
die grossen, braunen blätter der magnolie verbiegen und winden sich herbstlich zu kleinen näpfchen oft oder zu einer schale. sie fangen wasser auf, das leuchtet und spiegelt, wenn die sonne herauskommt – wasser vom himmel… Continue reading

die grossen, braunen blätter der magnolie verbiegen und winden sich herbstlich zu kleinen näpfchen oft oder zu einer schale. sie fangen wasser auf, das leuchtet und spiegelt, wenn die sonne herauskommt – wasser vom himmel… Continue reading

herbst spiralt
hinab
rennt die wege entlang
und übers gras
legt sich als teppich
behutsam über die erde
lässt sich einfangen von ihr
und beschützen
verwandelt sich
in winter und frühling
in einer bunten feier
verabschiedet er sich
herbst Continue reading



…
ist es ein lebendig wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als eines kennt?
…
joh. w. goethe

im alten china waren die ginkgoblätter und –nüsse
lange zeit das zahlungsmittel.
das sollte man doch wieder einführen und die banken und die zinsen und den ärger damit abschaffen…
s. ginkgo museum weimar
die farben im oktober – ein rausch.

heute erst entdeckte ich das gedicht von carl zuckmayer, der im überschwang durch den oktober ‚rauscht’, wie er heute (der überschwang) in der lyrik so nicht mehr geäussert wird. knapp sind die äusserungen und haben ihre berechtigung – knapp aber sind auch die wahrnehmungen und empfindungen geworden, wo es um naturerlebnisse geht.
natur – unsere lehrmeisterin, unsere trösterin, energiespenderin, begleiterin – ewige mutter, von der wir kamen, die uns erwartet am ende unserer zeit… Continue reading

lege oder setze dich unter einen laubbaum. suche dir zwei schöne blätter aus und bedecke damit deine stirn oder deine augen. lasse bilder entstehen, wie das kleine blatt, noch ganz knospe, heraus will an die sonne, an den wind, den regen trinken möchte und erfahren, was tag ist und was nacht, wieviel zeit es draussen verbringen wird in einem jahr, ehe es sich wieder ins innen zurückzieht.
sei du selbst ganz blatt und schnuppere den duft, den es verströmt und präge dir ein, wie eine birkenblatt riecht oder das eines ahorns.
nimm diese gefühle in dich hinein und trage sie mit nachhause, damit du noch eine weile davon zehren kannst. Continue reading

Liebe Rosadora,
vor einigen Monaten habe ich Sie bei Hassan im Allee Cafe kennengelernt und Sie sagten mir Ihren Internetauftritt. Seitdem bin ich regelmäßige Besucherin, vor allen Dingen Ihres Tagebuches.
Ich bin immer wieder tief beeindruckt und tief berührt von Ihren wunder-vollen Bildern und Ihren Worten. Es ist für mich eine Insel im Alltag. Egal, ob es mir gut geht oder ich einen Anker brauche.
Von HERZEN sage ich Ihnen : DANKE dafür, dass ich es wissen darf, wo ich Ihre Bilder und Worte finde.
Wir sehen uns vielleicht mal wieder im Allee-Cafe. Ich würde Sie jedenfalls gerne ansprechen.
Mit vielen herzlichen Grüßen
Ihre Doris Hofmann
…wäre ich heute früh für meine massage angemeldet, aber stattdessen wickele ich mich hinein in die bunten blätter, in die wärmenden sonnenstrahlen, bin im farbenrausch, in dem rausch, in den ich mich flüchte, da ich weiss, dass alles kühler und kälter wird – sozusagen sammele ich farben und gedanken für den winter, wie frederik in seiner mausegeschichte.
Ein tragender beweis auch, dass farben und licht und wärme erheitern und der seele gut tun, soooo guuuuut. Continue reading

nichts geht zuende, alles geht weiter und weiter und immer weiter.
die blätter vom baum, auf die erde, ins wasser, ins ….
der kreislauf ist ohne anfang und ende, er dreht und dreht und dreht sich. ganz schwindelig wird mir bei den gedanken – denn ich drehe mich ja mit… Continue reading

wer es könnte
die welt
hochwerfen
dass der wind
hindurchfährt
hilde domin
werfen, wie man getreide hochwirft, um die spreu von den körnern zu trennen. Wenn das ginge – die welt hochwerfen, dann wäre jetzt der geeignete zeitpunkt dafür – hoch und höher, damit die ‚spreu’ sich verfliegen möge in alle winde und noch viel höher, damit sie sich an anderem ort nicht niederlassen kann. Mögen die winde sie fressen…
wir kehren ein im wort, wir finden uns im wort, finden uns selbst
denn wir essen brot
aber wir leben vom glanz
uralter urwald
sababurg

eigentlich müsste ein so vergehender wald traurig stimmen. doch die traurigkeit stellt sich nicht ein. so viel stärke, so viel aufrichtigkeit und anmut, so viel bewundernswerte vielfalt von werden und vergehn. bäume sind vorbilder in der ausprägung ihrer eigenheiten und jeder baum überzeugt. dieser grosse da, wie er sich reckt und streckt, dem himmel entgegen, in seiner vergänglichkeit. bis zur vollkommenen unsichtbarkeit lebt er und hört auch dann nicht auf zu existieren.
er hat sich verwandelt in etwas anderes. er lebt weiter in den erinnerungen der menschen.