elbphilharmonie – eröffnung – foto: clara tuschick
stillhalten. sich um nichts bemühen.
nicht um reisen und ruhm,
nicht um liebe und geld.
es kommt, was soll.
zu frühen ruhm soll man fürchten.
in unserer welt ist nichts
ohne preis des verzichts zu haben.
die lange entbehrten sind entbehrliche gaben.
ist man alt,
schätzt man hoch, was man hat:
einen sonnenmorgen im frühen april.
an der birke das erste knospende blatt.
und die freiheit zu sagen: ich will – ich will nicht.
niemand kann mich zwingen,
um geld und ruhm mein lied zu singen,
wenn ich beides nicht brauche.
ich kann drauf verzichten, dass man mich kennt.
ich kann heimlich dichten.
und immer
ist da, wo ich bin, die welt.
eva strittmatter


mehrere jahre habe ich in der schweiz gelebt. wenn meine kinder und enkel zu besuch kamen, gingen wir im wiler schloß essen. mit paul, 4 jahre, schaute ich zwischendrin die räume im schloß an. auf einer fensterbank stand diese besagte pflanze, von der ich mir einen ableger nahm. man muß sie sich selbst beschafft haben, sonst gehen ableger nicht an – sagt man.
nienstedter friedhof hamburg






der gestürzte ist ein teil eines drillings – herausgebrochen gibt er eine große wunde frei. zweidrittel stehen noch. ob die eine chance haben und sich gegen starke winde halten können… gestürzter stamm und die anderen zweidrittel sehen gesund aus – kräftige baumwesen, aber im inneren hat es gefault, hat sie auseinandergerissen. kraftvoll die noch aufrecht stehenden stämme, kraftvoll auch noch der liegende teil des baumes. bäume haben kraft im leben und im sterben.
der raureif zaubert kleine kunstgebilde. sie sind einzelerscheinungen und zeigen sich, wenn sonst nirgendwo sich raureif niedergelassen hat.



