
sein wie ein baum
mit sonne und mond
mit allen wettern
im guten einvernehmen
mit dem wind lieder summen
mit den wassern rauschen
mit der sonne lachen
mit dem mond ein schläfchen machen
rosadora

sein wie ein baum
mit sonne und mond
mit allen wettern
im guten einvernehmen
mit dem wind lieder summen
mit den wassern rauschen
mit der sonne lachen
mit dem mond ein schläfchen machen
rosadora

vom herbst kann man gar nicht genug bekommen
ob sonne regen hagel oder schnee
so vielseitig und ideenreich in dem wechsel ist keine jahreszeit
die sonne in ihrer unaufdringlichen art
der nieselregen so beruhigend und gelassen
der hagel so neckisch und keck mich jagt
der schnee so überraschend früh und noch nicht ernsthaft winterlich

und die kleine kamera macht die bilder farbiger als die wirklichkeit
das ist zwischendrin sehr wohltuend
die farben gut fürs gemüt
und wenn ich mich mal wieder durchgerungen habe
zu einem gang durch den park oder den wald
dann bin ich happy für einen ganzen tag
Musik Volksweise (18. Jhdt.)
Text Siegfried August Mahlmann (1805)

Das Laub fällt von den Bäumen,
Das zarte Sommerlaub,
Das Leben mit seinen Träumen
Zerfällt in Asch´ und Staub

Die Vöglein traulich sangen
Wie schweigt der Wald jetzt still!
Die Lieb´ ist fortgegangen
Kein Vöglein singen will

Die Liebe kehrt wohl wieder
Im künft´gen lieben Jahr
Und alles tönt dann wieder
Was hier verklungen war

Der Winter sei willkommen,
Sein Kleid ist rein und neu,
Den Schmuck hat er genommen,
Den Keim bewahrt er treu.

es ist eine wehleidige melodie und doch sooo schön
sie erinnert an annaelisabeth meine mutter
von der ich dieses lied kenne
und das wir gemeinsam sangen
IM YOU TUBE
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im blätterkreis
da geht es rund
im blätterkreis
da ist es bunt
bis der wind
es bunt treibt
bis der schnee kommt
und schneit
im bunten bunten blätterkreis
da treiben wie es ja jede weiss
der mond und die sonn und die sterne
es gerne zu gerne zu gerne
rosadora

ein blatt in den zweigen
das wollt ich euch zeigen
durchleuchtet von sonne
ist sooo eine wonne
den fall vertagt
es hats gewagt
zu meiner freude
rosadora

NEBEL
Es kam zu uns ein stiller Herr,
der liebe Herr November.
War mancher da,
der lauter war,
den froher wir begrüßten.
Wir hatten ihm nichts zugetraut,
dem stillen Herrn November,
da zeigte sich,
er konnte was,
er konnte das Verzaubern.
Er machte jeden Halm, den Wald,
den Stacheldraht, die Zäune,
er machte uns
die ganze Welt
zu einem Nebel-Märchen.
Josef Guggenmoos
aus guggenmoos´“rauhreif-märchen“
habe ich ein nebelmärchen gemacht



verzaubern – das ist es was er kann der november
{und der herr guggenmoos} mit seinen nebeln
ein nebelmärchen
packt alles ein und wieder aus
ist nicht hartnäckig in seiner verweildauer
zieht umher
begrüsst alles was ihm begegnet


alles was ich kenne mit schleiern überzogen
er ist flink und bin ich da ist er schon wieder fort
früh nach draussen und geduldiges umherwandeln
und bild geworden
fehlt doch das perlige umschmeicheln



kurz nach zehn uhr schrieb ich dir, ich gehe jetzt in den wald. das war eine grossartige idee. der tag war ein geschenk.



im park hatte es noch viele bäume mit bunten blättern. ich stieg in die höhe, am bach lang, am teich, wo der reiher schon geduldig auf mich wartete, und wieder am bach und quer durch den wald. 10 ° und nicht zu warm, so liebe ich es.


die bäume machen nicht nur buntes laub, nach den vielen regentagen strömen sie einen duft aus, der mich immer wieder stehen bleiben lässt, um tief durchzuatmen. die baumstämme mit ihren verschiedenen rinden haben es mir angetan. so durchnässt haben sie einen starken farbausschlag. an manchen läuft das wasser in bahnen herab. ein älterer mann sagt zu mir, die heulen. ich sage, in kassel sbricht me – die krischen. ich verrate ihm, dass mir die stämme der bäume heute so imponieren. das muss man erst mal sehen, antwortet er.

mit einem ehepaar in meinem alter verquatsche ich mich auf der teufelsbrücke, immer wieder geht es ums fotografieren. die frau sagt, mein mann hat schon bedauert, dass er seine kamera nicht mit hat.


ein schöner blick von hier oben, auf einen kleinen teich in den das wasser von der teufelsbrücke läuft und drei wundervolle rotgelbe bäume.
im schloss, wo ich einen kleinen imbiss nehme, treffe ich noch einen kameramann in meinem alter mit zwei frauen. er fotografiert mit einer leica mittelformat. fast bin ich neidisch. er setzt sich zu mir und wir tauschen fachwissen aus.
als ich ihn frage, was er mit den bildern macht…. sie verschwinden in einer schublade. leica – und so eine verschwendung.
die bilder dann in meinem i mac – so wundersam bunt – ich kanns kaum glauben.


bei nieselregen der park in einem besonderen zauber
ein reiher menschen und hunde ja hunde insbesondere
und herbstfarbreste so wundersam gedämpft
die luft gefildert sauber und frisch


herbst
in seiner schönsten prägung
herbst
loslassen lernen von dir
herbst
meine ganz besondere jahreszeit


ENDLOS – UNAUFHÖRLICH – documentanachlese

irgendwie bin ich hineingeraten in diese brennnesselwucht,
in dieses springkrautohnemacht. es ist nicht miteinander zu vergleichen und doch geht alles den weg des vergehens. die zeitliche abfolge ist nur verschieden und die art und weise. alles gleicht sich und ist doch so verschieden.



mein kompostloch kommt mir nun abhanden. die veränderungen von menschenhand haben begonnen. die platten sind weg, der steinberg und auch der kieshaufen. der regen der letzten tage hat dazu verholfen, an der stelle ein schlammloch zu hinterlassen. da bin ich hineingeraten bis an die knöchel.

nichts hielt mich davon ab, den weg durch die brennnesselwüste zu nehmen. es war mühsam, aber es gab mir auch das gefühl, mitten darin zu sein. die frage ist nur, wie komme ich da wieder raus.
brennnesseleinsicht in doppelter hinsicht – sie warten die jahreszeiten nicht ab. mit ihren rhizomen sind sie immer bereit neu auszutreiben. und hier auf der komposterde fällt ihnen das gar nicht schwer.

zwischen langen und grossen und neuen frischgrünen nesseln fühle ich mich gestärkt. nach einer gewissen zeit weiss ich aber auch, dass ich nicht ihresgleichen bin, nicht dazu gehöre. ich entferne mich wieder und es ist immer wie abschiednehmen. ich kann es kaum aushalten. mit meinen erinnerungsbildern tröste ich mich darüber hinweg und hoffe, dass die gärtner nicht alles niederwalzen werden.

Herbstwinde wehen durch das Gelände,
Die Hände der Bäume werden so schwach.
Wir sehen den gleitenden Blättern nach,
Des Sommers singende Häuser vergehen,
Wir schauen durch fallende Wände.
Auf leeren Wegen die Winde klagen,
Viel fortgetragen haben die Wege.
Und wo ich auch meine Wange hinlege,
Ich pflege nirgends der Ruhe mehr,
Wie der Baum ohne Blatt ist mein Tag luftleer.
Max Dauthendey . 1867 – 1918