ästhesia war eine vorzügliche musikerin. sie war 18 und spielte neben einstudierten klassischen stücken vom ersten tag ihres musikstudiums eigene kompositionen. musik war ihr leben. sie spielte gern, üben war kein thema, alles klang gekonnt und wohltemperiert. schon immer hatte sie beim hören und spielen von musik geschmackswahrnehmungen. in letzter zeit verstärkten sich diese unerhört. ihr lief wasser im mund zusammen, wie wenn man in eine zitrone beisst. Continue reading
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einen strich ziehen…
das penetrant misslungene würde mir meine grenzen zeigen. das reich der schönheit zu betreten, ist oft von grossen enttäuschungen begleitet. der strich ist zu lang, zu wuchtig, zu dunkel, entstellt das gesicht, macht es zur fratze. also, lieber ein blasses gesicht als ein verunstaltetes. du gehst zu einer spezialistin und stellst fest, sie ist alles andere als das. zwar kann sie dir einen permanenten strich verpassen, auch sachgemäss, aber sie hat kein gespür für dein gesicht. selten nur schaut ein mensch einen anderen wirklich an. kennst du die augenfarbe deiner freundin? sei ehrlich. und sich in ein gesicht einfühlen können, damit der strich dieses einmalige nicht durchkreuzt, das ist eine kunst.
der mittelstreifen ist eine klare sache. er hat zu sein und das nach vorschrift.
breite, länge, unterbrechung – alles ist festgelegt. er begrenzt deine fahrbahn, er zeigt dir, wos lang geht. du könntest ja auch die strasse nach lust und laune befahren wollen, so, wie du das auf strassen ohne begrenzungen gern tust. du schneidest die kurven, fährst in der mitte, auch mal zu weit links und hast das gefühl der freiheit. ich weiss nicht, ob eine begrenzte oder eine strasse ohne diese mehr gefahren birgt. die eine schaut gern selbst, wos lang geht, was die strecke interessant werden lässt, aber enorm viel mehr aufmerksamkeit braucht. der andere fühlt sich sicherer durch die begrenzung und nimmt die langeweile inkauf und hat gern, wenn man ihm den weg weist. das erfordert weniger mühe und ist bequemer.
die sache soll ruhen – aus, fertig! lass es, wo es ist. hols nie wieder hervor.
oder das thema ist beendet. es gibt nichts mehr zu sagen.
gib endlich ruhe – alles ist gesagt.
einen strich unter eine sache zu ziehen, ist oft nicht leicht. es erfordert den wunsch von allen, die etwas mit der sache zu tun haben. die einen wollen noch streiten, den anderen geht die sache längst auf den keks, und die nächsten finden, sie wäre at acta zu legen, weil sie überhaupt nicht von bedeutung ist.
die striche können beruhigen, verletzen, ignoriert werden. jeder strich muss hervorgebracht werden. striche in der natur gibt es nicht…
nicht beschlabbern…

sprichwörter beruhen auf erfahrungen von generationen. ‚du darfst es nicht beschlabbern’ ist so eines. auch eines, das sich bewahrheitet hat. gestern schrieb ich von den ‚schönen tagen’. und wie das so ist, dachte ich schon gestern an dieses ‚beschlabbern’. das wetter ist umgeschlagen, die ‚reihe von schönen tagen’ unterbrochen. auch der gedankenfluss ist bei trübem wetter etwas zäh. es ist, als läge etwas beschwerendes auf meinem hirn. die müdigkeit sitzt gleich nebendran. die glieder fühlen sich bleiern an. Continue reading
dieses hier…

dieses hier ist weich wie seide
jenes dort ist stumpf und grau
dieses hier kann noch nicht fliegen
jenes dort läuft ungenau
diesem werden federn wachsen
jenes dort wird schwanenweiss
dieses schwingt sich in die lüfte
jenes schwimmt davon ganz leis
alle kleinen tiere wachsen
grösser werden sie und gross
aus dem schwänchen wird ein schwan dann
schwimmt und fliegt – es ist famos
woher…
wortstelzen…
den blauen see…
den blauen see
am himmel suchen
die sterne
im spiegel der bäche
mit dem mond unterm arm
gehen durch die nacht
die sonne wegschicken
in ein anderes land
mondausflüge
zu schwer…
alle wege…
auch der weg in einem kreis ist gerade, wenn der kreis gross genug ist.
nichts ist so entmutigend, wie ein gerader weg. du denkst, du hast das ziel vor dir, und siehst doch nur den horizont. bei einem geraden weg verlierst du schneller die geduld, deinem ziel näher zu kommen – näher, aber nie nah genug. es ist sehr ermüdend, einen geraden weg zu gehen. Continue reading
ich liebe…