wesensfremd…

wesensfremd ist mir jeder andere mensch. fremd im anderssein. du meinst, eine annäherung durch gespräche könnte abhilfe schaffen. als wenn ich das nicht versucht hätte, wieder und wieder – endlose gespräche. kleinere versuche, das gesagte zu verstehen, grosse anstrengungen redewendungen zu entschlüsseln, hinterfragen und abermals hinterfragen. Continue reading

ich hab mich vergessen…

‚ich hab mich vergessen. irgendwo ist mein name liegengeblieben…’
Das suchen hat schon begonnen, lange vor meiner zeit. Ich werde gerufen mit falschen namen. alle fliegen an mir vorbei. sie finden mich nicht. sie hängen in den lüften. erhalten keine antwort. schon von anfang an haben sie gesagt, das bist du. aber sie irrten. Continue reading

‚ich bin, weiss nit wer…’

Ich bin und weiß nicht wer.
Ich komm‘ und weiß nicht woher.
Ich geh‘, ich weiß nicht wohin.
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!

Wenn ich wüsste, wer ich bin.
Wenn ich ging und wüsste wohin.
Wenn ich käm und wüsste woher.
Ob ich dann wohl traurig wär?’

wenn ich wissen will, wo eine herkommt, meine ich nicht die stadt.
wenn ich wissen will, wohin sie geht, meine ich keinen ort, der auf einer landkarte zu finden ist.
wenn ich wissen will, wozu, finde ich die frage zu indiskret, weil sie nicht wirklich und schon gar nicht ehrlich zu beantworten ist. Continue reading

was der welt im weg steht…

was der welt im weg steht ist die welt selbst – so, wie ich mir manchmal selbst im weg stehe – oder fast ständig? welt stolpert über die eigenen füsse, also das, was man als füsse bezeichnen könnte – das fundament. das fundament – es wird wackelig und wackliger mit jedem neuen tag. die menschen beschmutzen es täglich und räumen ihren unrat nicht wieder weg. wohin denn auch. hinaus aus der welt? Continue reading

‚es kommt vor, dass man im spiegel sich übersieht…’

rennt er an mir vorbei, der spiegel, oder ich an ihm? er spielt sein spiel mit mir. den scharfen blick verweigert er mir durch entzug. er entzieht sich mir. aber wie – wie macht er das? heute hat er sich ganz in schweigen gehüllt. er ist verhangen, verhangen, wie mit nebel. er verweigert mir mein bild. mein bild von meinem angesicht. ich weiss nicht, ob es mir recht ist, oder ob ich mich darüber empören soll. Continue reading

flügelschlag…

so sachte und leise es fliegt, die anstrengung und lautstärke eines flügelschlages ist nicht zu unterschätzen. es rauscht in den ohren. die kraft der anstrengung daran zu messen, würde den anzeiger, auf einer skala gemessen, in die höhe schnellen lassen. das leichte fliegen – es muss gekonnt sein, fleisch und blut in wallungen versetzen. mein fliegen nicht flucht, sondern ein michhöherschwingen in gefilde, die ich sonst nicht aufsuchen könnte. Continue reading

wen die welt ruft…

wenn dich die welt ruft, musst du gehen. tief hinein musst du gehen in die welt. dich verabschieden von weichen polstern und heimischen gepflogenheiten. hast du ihn vernommen, den ruf, so musst du folgen. es gibt kein entweichen. du musst die beine nehmen, am besten in die hand, und rennen. es wird dich treiben von einem ort zum anderen, so sehr treiben, dass du am schluss gar nicht mehr weißt, wo du gewesen bist. Continue reading

gewitterwolken…

es ist schwül und drückend in meinem herzen. das, was sich da zusammenbraut, gleicht den gewitterwolken am himmel. als müssten diese dunklen vorahnungen sich aufs schmerzhafteste erfüllen! ich hatte gar nicht richtig hingehört, die worte in meinen untiefen versenkt, dorthin, wo wortbedeutungen ihrer zerstörenden kraft beraubt werden, dorthin, wo himmel und hölle im kapf miteinander liegen, dorthin, wo schreckenerregende wahrheiten mit anderem unverdaulichen durch die darmkanäle verschwinden. Continue reading

mit meinem computer

mit meinem computer kann ich sehen
was alles ist in der welt geschehen
er sagt warum es einen regenbogen gibt
nicht warum lilli den paul nicht liebt
mit meinem computer kann ich spielen
er und ich haben lust zu vielem

hat mein freund keine zeit für mich
spielen wir – mein computer und ich
mit meinem computer kann ich dichten
er kann worte aneinanderschichten
stimmt eines nicht schmeisst er es raus
korrigiert mich – ich gebe ihm applaus

wenn ich keinen computer hätte
ich mache mit dir jede wette
fiel mir sicher etwas anderes ein
was ich tun könnte
ohne computerlein

es war ein kamel

es war ein kamel das beklagte sich
über seinen buckel ganz fürchterlich
es sah so überhaupt nicht ein
weshalb es nicht sollt ohne buckel sein

da kam ein anderes kamel daher
dem gefiel das kamel mit dem buckel sehr
und war bisher jedes einsam
gingen sie nun gemeinsam
durch den heissen wüstensand
was ich auch verstand