the days hold promises
the skies above are blue
in the air doves fly
the time has cometo
love all our dreams
are on their way

die Tage halten Versprechen
die Himmel sind oben blau
in der Luft fliegen Tauben
die Zeit hat cometo
liebe alle deine Träume
sie sind auf ihrem Weg
Author Archives: Rosadora
STEINBRUCH IM SPÄTSOMMER…
TANKHÜGEL

ich nenne ihn tankhügel. auf ihm wurde ein tank zurückgelassen, ein alter transport lkw und ein defekter bagger. letzterer steht jetzt ganz unten – einfach mittendrin. schrott der üblen sorte.

auf dem tankhügel finde ich wenig sonderheiten. fast alle fand ich schon auf diesem gelände. ein bisschen dem herbst zugeneigt.
BAUCH



im bauch des steinbruchs keine neuheiten. immerhin eine besondere stimmung. die schatten werden schon länger und dieser eigenartige spätsommerflair wo ich mich hineinbetten und nie mehr aufstehn möchte.
MEINE BESCHEIDENE MOMENTKUNST…
blechkunst

sich die frage zu stellen was kunst sei lohnt nicht. die begriffe gehen so absurd auseinander wie die vorstellung von kunst. in dem moment wo ich etwas abstraktes entdecke und ich ihm meine aufmerksamkeit und meine fantasie schenke ist es für mich kunst.

ich würdige etwas vergehendem meinen blick und habe eine idee. mit meinem foto verleihe ich ihm dauer über diesen moment des auffindens hinaus. da ich meine fotos auf einem ´wölkchen´ ablege gewinnt es vielleicht ewigkeit.

meine nun mit patina besetzen fundstücke lassen mich zurückdenken zwicken meinen geist mich zu erinnern.
an diesen – meinen – definitionsbereich von kunst werde ich mich auch noch erinnern – wie lange…
DIE WELT IST WIEDER OFFEN FÜR AI WEIWEI…
AI WEIWEI
mir fehlen die worte…
grosse freude – AIWEIWEI hat seinen pass wieder und ist in deutschland.
heute eingetroffen in münchen, reist er weiter nach berlin und london. dass er das land nicht verlassen durfte, war kaum zu verstehn. geknickt oder gestärkt da heraus gekommen – ich nehme mal letzteres an. ein wiedersehn vielleicht auch auf der nächsten documenta – d 14….
herzlich willkommen
STEINBRUCH – KARGE STRUKTUR…
oben ist es karger. die pflanzen sind der sonne und dem wind mehr ausgesetzt als im unteren teil, und sie sind dem himmel näher. am himmel ein bussard. er flieht auf die andere seite, landet im steinigen, ist farblich nicht mehr zu unterscheiden. ein paar steine poltern nach unten. diesmal zwei rehe im steinhang, fliehen nach oben, richtung wald.
fliegendes landkärtchen
ausruhend am stein
storchenschnabel
errötet und stinkend
sumpfblättriger ampfer
samengekrönt in völle

wilder thymian
einsam in dieser gegend
prachtvolles schilfrohr
im schattenwasser

wildverteilte pestwurz
blütenverheimlicher
zaghafte weidenröschen
wasser- und steingewöhnt

vollentfaltete binse
blütengeneigt zum wasser
einmeterlanger steinklee
regenüberfallen niedergestreckt
aufrechter beifuss
regen und wind strotzend

gelbe hundskamille
sich streckend platznehmend
einsame eselsdistel
in vollerblühter pracht
STEINBRUCH – UND GLEICH IN DIE I. ETAGE…
eine übersicht über die lage des basaltsteinbruchs… FOTOS ANKLICKEN
hier komme ich rein – das heisst – ich habe schon etwa die gleiche strecke hinter mir, wie diese, die vor mir liegt – die ist fast uninteressant – links bach und wald – rechts steinhalde.
hier gehts hoch – dies in etwa die hälfte der steigung – für mich heute gut zu gehen, weils nicht so heiss war.
ich nenne es für mich die 1. etage. dazwischen geht es noch tiefer hinab – sozusagen in den bauch des steinbruchs.
hier mit verblühtem hasenklee und blick auf die abbruchwand. der starke regen hat tiefe schlieren in dem abhang hinterlassen. wie eine rutschbahn.
hier blick zurück…
hier der blick auf das parterre. fast rechts vorn und unten im bild mein steinkreis. auf den steinen daneben ruhe ich mich aus, wenn ich unten bleibe. das olle ungetüm steht seit kurzen mitten auf dem platz. ich hoffe sie verschrotten es noch. es stört mein bild…
wunderbar hat sich dieser hügel schon regeneriert und selbst begrünt. das wünsche ich mir für den gesamten steinbruch.
meine pflanzenausbeute zeige ich noch. der bewuchs ist hier ein anderer als unten. obwohl es auch einige gleiche pflanzen gibt. allein ich habe mich auf die beschränkt, die hier neu sind. unten ist dieser bachlauf, der mir das grüne grün liefert…
STEINBRUCH – WEITER IM TEXT…
SÜSSWASSERALGEN
die algen machen mir besondere freude durch ihre grünstrahlkraft. mal sind sie leuchtend gift- bis gelbgrün und nach sonneneinstrahlung und regen und sonne schmutzig- bis leuchtendgelbbraun.
sie sind vollgesogen mit sauerstof, also luft, bilden blasen und wenn sie fast ausgetrocknet sind und ich wage auf sie zu treten, um den weg abzukürzen, oder auch nur an dem quatschenden geräusch mich zu erfreuen, habe ich reine glücksgefühle. ein völlig neues empfinden quietscht durch mich hindurch. fast werde ich selbst zur alge, möchte mich hineinlegen und leise mitquietschen…
…Bei langer Sonnenbestrahlung erzeugen die Algen Sauerstoff, der die Kissen an die Wasseroberfläche treibt. …Für Lurchlarven und Insekten ein willkommenes Versteck und Nahrung in Form von Phyto- und Zooplanton in Hülle und Fülle…
kleine schnecken zuhauf. was aus ihnen wohl wird.
schneckenbettchen
im gequollenen grün
blättchenwiege
für gestundete zeit
pflanzenfalle
wasserabhängig
vogelwasserspur
gekonnt durchquert
immer mal wieder
freude und enttäuschung
rosadora
WIEDER MAL IM STEINBRUCH…
ein reh springt vor mit davon, wechselt die hangseite, lässt sein junges zurück. das kitz weint, weint ganz jämmerlich, hat ein stimmchen als wäre es gerade erst geboren. die verständigung zwischen tier und mensch ist ebenfalls jämmerlich. das reh versteht nicht, wenn ich ihm sage, dass ich ihm nichts tue. ich kann es nicht beruhigen. es rennt und stakelt den steinhang empor. ich gehe weiter, damit es sich beruhigen kann und den weg zurück wagt zu seinem jungen.
so schön ich diese begegnund finde und froh bin, dass hier tiere leben, bleibe ich für sie doch ein eindringling.

durch das feuchtwarme wetter hat sich die pflanzenwelt erholt. ich finde zahlreiche exemplare. engelwurz – ganz bescheiden, fuchs´greiskraut – auch berufkraut, wasserampfer, wiesenglockenblume, wilde möhre,wilde wicke, krause distel, braunelle, ufer-wolfstrapp, gewöhnliches hornkraut, kleiner orant und einige mehr.

so reichlich bedacht wurde ich hier noch nie. es ist hochzeit für viele der pflanzen.
heute war es mein anliegen, pflanzen aufzuspüren.
ich bleibe auf der unteren ebene, ruhe nahe bei meinem steinkreis, und weil die sonne stärker hervor kommt als angekündigt, belasse ich es dabei und schleiche wieder davon.
für einige der pflanzen habe ich rat erbeten bei JÜRGEN FEDER, dem extrembotaniker. siehe auch FEDERS FABELHAFTE PFLANZENWELT. taschenbuch bei rororo.
ein danke dafür
engel rosadora – aus dem buch MAL MIR EINEN ENGEL – wurde zum entwurf für einen grabstein für danielas großmutter…
Am 13.07.2015 um 15:36 schrieb Daniela Garcia:
Hallo rosadora!
Nun endlich haben wir es geschafft und den Grabstein für unsere Oma fertig.
Vor längerer Zeit hatte ich dich ja gefragt, ob ich deinen Engel dafür benutzen darf.
Der Steinmetz hat nach dieser Vorlage, wie ich finde, einen schönen in den Stein gezaubert.
Dies wollte ich dir mitteilen und im Anhang kannst du sehen, was daraus entstanden ist.
Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit.
Vielen Dank
Daniela Garcia
das ist ja eine wirklich gutgelungene arbeit – gut umgesetzt
danke dass ich sehen kann wie der engel nun fliegt…
gruss und dank auch an den steinmetz
da hast du ja eine gute idee gehabt
und es ist etwas einmaliges entstanden
ich fühle mich geehrt
nun wirst du immer auch an mich
die künstlerin rosadora denken
wenn du am grab deiner großmutter stehst
das ist wunderbar
von der hecke her hat der engel ja einen guten schutz
obwohl er den vielleicht nicht braucht
so denke ich den schutz für den stein
und der engel kann fliegen und wiederkommen
ganz wie er will
ich danke dir für die fotos
und dass du an mich gedacht hast
liebevoll
rosadora
GOLDENE KRONKORKEN – DOCUMENTA 12
Die goldenen Kronenkorken – documenta 12 Leitsystem
vier 5

keines der documenta anhängsel hat mich so in bann gezogen, wie dieser goldene kronkorken zum anstecken. die idee war, dass man anhand dieser kronkorken, die man überall finden kann, den standort bestimmen kann. was getrunken wird, ist von ort zu ort verschieden und an den jeweiligen kronkorken zu erkennen. immer wieder bücke ich mich, sammle sie auf, trage sie mit mir, und lege sie evtl. an einer ganz anderen stelle wieder ab.
hier nun habe ich sie gerundet – eine runde sache also…

Die Idee für den vergoldeten Kronkorken kam von der Designagentur Vier5, die auch das Orientierungssystem für die documenta 12 entwickelte. Sie fanden das Modell für ihre Kronkorken im Frühjahr 2007 in der Mitte des Friedrichsplatz. „Auf der Straße sind Kronkorken ein Symbol unseres Verbrauches. Sie zeigen, wo die Menschen sich aufhalten und sich versammeln. Im Gegensatz zu anderen Arten von Abfall unseres täglichen Lebens ist der Kronkorken besonders ’stur‘. Einmal auf dem Boden abgelegt, ist es fast unmöglich ihn zu entfernen. Und gerade wegen seiner alltäglichen Natur, bleiben wir fast blind für sie – noch zusammen bilden die Kronkorken ein „unsichtbares“ Orientierungs-system in der Stadt „.

Jetzt sind die alltäglich verwendeten Kronkorken ein Schmuckstück, das auf der ganzen Welt verbreitet ist, zum Emblem der Ausstellung verwandelt. Besucher können diese Kappen in Form einer Anstecknadel in dem documenta-Shop für je 2,50 € kaufen, und sie durch das Tragen zu einem integralen Bestandteil eines subtilen Orientierungssystem selbst werden lassen.

