WER, WENN ICH SCHRIE(B)E, HÖRTE MICH DENN…

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foto: helena sarantidis

‚wer, wenn ich schriebe, hörte mich in der engel unordnung?’
elfriede jelinek

das unaushaltbare – nicht zu schreiben.
das schmerzliche bedauern – etwas geschrieben zu haben.
den worten auf die spur geholfen, die sich selbständig machen.
selbständig machen in einer weise, die ich nicht vorausahnen konnte.
sie werden mir enteignet.
die eigenen worte nicht mehr meine, weil eine andere sie jetzt schreibt oder spricht oder stottert oder herumfaselt damit. Continue reading

DIE JAHRESSPIRALE AN IHREM TIEFSTEN PUNKT…

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die spirale des jahres erfährt ihre engste enge, ihre tiefste tiefe und verdichtet in den nächsten 12 nächten, den rauhnächten, ihre verwandlung in den gegenschwung in ein neues, ein weiteres jahr. in der dunkelheit dieser besonderen zeit bereitet sich das licht vor. nie waren die ängste der menschen ausgeprägter, die hoffnung, dass eine wendung erfolge, grösser, als in den tagen der wintersonnenwende. Continue reading

ICH SCHLAFE – MEINE SEELE WACHT…

der fotografische blick als weg in die seelenlandschaft tod und sterben.
bilder, die in die ewigkeit reichen

gefunden auf jüdischen friedhöfen – hier kassel

die bilder finden – sie tief in mir versenken…

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knochentrockenes holz. mir vor die füsse. chaos im revier. grabplattenverschändelung. zuerst denke ich das. ich steige – steige über die gräber – über holz. herbstholz – herbstfriede – herbstgewölk. finde mich ab. schaue betroffen erst. sehe mehr dann. sehe ordnung im chaos. mir fremd. schnell doch vertraut. neue bilder, neue ausblicke, neue befindlichkeiten. kastanienbäume. braun zusammengerollt die blätter. eichen auch. ein eichenblatt – gelb – auf grünem moos – moosmoos. Continue reading

SCHLOSS WILHELMSTHAL im dezember 2006…

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bevor dort ein schloss stand, war dort ein gut. ursprünglich war das gut im besitz des klosters helmarshausen und wurde dann 1643 von der hessischen landgräfin amalie elisabeth gekauft. wie sie es nutzte, ist mir nicht bekannt. sicher ist, dass sie ein gespür für
die gute lage mit wundervoller energie hatte.
erwähnenswert ist es, weil auch schloss wilhelmshöhe, ehemals kloster weissenstein, von mainzer augustiner mönchen und ab 1193 als reines frauenkloster geführt wurde. Continue reading

SCHLEHEN UND HERBSTSTÜRME…

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schlehen gibt es augenblicklich über die massen. sie erinnern mich an früher, an ‚schlechtere zeiten’, in denen ich sie sammeln musste. ich weiss gar nicht mehr, wie ich herangekommen bin an die hohen zweige und was man dann damit gemacht hat. schlehenmuss vielleicht, denn an ‚schnaps’war fast nicht ranzukommen. woran ich mich erinnere ist, dass mir die schlehensäure den mund zusammenzog und die zunge nachher ganz pelzig war. Continue reading

SCHLOSS BEBERBECK

unterkunft für aussiedler
heute ein alten- und pflegeheim
geplantes kulturzentrum

auf unserer fahrt zum ‚urwald’ äussert marlis den wunsch, dass sie dieses gut oder schloss beberbeck mal anschauen möchte.

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ich bin ganz überrascht von dieser riesigen ‚anlage’.
marlis hatte schon auf der fahrt erzählt, dass mann da aussiedler untergebracht hatte – so weit draussen, mitten im wald, was für ein schwachsinn oder beabsichtigt? Continue reading