W A L P U R G I S . . .

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Heilige (HAGIA), die Göttliche (DISE)

als hagazussa sind ihr beide seiten der welt vertraut. eine seite wurde abgespalten. sie ist die brücke zwischen den diesen welten.
nie musste der spakat, den die hagazussa machen muss, gespreizter, geöffneter, dem fremden mehr zugeneigt sein, als jetzt.
alles muss neu werden, nichts kann hinübergerettet werden. nicht ein einziges fitzelchen vom alten können wir mitnehmen auf die andere seite. was wir nicht freiwillig loslassen, wird uns abgeschlagen, abgenommen, entrissen. die andere seite, wir können sie in uns finden.

lasst uns tanzen, ihr hexenfrauen, tanzt rüber und nüber, alles entsteht neu, in diesem moment.

DAS ALLTÄGLICHE IN POESIE VERWANDELN…

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den poesiestern
leicht
auf die geöffnete hand legen
ihm schöne augen machen
das losungswort verraten
flüstern
als würden wir ihn
im schlaf stören
den stern
gewiss sein
dass er es hört
behutsam
an seiner seite gehen
wenn er sich langsam
ganz langsam
in den tag bewegt

„Wir müssen das Alltägliche in Poesie verwandeln.“
– Robert Stern –

ROBERT WALSER…

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robert walser:
die phantasie erlöst uns,
und der traum ist unser befreier.
der schlaf hat innere augen
wichtig ist nur die reise zu sich selbst.

zum 131. geburtstag von robert walser.
zu denken, dass er in einen ewigen traum eingebettet ist und uneingeschränkt seine ‚eigenen träume’ träumt, beruhigt mich. mit geschlossenen augen besser sehen – da ist er nicht der einzige. die kleinen dinge, die feinen stimmungen nahm er wahr. nicht immer, nicht durchgängig, doch sehr ausgeprägt. sein ‚grün’ – erst jetzt verstehe ich seine intensität, er der in das grünste grün hineingeboren wurde. von diesem beginnenden hat er wohl immer etwas behalten.