsetzen den wildwuchs habe ich noch vor der d13 entdeckt – gestaunt wieviele verschiedene pflanzen sich hier angesiedelt hatten – ein aussergewöhnliches biotop – und nun ist alles hui mehrmals habe ich den ort aufgesucht und eifrig fotografiert

ZOLL UND VERLADEBAHNHOF 304meine blogberichte geben nur einen kleinen überblick – aber insgesamt sind es wohl über 2.000 fotos die ich gemacht habe – die gebäude mit eingeschlossen und die d13 auch nun sind sie zur dokumentation geworden die sich nur noch über die bilder erschliesst

mit meinem nachsinnen – welches immer im jetzt beginnt – möchte ich die zeit entschleunigen es gibt eine zeit die immer erst im nachhinein bewusst wird

ZOLL UND VERLADEBAHNHOF 305ich würde mir wünschen dass die gebäude nicht auch noch gänzlich abgerissen werden
sie sind wichtiges kulturerbe und dokumentieren eine zeitspanne die schon fast in vergessenheit geraten ist
die gebäude – sie sind schon jetzt kunst
ZOLL UND VERLADEBAHNHOF 303ZOLL UND VERLADEBAHNHOF 302

MALEN BEI HENNING… 2/14

MALEN BEI HENNING
FEBRUAR 2014

das jahr lief sehr gut an – fantasie- und schwungvoll  – alle waren bester laune
es hat wieder mal richtig spass gemacht

MALEN HENNING 14unter dem thema ,acryl bitumen sand und sonstnochwas‘ wurden viele ideen umgesetzt

monika zerdepperte eine mokkatasse ihrer grossmutter und brachte sie mit würfelzucker auf bräunlichem badesud in ihr werk ein ein
in einem zweiten bild zwei leuchtengelbe zitronen auf türkisenem grund mit kleinen steinen aus ihrem garten umrahmt – südlich gestimmt und den sommer herbeisehnend

MALEN HENNING_SUPER_P1030117bärbel nahm sich gips vor und platzierte ihn in der mitte ihres bildes als viereck – hielt alles in unter-wasser-bild-farben und zauberte mit acrylbinder transparenz
gegen das licht gehalten fand glatzeneumeline das werk einfach super
MALEN HENNING _ANGEFANGENES_11_bearbeitet-1
doris brachte alles zusammen in kleinstem format unter – benutzte alle materialien – vom gips über acrylbinder zu sand und apfelsinennetz und noch etwas gold – das war die höhe
einfach gelungen und gekonnt

eva verfiel dem rot pitschte ein sisaldeckchen in der mitte mit acrylbinder fest
gab dem ganzen noch einen goldenen tatsch und wie das so ist und als glücklicher zufall zu betrachten sind da 3 aborigines mitten ins bild gelaufen und eine hat platz genommen

rosadora pitscht nicht sie verwendet – so zum ausprobieren – acrylbinder über das ganze grosse bild will zarte spuren legen mit terpentin was nicht gehen kann wie henning sagt färbt dann alles mit gelb und blau ein um ein grün zu bekommen und landet wieder im gras
MALEN HENNING_TEILN._ 13_bearbeitet-1alle fanden dass galeides salatteller wieder den höhepunkt der pause einbrachte
es gibt künstlerinnen und künstler die eigens wegen der guten verköstigung hier auftauchen…

dank an henning und galeide
wir kommen wieder – das steht schon mal fest

der nächste maltag ist am 22. februar
WEGE IN DIE ABSTRAKTION – VOM ENTWURF ZUM BILD

www.malwerk.de
henning drescher

BLUTENDE BÄUME…

oder

„bleeding trees“
Alfred Bradler Ulm
hier
kassel – elfbuchen

BLUTENDE BÄUME ELFBUCHEN_P1020597„Einige Buchen tragen in ungefähr drei Metern Höhe eine rote Manschette und sind damit Teil des Land-Art-Projekts „bleeding trees“ . Der Ulmer Künstler Alfred Bradler (bekannt für seine Sapris) möchte 600 Buchen markieren, um mit diesen „blutenden Bäumen“ gegen die Zerstörung der Natur zu protestieren. Am 23. Juni soll diese „Flächenskulptur“, genehmigt von der hessischen Forstverwaltung, fertig sein: zu sehen dann bis 21. September.“
BLUTENDE BÄUME_ELFBUCHEN 262BLUTENDE BÄUME_ELFBUCHEN 261gemeint war der 21. september 2012 – da ging die dOCUMENTA 13 zuende.
es ist der 26. januar 2014 – ich sehe die bäume zum ersten mal
sie sind gute fotoobjekte allemal – mirko und ich versuchen die verschiedenen blickwinkel
was sie sonst noch sind lässt sich nicht so leicht entschlüsseln
aber ich bin aufgefordert die absicht zu erkunden und finde sie dann auch im internet

„Der Ulmer Künstler Alfred Bradler möchte 600 Buchen markieren, um mit diesen „blutenden Bäumen“ gegen die Zerstörung der Natur zu protestieren.“
ROSA_ELFBUCHEN 26als erste denke ich – die armen bäume
doch alles schreckliche beinhaltet auch die fantastischsten bilder – wie seinerzeit der 11. september –
wie ehemals hiroshima – und immer möchte ich die kamera zücken
das nachdenken kommt meist hinterher – eben oft zu spät
hier mags noch angehen – hier mag die warnung die eine oder den anderen noch erreichen

nun muss ich die restlichen 489 noch finden…

JEDEM ENDE LIEGT EIN ANFANG INNE..

wie gestern so heute
oder alles beim alten
oder doch jeder tag ein neubeginn
immer alles neu
MÄNNEKEN AM SEE_KOMPOSTL._P1010367
ich entscheide mich dafür alles immer wieder neu zu betrachten mit neuen augen – aus einem neuen blickwinkel – mit einer neuen gefasstheit und offenheit

am letzten tag des jahres ist alles wie immer – doch die kleinen neuen männeken symbolisieren dass hier etwas passiert – in meiner abwesenheit
KOMPOSTLOCH_MÄNNEKEN_311
ein stück neue lebendigkeit
es ist nicht nur ein neues männeken hinzugekommen das alte ist gewachsen und am anderen ende des sees – so nenne ich die grosse wasserpfütze mal – ein weiterer neuankömmling
die beiden grossen steine die dort schon die ganze zeit lagen sind lebendig geworden – ein weiteres männeken steht wie auf einem  roten steinboot das in see stechen will und schaut übers wasser – das rot symbolisiert energie und kraft – es wird das kompostloch von diesem standpunkt aus beobachten und behüten

boot und mann haben sogar noch einen kollegen bekommen – ich füge ihm einen mickrigen kleinen dicken wie einen begleithund hinzu – so wirds gehen
KOMPOSTLOCH_DREI MÄNNEKEN_ 312
es war mir eine grosse freude – jahresabschlussfreude mit der hoffnung verbunden
dass sich noch weitere kleine projekte ansiedeln werden und ich die künstler/in mal treffe

es ist der auftakt zu etwas neuem

WINTERSONNENWENDE 2013

WINTERSONNENWENDE_P1010071es wendet der herbst in den winter – neues löst das alte ab wie es das immer tut

doch heute sinnen wir nach – wohin mit dem alten – zeigt sich das neue schon –
der schwung für das neue wächst – aus der tiefe steigt zaghaft das licht empor –
energie ist nicht verloren – sie ruht sich nur aus – sammelt sich um wieder hervorzubrechen
das bewusstsein dafür scheint in all dem weihnachtsgetue unterzugehen – war vielleicht nie vorhanden
wir entzünden ein feuer – bedanken uns bei der dunkelheit für schutz und umhülltsein –
begrüssen das licht und dass es wiederkommen wird
wir stossen an auf das neue – tanzen und umarmen uns – teilen das erleben

in den 12 rauhnächten wird das licht nur zögernd heller – nach dreikönige haben wir die gewissheit dass es so ist – dass es eine stille zeit ist kann ich so nicht sagen – für jede/n ist das wohl anders erlebbar
es geht auch die meinung dass die kelten und germanen nächtelang feierten denn die tage zählten zu den nächten – vielleicht um das alte abzuschütteln – vielleicht aus angst vor der dunkelheit
wir müssen aus der stadt hinausgehen um das dunkel zu erfahren – das viele künstliche licht ringsherum blendet uns
um 17 uhr 11 ist die genaue wende – ich wünsche mir dass es nicht regnet damit unser feuerchen brennen kann
und was wünscht man sich zur sonnenwende – dass es eine gute zeit sein wird die da kommt…

MALEN BEI HENNING DEZEMBER 2013…

MALEN BEI HENNING_TEILNEHMER I_14.12henning gibt eine einführung – klärt – dass malen und zeichnen nicht dasselbe ist
marc und ich sind die einzigen – a hat abgesagt wegen dicker backe und zahnarzttermin – schliesslich kommt thomas und auch monika – die hat sich verfahren obwohl sie schon häufig hier war – so ein verflixter tag – das machen wohl der vollmond und die sonne…
MALEN BEI HENNING_PORTRAIT_P1010045mark möchte zeichnen – das wollte bisher noch niemand in dieser runde – er bringt portraitzeichnungen mit – er malt seit einem jahr hin und wieder mal – henning befindet dass dazu eine begabung gehört die hat mark wohl
MONIKA_WÜSTENMENSCHEN_P1010003monika trifft eine gute entscheidung – sie will etwas malen ohne es vorher festzulegen – so wie rosadora die immer erst farbe draufklatscht und dann einfach loslegt – monika wählt gelb und rot und blau will aber doch einen horizont damit sie sich nicht in der weite verliert – drei gestalten zeigen sich – henning hilft ein wenig – das bild begeistert henning – monika schenkt es ihm am schluss – grosse geste
THOMAS_NAGELKNOTEN_P1000999bei thomas ist der knoten geplatzt – gekratzt gefärbt und genagelt entsteht bei ihm ein farbenfrohes bild – zwanzig nägel sind im nachhinein nicht mehr als solche zu erkennen – geben die strahlung ab die das bild nun hat – von seinem nudelwald ganz zu schweigen
THOMAS_NUDELWALD_henning verrät dass er schon lange vor hat mal einen maltag mit essbarem – kohl tomaten kartoffeln usw. – zu veranstalten und im nachhinein das gemalte zu kochen und zu verspeisen – ein sinnenfreudiges fest also
MALEN BEI HENNING_GRAS VI_P1000985 rosadora landet wieder im gras obwohl sie ein anderes ziel angestrebt hat – nun zwar im querformat – das lässt sich gut an – während sie das gras malt hat sie das gefühl „ich bin ganz gras“ – diese phase wird sie so schnell nicht verlassen
MALEN BEI HENNING_TEILNEHMER_14.121so viel gelacht und geblödelt haben wir noch nie – vielleicht weil es die letzte vorstellung in diesem jahr war – endstimmung sozusagen
was so spannungsreich begann hat sich aufgelöst in eine wohlfühlgelassenheit

es war ein gutes jahr mein dank an alle und besonders an henning

bei: henning drescher
www.malwerk.de

FÄDEN DES LEBENS…

hamburger kunsthalle
EVA HESSE
one more than one
ROSA BEI EVA HESSE HH_P1000571

foto paul tuschick

es gibt eine zeit und eine zeit danach
eva hesses lebenszeit war kurz – mit 34 jahren starb sie an einem hirntumor die zeit in der ihr künstlerisches werk erkannt und gezeigt wurde begann danach

als jüdin in hamburg geboren nach amerika emigriert war eva hesse eine der begründerinnen der arte povera – die werke der Arte Povera sind typischerweise räumliche Installationen aus „armen“, d. h. gewöhnlichen und alltäglichen materialien (erde glassplitter holz bindfaden u. ä.)

EVA HESSE HH_METRONOMIC II_FIG. 65_P1000574eine deutliche wende in ihrem werk beschreitet die malerin und zeichnerin eva hesse als sie von dem industriellenpaar scheidt 1964 nach kettwig – zw. essen und düsseldorf – eingeladen wird in einer stillgelegten textilfabrik entdeckt sie die bis dahin in der kunst ungebräuchlichen synthetischen materialien sie entwickelt daraus eine ganz eigene plastische bildsprache
1965 kehrt sie nach new york zurück vier jahre bleiben ihr noch bis zu ihrem tod um dieses in erstaunen und bewunderung setzende oeuvre zu schaffen

EVA HESSE HH_NO TITLE 1965_KAT.36_P1000576in hamburg ruft man diese künstlerin jetzt mit einer retrospektive genannte ausstellung in erinnerung und damit ins licht
aus vielen privatsammlungen und museen hat man ihr werk zusammengetragen das einen guten überblick gibt und doch nicht vollständig ist es wird voraussichtlich die letzte sein da die werke zerbrechlich und damit kaum zu transportieren sind

EVA HESSE HH_CONTINGENT 1969_IMG_20131215_0001_bearbeitet-1in der hamburger kunsthalle sind ihre werke wunderbar geordnet und  werden in hellen räumen gezeigt licht ist ein sehr bedeutender faktor bei den aus  glasfaser polyester papiermaché silicon und latex erstellten objekten das licht umschmeichelt die skulpturen und ermöglicht ein spielerisches umgehen mit denselben eröffnet neue dimensionen

gern hätte ich sie auf meine spezielle art fotografiert aber es gab keine erlaubnis zum fotografieren die angehörigen haben es streng untersagt

EVA HESSE HH_IMG_20131215_0004dass die kunstwerke eigenhändig erschaffen wurden macht sie lebendigt sie wirken auf mich auf unaussprechbare weise ziehen mich auf die ebene der künstlerin – die heute im gleichen alter wäre wie ich – zumal die verwendeten materialien in meiner lebenszeit eine rolle spielten

05-hesse6_ar

08-hesse4_arlampen aus polyester aus der zeit ähnelten ihren in „repetition ninetene“ mit eigenen händen geformten zylindern
es war ein werkstoff der mir mit seinem geruch bei meiner anwesenheit der herstellung von lampen noch heute gegenwärtig ist
ich habe die skulturen eva hesses nicht nur gesehen ich habe sie erschnüffelt anfassen durfte ich sie ja nicht obwohl es mir bei dem ein oder anderen gebilde in den händen juckte

EVA HESSE_HH_1966_KAT. 14_P1000575eva hesse war auf den documentas 5 und 6 zu sehen doch erst in ihrer retrospektive in hamburg wurde sie mir vorstellig
eva hesse ist heute mehr denn je eine bedeutende künstlerin
auch carolyn christov-bakargiev expertin für arte povera hat ihre documenta 13 danach ausgerichtet und speziell giuseppe penone der als künstler der „armen kunst“ gilt nach kassel geholt (baum in der karlsaue)

EVA HESSE_ONE MORE THAN ONE_KAT. 1_IMG_20131215_000603-hesse14_ar