ATTRAKTION IM BERGPARK…

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ganz entzückend und anrührend ist es, wenn die waschbärenmutter ihr junges herzeigt. so viel vertrauen, aber das birgt gefahren. sie werden von den menschen gefüttert wie haustiere, die sie nicht sind. sie ernähren sich vom brot, das ihnen gereicht wird und von den abfällen in den müllbehältern.

wenn sie das vertrauen verkehrt verstehen und auf die grundstücke gehen, um auch dort nach nahrung zu suchen, werden sie vertrieben und es wird ihnen nachgestellt. auch schläuche an autos mögen sie, und das ist dann gar nicht so lustig. sie würden vielleicht zurückfinden in die wälder, wenn die menschen sorgfältiger mit ihrem abfall umgingen und das zermoniell im park unterliessen.

tiere rühren oft an unser herz. ganz allerliebst diese beiden bären, das muss ich zugeben. dennoch wüsste ich sie lieber im wald, dem nahen.

MARGERITEN STATT REIS…

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auf der d12 war es u. a. das reisfeld des thailändischen künstlers sakarin, das nicht so recht gedeihen wollte. immer wieder ging meine hoffnung dahin, dass es wie beim mohnfeld verspätet ergrünen würde.
aber nicht nur unser klima und die ungeeignete erde trugen dazu bei, dass ihm das wachsen nicht gelang, sondern auch die vielen unkenrufe der menschen erstickten die kleinen pflänzchen im keime.
unkenrufe haben eine enorme energie und der ärger über den verschandelten hügel wuchs statt des reises.
und siehe da, nun schaut niemand mehr auf den hügel, hat niemand mehr auch nur irgendwelche erwartungen und was passiert da ganz unverhofft. das reisfeld erstrahlt in einem makellosen weiss. nein, kein verspäteter reiswuchs – margeriten. dicht bei dicht schmücken sie den schlosshang und es erfreut mich, dass auf das nichts die fülle folgt.

SEEROSENVERLIEBTHEIT…

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sicher hat monets-seerosenbild eine sommerlichere und farbenprächtigere ausstrahlung als dieses hier auf dem teich, dem lac.
aber dieser gemeinsame blick, meiner und der der seerosenblätter, der sonne entgegen, hat auch etwas einschmeichelndes, die sinne ansprechendes. der tag ist warm und die kühle des grüns und der blätterschatten haben darin einen guten platz.
einen moment bin ich ganz seerose und wünsche nichts mehr, als zwischen dem blattgrün mich zu entfalten. um mich herum ruhe und die sehnsucht eines sommertages erfüllt sich.

BRIEF AN ROSMARIE…

‚Wenn Männer sinnieren entsteht daraus Kunst
wenn Frauen dasselbe tun, bleibt es für viele ganz lange Tand.‘

das ist so nicht richtig, liebe rosmarie,
und guten morgen.

wenn wir in die kunstszene der männer drängen, mag das sein.
aber müssen wir ja nicht. setzen wir unsere eigenen massstäbe
und benennen es anders. was ist schon KUNST.
kunst gibt es gar nicht, so wie es den menschen noch nicht gibt.

josef beuyes so:

‚Kunst,
so verstanden, muß erst entstehen, „denn es gibt sie noch nicht…“

mach doch einfach, was du machen willst – am ende wird es in der welt sein.
wie das gezeigtwerden nicht den grössten wert hat und eigentlich nichts bedeutet,
ausser die wirtschaft anzukurbeln, so hat doch nur das tun seinen eigentlichen sinn
und verändert mit dem darin zum ausdruck gebrachten die welt.

und was sinnieren männer schon – lauter destruktive ansätze, hinter denen sie sich verstecken
und die die welt demolieren.

annegret stopczyk sagt, ‚nein danke, ich denke selber’.
nun los doch! anfangen zu denken, aus unserem inneren heraus, aus unserer überzeugung
heraus, die welt vorsichtig mit einbeziehen und mit toleranz allem lebendigen gegenüber.
uns nicht orientieren an den phrasen der kerle.

so, das wars – das wort zum morgen.
jetzt trinke ich kaffee

liebste grüsse
rosadora

BLAUE HORTENSIE…

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So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
hinter den Blütendolden,die ein Blau
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

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Sie spiegeln es verweint und ungenau,
als wollten sie es wiederum verlieren,
und wie in alten blauen Briefpapieren
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

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Verwaschnes, wie an einer Kinderschürze,
Nichtmehrgetragnes, dem nichts mehr geschieht:
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.

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Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
in einer von den Dolden, und man sieht
ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.

Rainer Maria Rilke