streust nun die bunten farben aus
lockst mich zu dir und aus dem haus
umduftest mich so unverblümt
nicht eine die dich nicht gerühmt
und wenn die luft ganz milde ist
bin ich gewiß dass du es bist
frühling
rosadora
wir sind in der mitte – in der mitte angekommen. die tage sind ebensolang wie die nächte. wenn die sonne scheint, leuchtet es mir ein, wenn es trübe ist, bin ich nicht so sicher. unser seelisches gleichgewicht dürfte sich nun einpendeln. ein bißchen aufmerksamkeit lohnt sich da schon. leicht schwappt es über – das gleichgewicht und wir werden wieder geschoben und und gezerrt, dahin, wo wir wieder um unser gleichgewicht ringen müssen.
aue – kornelkirsche
jetzt steigt die wärme, jetzt die freude. noch ein paar tage haben wir zeit, die angesammelten winterschwere loszuschütteln. das helle muntert uns auf, weckt energien, schenkt tatkraft und fantasien – hoffentlich sehr viele…
IM BAUCH DES STEINBRUCHS…
noch gar nicht frühlingshaft. im ganzen gelände ein paar weidenkätzchen, zartes wassergrün, huflattich an den hängen verteilt, und wildes gestrüpp. der winter hat nicht alles getilgt. die neuen pflanzen werden es schwer haben. lärchen und birken sind zögerlich, als würden sie dem lenz noch nicht trauen, als könnten noch kalte tage anstehn.

dauernd grün die tannen. die haben ihre samen reichlich ausgestreut, und winzige bis kleine tannen mühen sich, die sprenglöcher zu verkleiden.
die natur nimmt sich zurück, was ihr einst gehörte. ich bin ungeduldig, mir geht es viel zu langsam. ich habe angst, die stadt- und landplaner könnten sich was einfallen lassen, von dem ich nicht begeistert sein würde.
j. aus münster, der schauen wollte, was sich hier verbirgt, fällt auf, dass hier kein lärm eindringt. dass ihm das auffällt, ist bemerkenswert für einen jungen mann, der hier nur mal vorbeischaut und dass ihn überhaupt interessiert, was für ein ort dies ist. manchmal sitze ich im hinteren eck auf einem stein, wo sich mein steinkreis unversehrt befindet, und genieße diese ruhe, tanke energie.
der kleine fuchs ist mutig. am huflattich labt er sich fürs erste. vielleicht findet er die weidenkätzchen noch…

bis zum bauch des steinbruchs will ich heute. da bin ich der steinwand ganz nah. die farbsegmente will ich einfangen. als marlon bei mir zuhause einen pyrit aufstöbert fragt er mich, ob basalt auch irgendwelche einschlüsse habe. im pohotoshop mache ich die farblichen auftritte noch etwas deutlicher. das bloße auge braucht manchmal unterstützung.
fragen macht schlau. ich finde diese aufzeichnungen im netz.
BASALT mineralien-steckbrief
http://www.steine-und-minerale.de/atlas.php?f=3&l=B&name=Basalt
Oft erscheint das Gestein blau, graublau, dunkelgrau oder schwarz. Ursache für die Farbgebung sind die gesteinsbildenden Gemengteile (= die Minerale, aus denen ein Gestein besteht). Die in Basalten dominierenden Hauptgemengteile werden durch Plagioklas-Feldspäte, Augit, Hornblende und Pyroxene vertreten. Mit einem Anteil von bis zu 5 % an Zusammensetzung von Basalt stellen das Glimmermineral Biotit, Olivin, Magnetit, Apatit sowie Ilmenit die sogenannten Nebengemengteile dar.
VOGELMIERE – STELLARIA MEDIA…
schon am vortag ist sie mir aufgefallen, die vogelmiere. aber ein eigenes foto bekam sie da noch nicht. erst beim betrachten meiner bilder beschloss ich, dies nachzuholen. wie ein wunder kam es mir vor, wie sie aus fast nichts, also ohne erde, jedenfalls nicht sichtbar, diese pracht hervorbringen kann. beton, eisen, rost – sonst nichts, was ich sehen konnte.
ein wunderbares grün und alles so eingerichtet, dass jedes blättchen, jeder zweig ins rechte licht zu stehen kommt. soviel rücksichtnahme. überhaupt sind pflanzen rücksichtsvoller als wir ahnen.
dass sie von den vielen tauben, die einst unter der überdachung ihre bleibe, ja sogar ihre nester hatten, noch nicht weggefressen ist liegt daran, dass den tauben ihre bleibe genommen wurde. kein dach mehr da, unter das sie sich schützend setzen könnten.
woher nimmt diese miere die energie sich so zu entfalten. scheinbar ist das nichts doch nicht nichts. luft und sonne, feuchtigkeit und ich weiß immer noch nicht, wie das geht…
ich habe meine freude an ihr, habe sie auf den desktop meines mac gezogen, damit mich ihr grün an den frühling erinnert. ich bewundere ihren mut, ihre trotzallem-haltung, obwohl hier alles dem erdboden gleichgemacht wird, nutzt sie die zeit, die noch bleibt, obwohl weder sie noch ich wissen, wie lange das sein wird.
ich werde mir samen kaufen, und da ich keinen garten habe, ihn aussähen in einen nicht zu kleinen topf, dann kann ich das ganze jahr über ernten und dabei an meine STELLARIA an der ladenstrasse denken…
STELLARIA MEDIA – wissenschaftlicher name
http://www.heilendepflanzen.de/vogelmiere.htm
Vogelmiere enthält wie alle anderen Wildkräuter ein Vielfaches an pflanzlichem Eiweiß (ca. 80%), 150% mehr Kalium, 80% mehr Vitamin C und 186% mehr Vitamin A. Diese Zahlen hat das Amerikanische Landwirtschaftsministerium veröffentlicht. Die Stellaria media enthält außerdem noch seltene Elemente in organischer Form wie Phosphor, Magnesium, Kupfer und Silizium als Kieselsäure.
Zu guter Letzt ein Rezept:
1,5 l Gemüse- oder Hühnerbrühe
6 Frühlingszwiebeln
1-2 Kartoffeln
1-2 Handvoll Vogelmiere
Stein- oder Meersalz, Pfeffer, etwas Rahm
Brühe zum Kochen bringen.
Feingeschnittene Kartoffel, Frühlingszwiebel und Vogelmiere dazugeben, ca 10 Min. köcheln lassen, bis die Kartoffeln und Zwiebeln gar sind. Würzen und mit Rahm abschmecken.
KUNST UND MEHR…
nun fange ich eindrücke, die ich an den ladenstrassengebäuden finde, wenigstens in bilderinnerungen ein. kunst – unter freiem himmel. hinter dem restgebäude sind die graffito noch vollständig erhalten, da die mauern noch nicht abgebaut wurden.
ich wage mich auf eine rampe, etwas 1 meter 50 breit und 2 meter hoch, die entlang der gebäude führt und kämpfe mit meinem schwindel. recht passend zu meinem unterfangen. so bin ich auf höhe der graffito und in guter entfernung, dass ich sie mit meiner kamera fangen kann.
der schwindel hat sich gelohnt – welcher – na jeglicher…
ZOLLGEBÄUDE 2014…
und nicht mehr vorhanden – LEERES GELÄNDE – 2017
LADENSTRASSE 2014 …
vom arbeitsamt – 10. stock fotografiert
nun soll auch das gebäude an der ladenstrasse entfernt werden. teile davon mußten schon weichen samt dächern. dort, wo sie noch draufsitzen auf den mauern, sind sie festgezurrt – die dächer – damit sie nicht davonfliegen, oder mir auf den kopf.
dieser teil der ladenstrasse bleibt stehen – die gründe weiß ich nicht…
augenblicklich stockt das ganze. die bahn baut diesmal selbst ab, hat keine fremde firma beauftragt – so ein mitarbeiter bei der stadt…
es ist kein zügiges vorwärtskommen, das schmerzt über lange zeit. sie halten die wunden offen. ich weiß nicht, wer das ist „sie“…
im zollgebäude hätten die künstlerInnen noch 3 jahre bleiben können, von meiner seite aus betrachtet.
DER WAR EINMAL…
einmal stand hier der zollbahnhof. es war ein interessantes gebäude mit vielen möglichkeiten. die d13 nutzte die gebäude und das hätte so weitergehen können. zumindest wäre es ein guter platz für kunst gewesen. war es ja auch zeitweise. bis fraunhofer kam und sich das gelände aneignete.
2014 mußte das gebäude weichen. seitdem läßt das neue fraunhofer institut auf sich warten. im sommer 2017 soll nun mit dem ersten bauabschnitt begonnen werden. es wird mehrere jahre dauern, bis das ganze bauvorhaben verwirklicht ist.

hier einige hinweise, wie weit das ganze gediehen ist…
blick von oben auf das fraunhofergelände
http://emse.iwes.fraunhofer.de/baustelle/index.php
fraunhofer-standort kassel: planungen zum neubau
https://www.energiesystemtechnik.iwes.fraunhofer.de/de/institut/neubau.html
SÁNDOR MÁRAI – in HIMMEL UND ERDE…
schätzen kann ich nur noch die, die den mut haben, auch nutzlos zu fühlen. jene, die das wagnis eingehen, nutzlos zu denken. alle sind wir schon so zielstrebig… so tauglich. ich schätze diejenigen, die sich trauen, wörter zu denken wie „ich“. oder: „ich liebe dich, schöne kalte langeweile“, schätze aber keinen mehr, von dem ich annehmen muß, dass ihm auch noch etwas einfallen könnte, wenn er tagsüber so beginnt: „bezüglich der bestehenden möglichkeiten…“