GEBOREN WERDEN…

DSC_0597

und wie gut wäre es – und auch grossmütig sich selbst gegenüber -, alles von neuem zu beginnen, indem man schreibt! im schreiben, durch das schreiben geboren zu werden -… das sein ist nicht unten. es ist oben, immer oben…

gaston bachelard
die flamme einer kerze

LUFTSCHLÖSSER…

DSC_0572

george sand meint,
man könne die menschen danach einteilen, ob sie eine strohhütte oder einen palast bewohnen möchten. aber die frage ist komplizierter. wer ein schloss hat, träumt von der hütte; wer eine hütte hat, träumt vom schloss. ja, mehr noch: jeder von uns hat seine hüttenstunden und seine palaststunden. wir steigen zur erde hinab, auf den boden der hütte, und dann möchten wir in luftschlössern den horizont beherrschen…

DER ENDSATZ EINES TRAUMES…

DSC_HERZ_0570_350

´WIE SCHWER ES IST, OHNE VERGESSEN ZU LEBEN… der endsatz eines traumes. von dem traum selber keine spur mehr in meinem kopf, aber die gewissheit meiner verbindung mit ihm.
jetzt erst begreife ich, dass ich nachts in einen strom eintauche, der immer vorhanden ist, aus dem ich komme und in den ich später wieder eingehen werde. das leben ist nur ein zeitweises aussteigen aus diesem strom, so sehe ich es jetzt. wir tanken auf nachts im schlaf,……

aus
ingrid bachér
sieh da, das alter

W U N D E R . . .

DIE GESCHICHTE DER FRAUEN_450

WAS SIND SCHON WUNDER –
GEMESSEN AM LEBEN

aus
dietlind kinzelmann
die geschichte der frauen
christel göttert verlag

´seit jahr und tag, kein mensch weiss, wie lange schon, standen in den wäldern und feldern frauen herum. sie hatten prächtige farben und formen, wie kostbare schätze aus alten zeiten. es schien, als seien sie vergessen oder abgestellt worden. vielleicht waren sie einfach übergeblieben aus fernen jahren, von denen wir nichts mehr wissen. fast hätte man meinen können, sie stünden seit eh und jeh da, als wären sie niemals gekommen und würden niemals gehen. wie verloschene gestalten ohne sehnsucht, ohne glück und ohne trauer. irgendwelche umstände mussten den frauen das leben geraubt haben. seither sangen und klagten sie nicht mehr. sie blieben stumm……´

ein auszug aus
der geschichte der frauen -la storia delle donne
von dietlind kinzelmann

ZUGESTÄNDNIS AN DEN WINTER…

das blendend helle licht, sein gold
in der stiebenden wolke, rosig, gebrochen, und wartet der schnee
hinter der ecke
hinter dem berg
hinter der röte
dann spitze die zähne, die stollen,
straffe den schritt, schärfe den blick;
prüfe das körpergewicht, probe das gleichgewicht.

achte (mit festem fuss) auf das eis
in der helle.

eben wegen all der elemente: aufstieben, rauhreif,
kälte im ganzen, atemhauchwolken.
vertrocknete rosen, blätter, verfaulte dahliensträusse,
kapriolen der katze.
jede scheibe ein widerschein, und der einfall des winterlichts
gleichmässig herab aus den berglücken,
felsspalten, ritzen im holz. und du

lass ihn zu, diesen blendend hellen,
hinterhältigen winter, das schlimme
winterlicht und verzögertes schneetreiben,
verlängerten westwind, tückischen brand.

aus fabio pusterla
solange zeit bleibt
dum vacat

bd1a1fab73

suonate campane
es läuten die glocken
20.02.10
premiere
im theater stok in zürich

programmseite von lupa

www.la-lupa.ch

L U S T I G …

die zigeuner sind lustig
die zigeuner sind froh
sie verkaufen ihre betten
und schlafen auf stroh

es muss einmal eine andere zeit gegeben haben, da waren die menschen bescheidener.
die bescheidenheit, naja, sie ging irgendwie den bach hinunter,
und nun sind die menschen einfach nicht mehr froh.
so einfach ist das…