
und da brüllt er
der ast
und schwimmt
im tiefsten grün
gehoben die nase
in den wind
die augen weit offen
die augen geschlossen
es spielt nicht
die geringste rolle
er träumt schon
im baumsein
das ewige lied
rosadora

und da brüllt er
der ast
und schwimmt
im tiefsten grün
gehoben die nase
in den wind
die augen weit offen
die augen geschlossen
es spielt nicht
die geringste rolle
er träumt schon
im baumsein
das ewige lied
rosadora

fadensonnen
über der grauschwarzen ödnis.
ein baum –
hoher gedanke
greift sich den lichtton:
es sind noch lieder zu singen
jenseits der menschen.
paul celan

aber hören wir denn,
wie der baum sich entfaltet,
der junge…?
und immer war einer,
der sagte,
die sonne geht unter.
und immer war einer,
der sagte,
fürchtet euch nicht.
aus:
marie luise kaschnitz – fürchtet euch nicht

FRIEDWALD im reinhardswald bei kassel
Immer sind es Bäume
die mich verzaubern
Aus ihrem Wurzelwerk schöpfe ich
die Kraft für mein Lied
Ihr Laub flüstert mir
grüne Geschichten
Jeder Baum ein Gebet
das den Himmel beschwört
Grün die Farbe der Gnade
Grün die Farbe des Glücks
rose ausländer


HEUTE 23 UHR 18




Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
Friedrich Hebbel (1813-1863)
VERNISSAGE – GALERIE FERDINAND VON REITZENSTEIN
UND VORSTELLUNG DES BUCHES
´MEIN BRUDER, DER MALER´
FERDINAND DER MALER_19.09.09
ein gesamtwerk des künstlers zu zeigen, der seit seinem 10. lebensjahr malt, gestaltet sich sehr schwierig auf dem dafür viel zu kleinen raum.
dennoch hat heiko kannenberg versucht, aus der vielzahl der bilder eine auswahl zu treffen, die die vielseitigkeit erahnen lässt und einblick gibt in das lebenswerk des künstlers. er hat eine gute auswahl getroffen, die das auge mühelos vom stilleben zum portrait zur landschaftsmalerei führt. das thema des leidensweg christi, kohlezeichnungen, hat einen eigenen platz und erwirkt damit eine tiefe eindrücklichkeit.
im buch, FERDINAND DER MALER, widmet sich JOHANNA FUCHS den ersten jahren des künstlerischen schaffens ihres bruders und gibt einen einblick aus ihrer sicht. eine liebevoll gemeinte geste.
das interesse der besucherinnen und besucher war gross. es wurden einige bilder gekauft. viele gespräche fanden nicht zuletzt statt, weil das wetter eine grosse sommerabschiedsshow lieferte. auch garten und haus waren für das publikum grosszügig geöffnet.
gratulation und dank an ferdinand von reitzenstein und johanna fuchs.

johanna begrüsst die gäste Continue reading

die kastanien rund und braun
jeder mag sie leiden
runtzlig punzlig anzuschaun
so glatt und weich wie seiden
lied: weiss nicht mehr
wer den text besser weiss
und die noten dazu
bitte mir zuspielen

häuser ducken sich
gestalten schleierumhüllt
bewegen sich im weisstraum
akkord
aus muschel und mensch
nichts behält seine form
alles in auflösung
sagen und zauberlegenden
erzählt die luft
ich spüre den erdatem
weiss auf weiss
rose ausländer

diese wunderwelt
luft
licht
läutendes meer
und
worte
zwischen mensch
und mensch
rose ausländer

aus der traufe kommend
in den mit sonne
bekleideten regen
immer
ein märchen
hinauf
rose ausländer
ich weiss einen stern gar wundersam,
darauf man lachen und weinen kann,
mit städten voll von tausend dingen,
mit wäldern, darin die vögel singen.
ich weiss einen stern drauf blumen blühn,
drauf herrliche schiffe durch meere ziehn.
er trägt uns, er nährt uns, wir haben ihn gern:
erde, so heisst unser lieber stern.
josef guggenmos