
das gras
hat seine höhe erreicht
der kuckuck
schalmeit durch
den sommerwald
alle sinne geöffnet
wirbele ich julitrunken
mit der sonne wende
von julitag
zu julitag
rosadora

das gras
hat seine höhe erreicht
der kuckuck
schalmeit durch
den sommerwald
alle sinne geöffnet
wirbele ich julitrunken
mit der sonne wende
von julitag
zu julitag
rosadora
DIE DUNKLE SCHÖNE UND IHRE URWALDWESEN
foto-text-ban 140 seiten
22×15
MEIN NEUES BUCH IST DA
bei bod oder bei mir
140 SEITEN, 45 FOTOS
20,90 EURO

orphne,
die dunkle schöne mit ihrem tier.
wie eine göttin bewacht sie den urwald und ihre wesen.
sie weicht nicht von der stelle.
ihre aufgabe ist heilig.
ihren platz hat sie inmitten des waldes.
in ihrem tier, SINACH, verkörpert ORPHNE die wachsamkeit und alle damit verbundenen tugenden.
allem widersteht sie, dem frühling, dem sommer, dem herbst und dem winter – den damit verbundenen wettern.
klar bleibt sie und aufrecht.
mit geneigtem kopf wehrt sie die äusseren anfechtungen ab, hört ihren herztönen nach, welche widerstände sie entwickeln muss, um ihren schützlingen geborgenheit gewähren zu können.
sie selbst geniesst den schutz ihres tieres und dem des herzens auf ihrem rücken.
tier und herz tragen aufmerksame mienen.
sinach und orphne sind nicht auseinander zu denken.
sie gehören zusammen, im leben, wie im sterben.
sie scheint mir wie die mutter des waldes,
die ewig fruchtbringende quelle von allem.
IM BOTANISCHEN GARTEN IN HAMBURG

Das sind die Blumen, die wie Kirchen sind.
Ein Blick in sie hinein zwingt uns zu schweigen.
Wie Weihrauch fromm berauschend strömt ihr Duft,
Wenn wir uns zu der schönen Blüte neigen.
Sie sind wie Schmetterlinge dünn und zart.
Und wissen ihr Geheimnis doch zu hüten.
Es hellen goldne Kerzen sanft den Pfad
Ins Allerheiligste der Wunderblüten.
Francisca Stoecklin (1894-1931)




die gedanken ins meer werfen
sie wellen lassen
und frisch gewaschen
ans land holen
was tun
wenn kein meer in sicht
sie rollen
und hinter dir her ziehen
wie einen handwagen
bis sie gewillt sind
sich in der eigenen spur
einzufinden
rosadora



die mondin war zu früh dran,
die sonne lässts gleich ganz sein,
und ich denke, unverschämter könnten wir nicht sein,
als nach so einem wunderbaren sommerlenz
den schönsten sommer aller zeiten zu erwarten.
na, lassen wir uns überraschen.
die blumen werden uns treu sein
und unabhängig von sonne und mond
ihre farben zücken und uns erfreuen,
diese zuverläassigen herzensbrecher.
und – sing ein lied, wenn du mal traurig bist…


MEIN NEUES BUCH IST DA
92 SEITEN
52 FOTOS
ADLERFARN
EINE HASSLIEBE IN BILDERN
reinhardswald
22×15

farne entführen in das zauberland des schattens. sie sind symbole des schattens, des geheimnisvollen und des verborgenen. feen und zwerge tummeln sich unter farnen. den farnfeen das geheimnis des farns zu entlocken, ist ein schwieriges unterfangen. feen sind verschwiegene wesen und für die meisten unsichtbar obendrein. nur, wer den farnsamen bekommen hat, ist ebenso unsichtbart und kann sich mit ihnen verbinden. das ist dann ein zustand, oder besser gesagt ein geistesumschwung, der geheimnisse nicht mehr als solche betrachtet, sondern als etwas gegebenes.
so besteht keine gefahr, dass ein menschliches wesen, das den farnsamen hat, also unsichtbar ist, diese geheimnisse preisgeben könnte. dass es viele geheimnisse sind, ist ziemlich sicher. eigentlich hat jedes farnwedele sein eigenes und insgesamt, jeden wedel mitgerechnet, kommt da ein riesiger geheimnisberg zusammen. den abzutragen ist den menschen nicht gegeben.
preview_10189217_211244_cover_110617-172851_abec1fc1a3

in ihrem fallen
noch das ganze bild
der rose
es liegt in ihm
das knospen
kühler nächte
das blühen
heiterer sommertage
und weiss
bis zuletzt
um ihr rosesein
rosadora

der blaue himmel ist mir etwas fade.
wenn die wolken kommen und ihn schmücken
mit ihrem grazilen bis plumpen gewölk,
bin ich entzückt.
sie besetzen den himmel meistens für nicht
lange zeit, ziehen ihre bahnen der veränderung.
nicht immer ballen sie sich zusammen zu gewitterwolken.
dann sparen sie ihre energie und sind einfach nur
himmelsreisende.
wenn ich so durch die felder streife,
schaue ich mehr nach den wolken
als nach dem mohn, den ich suchen wollte.
gewölk zieht weiter, manifestiert sich nicht zu
dicken wolkenbündeln.
heute also kein gewitter.
ein rundum schöner, erlebnisreicher tag.
was kann es schöneres geben, als wolken am himmel.



sterne und blumen –
blicke, atem –
töne.
durch die räume ziehen.
ein ton der liebe.
sehnsucht!
mit verwandten tönen
sich vermählen,
glühen,
nie verhallen,
und die blumen
und die sterne lieben.
gegenliebe!
sehnsucht!
Adalbert von Chamisso