
einen mantel fürs herz
für die anstrengenden tage
des knospens und blühens
und
eine antenne
himmellang
für falschgeleitete
frühlingsgefühle

einen mantel fürs herz
für die anstrengenden tage
des knospens und blühens
und
eine antenne
himmellang
für falschgeleitete
frühlingsgefühle
vor den toren der stadt
graue wände bunt
abgelegen und unter brücken
suspekt
aber nicht ungewöhnlich
farbig
aber nicht schrill




die gespräche der bäume
wogen
grüngefärbte baumworte
hangeln sich
von baum zu baum
ich versuche
die baumphilosophie
ganz baum werden
damit ich verstehe
frühlingslied
du schönes


prächtig – die tulpe
sie erhellt mir
meine seele
frühlingsgeschenk
so wolkenleicht
so lichterloh
prächtig – die tulpe
dem stein
einen blick schenken
ihm entgegentreten
schaun
wo seine seele
in ihm verborgen liegt
ihn fragen
ob ich ihn berühren darf
tief in mich
legt er eine sehnsucht




was mag er sinnen
mag er sich sonnen
den langen tag
und auch die nacht
hat er verbracht
hinweg sein weiter blick
über der menschen geschick
in den häuserzeilen
muss er verweilen
Vöglein im hohen Baum,
klein ist’s, man sieht es kaum,
singt doch so schön;
daß wohl von nah und fern
alle die Leute gern
horchen und steh’n,
horchen und steh’n.
sie flog nicht weg als ich ihr das lied nachpfiff – sie antwortete mir.
stadtvögelein…

sag
was dir einfällt
nimm die zwei grazien in augenschein
frag sie
sag etwas
die kopfbedeckung
nicht unbesehn

dem farbenspiegel begegnen
wieder und wieder ein bild ziehen
hineinfallen
wie in einen tiefen see
und schwimmen

mc cracken
die herausforderung besteht nicht darin, zurechtzukommen, sondern nicht zurechtzukommen, d. h. jeden weg allein zu gehen, jeden massstab selbst zu gewinnen, jeden wert selbst zu erschaffen.
aus
deutschland r e i s e
roger willemsen