IM DRUSELTAL

sommer und ganz eindeutig – das grün mehrt sich, das grün wuchert, das grün erobert sich alles zurück – welch ein segen. über die steinigen hänge legt es sich wie ein teppich. noch schließt es die lücken nicht – aber es ist wahrnehmbar. wenn ich die bilder vom letzten jahr anschaue und mit denen von heute vergleiche, ist ein riesiger unterschied.
den bäumen scheints gut zu gehen – neue wagen sich hervor. vom hornklee über wilde wicken und rainfarn bis zu wundervollen grassorten, die zur zeit blühen, also auch samen bilden werden, um sich zu vermehren, ist es mir eine reine augenweide.
ich bin nicht allein. ein riesenlöffler hoppelt mir entgegen, als wolle er mich begrüßen, um wieder umzukehren und erst jetzt bemerkt, dass da etwas hasenunähnliches im gelände steht. er macht mir freude, bleibt nochmal hocken, richtet sich auf, und ich kann ein portrait von ihm machen.
ein greif, vielleicht bussard, zieht über mir seine runden, stellt fest, dass ich ihm als beute zu groß bin.
ich lande im bauch des steinbruchs. da war ich lange nicht, aber es ist sehr heiß. der wind macht einen bogen um diesen teil des geländes. die zackige graue steinwand trotzt der mittagssonne und ich stelle mir vor, wie wenig ich die lage aushalten würde, wäre ich hier fest verankert. ob mein besuch irgendwelche regungen in ihr hervorbringt. auf jedenfall verändern sich meine augen, mein schauen – immer erscheint sie mir und alles ringsum in einem anderen licht, erzeugt andere gefühle und gedanken.
ich bekomme ein geschenk von ihr – einen steinkeil, gerade noch zum tragen. es ist eine vervollkommnung meiner beiden steinkeile, die ich hier schon erhalten habe. ich nehme sie mit nachhause, wo die beiden anderen keile warten. zur kunst taugen sie – hoffentlich.
der bussard ließ mir eine feder. zusammen mit den basaltsteinen bilden sie ein tonintonganzes – wie ganz aufeinander abgestimmt. natur und kunst gehen hier wundersam zusammen – wenn man es will…













auch ihr ging ich ins geäst und sah große parallelen zu der kamineiche. vielleicht sind sie geschwister – sie stehen nicht weit voneinander entfernt. sie erhält nicht annähernd die aufmerksamkeit von der kamineiche. dabei ist sie mindestens ebenso interessant. auch hier das licht des sommertages ein gewinn und gute ausleuchtung meiner fotos.

in ihrem geäst leuchten farbfetzen, das kleid zerrissen und etwas schmerzt mich, weil es auch ausschaut wie klaffende wunden. die wunden machen sie verletzbar und dazu denke ich, dass, wenn die grelle sonne in das so offene baumfleisch hineinfällt, der schmerz der eiche immens sein muß.





heute war nichts vorgegeben – heute war im nichts zwischen kommendem auch das vergehen. mit dem sommer kommt der herbst. der ausschluß (abfall) wird ins bild gehoben. strukturen beleben. und zwischen allem das hohe hohe gras.






begeistert einen überblick über die diffizil zusammengetragenen beweisstücke – von fotos über scherben nach dem zweiten weltkrieg bis zu möbel aus den 60ger jahren, so z. b. ein federholzsessel von nikolaus bode.
eine umfangreiche sammlung ist da zusammen gekommen, macht neugierig, weckt erinnerungen, fügt neu zusammen.
am samstag nun endlich nach 6 baujahren die eröffnungsfeier für das publikum. um 14 uhr die rede von dr. kai füldner und den zuständigen bau- und verwaltungsmenschen. es ist und bleibt spannend.


