FRAUNHOFER BAUSTELLE – 20. MÄRZ 2020….

STANDORTTEILUNG….

SUFIAN war oben und ich unten – also sufian auf dem dach und ich am boden. sufians bilder von oben sind schon im blog, meine hier und jetzt…


glas ist zerbrechlich – glas spiegelt, reizt zu erkundungen, schützt vor sonne und licht und sicher noch viel mehr. dieses ist dreifach, gibt ein dreifach schönes foto – wie kunst eben.

auf diesem kran gab es kürzlich einen unfall – nun neu belebt. der kraner klettert in die höhe, macht eine pause. sufian und ich schauen gebannt ob dieses aktes, stellen fest, ganz schön anstrengend…

dem kran ein besonderes augenmerk – er geht ende des monats vom gelände. die kranerei wird mir fehlen – sie habe ich immer besonders beachtet und  beobachtet und wäre gern einmal im hängekorb über die baustelle geschwebt, um sensationelle fotos zu erwischen. erlaubt wurde es mir nicht (sie kennen nicht den aufschrei der besonderen bildnarren). also dann, kran ade. beim abtransport werden mir die tränen kullern…

und die geschichten… immer interessieren mich die geschichten, die sich dann ereignen, wenn ich spontan auf die menschen zu gehe. h. hebt seine hand. er möchte jetzt nicht fotografiert werden, sagt, komm am samstag, da habe ich mich fein gemacht, anzug an undso… also, ich bin da am samstag, ist doch klar, bei so viel energiefreudigem fotografiertwerdenwollen.

bei dem blaumützigen darf ich fotografieren, wie er den besonderen putz anmischt.

das kompakte fahrzeug fällt mir auf und der mann mit der kappe von der firma westermann findet sein gefährt handlich für baustellen. ein lächeln und ade.

hier ist was los. von außen sieht man es nicht, aber innen wuselt es, rollert auch und krant und schleppt sich.

FRAUNHOFER BAUSTELLE – 20. MÄRZ 2020….

TAG- UND NACHTGLEICHE….

ganz unverhofft
ein leises winken
verzweigt die botschaft
äste machen sich
auf den weg

ein gedicht wollte ich schreiben, aber der beton klebte nicht nur an den wänden.
die tag- und nachtgleiche ist aber auch hier zu spüren. deutlich länger sind die tage – die tage und die nächte gleichlang. das hat mich regelrecht überfallen. die warmen vortage liessen mich schon weit, weit tiefer ins frühlingsbeginnen fühlen.
die bäume sind vorsichtig, sie lassen sich nicht täuschen. ein bißchen sonne – naja…
in diesem jahr fängt mein frühjahr auf der baustelle an – nicht im urwald, wie all die jahre. ich tröste mich damit, dass die ursache eine wetterbedingte – sturm – ist und nicht meine beine, die mir streiche spielen – mal so, mal so… die baustelle hat auf sie, meine beine und meine intension, eine besondere anziehung. naja, dazu brauchts den frühling nicht unbedingt. zwischen die aufstrebenden fraunhofer gemäuer lockt es mich immer. aber bauleiter möchte ich nicht sein, wie reinhold vermutete. das fotografieren hat schon seine besonderen reize. bilderfinderin eben…

FRAUNHOFER NEUBAU – 18. märz 2020…

S U F I A N als fotograf…

,Von mir aus ist das kein Problem, wenn Du Sufian zum Fotografen ausbildest’ schreibt reinhold, der bauleiter.
es ist eine lösung – wenn auch nicht meine. weil ich nicht aufs dach darf, wegen der gefahren, die da lauern und, naja, wegen… ich nehme die hilfe gerne an. hilfe annehmen, das ist in meiner situation auf doppelte weise sinnvoll. arbeitsteilung akzeptieren. es ist und bleibt mein projekt.
100 fotos sage ich zu sufian und…. er kommt mit weit über 100 fotos vom dach. und nicht nur das – er ist ein guter schüler – hat viel gelernt beim beschützen und mitlaufen und schauen. vor allem beim schauen. sufian hat einen aufmerksamen blick, hat gespür für dimensionen und spannungen. viele gute blickwinkel hat er erwischt, fotos gemacht, die mir gefallen. vielleicht wars ein anfang – für was auch immer…
er war auf dem dach – vielmehr auf den dächern und auf den gerüsten, hat über den rand hinausgeschaut, oft weit ins umfeld und in ziemlich kurzer zeit. allmählich wird er herausbekommen, dass man ruhe braucht, um auswählen, um speziell gucken, den blick richten und korrigieren zu können, obgleich manchmal auch etwas blitzschnell erfaßt werden muß – je nach dem…
ich bin sufian dankbar für seine spontane hilfe und hoffe, dass ihn die begeisterung und das interesse fürs fotografieren gepackt hat. und gern komme ich auf seine hilfe zurück.

FRAUNHOFER BAUSTELLE – MÄRZ 2020…

DER KRAN IST WEG…

REGEL regelt alles – schafft sogar einen kran von ungeheurer und beeindruckender höhe in die kniee, weg vom platz. ich sah ihn schon als dauerhaftes bauelement an. er war mein liebstes fotoobjekt – er schwang sich durch die lüfte – tanzte den kränetanz – winkte mir zu. immer war er da, an seinem platz. dass er einmal nicht mehr da stehen würde, konnte ich mir gar nicht vorstellen. es ist eine große enttäuschung für mich, zumal er schon abgebaut war, als ich am mittag vorbei kam. heulen half nicht. es galt, die situation zu akzeptieren. darum geht es eigentlich immer im leben – alles wieder und immer wieder neu.

regel täuschte einen neuen kran vor, aber er war so ganz anders. starr – einfach nur starr und vielleicht stark, das ja. ich fotografierte ihn, als sei er der alte, mein kran. er konnte mich nicht beeindrucken..

so ein gewusel – und gleich ist alles vorbei…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – FEBRUAR 2020 II…

BEWÖLKT UND BESONNT…

schöne fotos passieren einfach… blitzschnell mein blick und… da ist bewegung drin – die wolken spielen mit.

und die menschen. sie erstellen das baukunstwerk. sie wuseln bei sonne regen und wind. kommen von überall her und es klappt besser als beim turmbau zu babel. ich bewundere ihr tun. ob sie dabei immer nur freude haben, sei dahin gestellt. ich begrüße sie mit handschlag und zeige meine bewunderung durch ein lächeln. winken ist auch eine möglichkeit. gestern erklärte ich einem arbeiter das wort WINKEN. er gibt mir kund, dass er mich nicht verstehe. mit gesten und zappeln erkläre ich das wort WINKEN. winken ist eine wortlose geste, die jeder versteht.

arbeiten am bau hat viele facetten und oft haben die arbeiter die arbeiten, die sie verrichten sollen, noch nie gemacht. das stelle ich mir kompliziert vor. fotografieren hat auch viele facetten. die wahrnehmung und das sehenkönnen spielen dabei eine enorme rolle. schnell mußt du auch sein, wie bei so einem blitzfoto…

und die arbeiter beim werkeln. mal ist es warm, mal ist es kalt, heiß oder regnerisch. es gibt kein entkommen. den großen bau sieht man wachsen, die vielen kleinen arbeiten übersieht man gern. sie sind einfach schlechter zu durchschauen, geschweige denn, zu begreifen.

alle haben irgendwie neue jacken an, so scheint mir, wie ich auch, von der firma hornbach. ihre sind in china gemacht – meine in deutschland – geht doch… die ai weiwei-westenkunstaktion mit der HORNBACH wird noch viele debatten auslösen, denke ich mal…

sufian zeigt mir noch die große halle. hier wird in zukunft experimentiert, geforscht und probiert. und alles wird von oben begutachtet und besehen werden.

und die roten räume – in schw.weiß nicht zu erkennen. sie sind jetzt rot, bleiben aber nicht rot. es ist nur die farbe einer vorstreichfarbe. sehr beeindruckend und für einen bau aussergewöhnlich und freude bereitend…

rund – hoch – eckig – formen- und farbenkunde auf höchstem niveau – so frau will…

ja, ich will – und dementsprechend fällt die zahl meiner vergleichsfotos aus. alles will gesehen werden – alles auch beachtet. es gibt keine tote materie und das lässt sie mich, die materie, hier deutlich spüren. sie lockt mich, fordert mich auf und heraus. stunden könnte ich hier verbringen und meine blickwinkel ständig verändern. allein, ganz allein möchte ich stöbern und finden, ohne auch nur die geringste angst des verlorengehens. die materie weiß das auch und sie tolleriert das und mich auch. das ist ein gutes gefühl. die bilder sprechen davon………

FRAUNHOFER BAUSTELLE – 25. FEBRUAR 2020 …

…UNTER BEWÖLKTEM SONNENHIMMEL…

 höher geht es nun nicht mehr. man ist ganz oben angekommen. da hinauf geht es für mich nicht. sufian sagt, es liegt und fliegt so viel zeugs herum. da werden die gerüste  abgebaut – das ist gefährlich. fast bin ich traurig, und dann gibt es doch noch einen höhepunkt für mich.


die galerie zum steigen und sitzen, noch im entstehen, aber schon vorstellbar. in gedanken fülle ich sie mit menschen, die hier neugierig auf die bilderwand schauen. ich denke mir hier meine fotoausstellung und spule ab, wie das sein könnte. und filme – unbedingt filme…

viel luft nach oben – das ist gut. langsam eröffnet sich in mir ein bild von den noch entstehenden räumlichkeiten. und mit menschen belebt ist es für mich ein guter ort…

fortsetzung: nächste seiten

FRAUNHOFER BAUSTELLE KASSEL…

ZUSAMMENBRUCH und WIEDERAUFBAU…

die einmaligkeit der bilder im zusammenbruch besteht u. a. darin, dass sie nicht wiederholbar sind. der abbau des zoll- und verladebahnhofs kassel bot mir solche bilder in hülle und fülle, nicht zuletzt deshalb, weil ich fast täglich auf der baustelle war, um das ganze zu beobachten und um zu verstehen. ich verstand, dass letzte teile des vom krieg zerstörten und versehrten kassels hier niedergerissen wurden – unwiederbringlich.

in meinem film sage ich, dass in allem hässlichen auch etwas schönes zu finden ist und man es nur so ertragen kann. fotografisch gesehen setzte ich mit überdimmensionalen wolkengebilden noch ein sahnehäubchen drauf. so entstanden unwahrscheinlich schöne bilder.

diese dimension gelingt mir nun bei meinem wiederaufbauprojekt nicht. zwar schätze ich auch hier das spiel der wolken und fange sie mit ein, aber die gleiche wirkung haben sie lange nicht.

wiederaufbau – in dem ausmaß, wie ihn fraunhofer werden läßt, ist ziemlich langwierig und streckenweise auch sehr langweilig. immer bleibe ich an den scheinbar nebensächlichen dingen hängen, wie materialien – noch nie gesehenen und mich verführenden. art und farben und formen finde ich überwältigend, die den wiederaufbau in der betrachtung sehr zähflüssig gestalten.

das staunen hört nicht auf. immer neues fällt mir ins bild. eine große zerknautschte plastikplane, sich in einer noch größeren wasserlache spiegelnd – das ist für mich kunst. kunst, die überrascht, sich in meinen blicken einschmeichelt – nebeneffekte, die einfach da sind und mich erfreuen. und davon gibt es genug.

vielleicht sollte ich nach beendigung des werkes – das für mich auch ein kunstwerk ist – ein bild vom fertigen gesamtbau einstellen, um für ungeduldige den wiederaufbau zu dokumentieren.
und noch eines vom abbau, damit das ab und auf sichtbar wird.

…Kassel und seine Nachkriegsgeschichte lieferten dafür ein historisches Beispiel… sagt caroline bakargiev bei der 13. documenta.
und hier – das beispiel noch einmal sichtbar gemacht.
rosadora

FRAUNHOFER NEUBAU…

MITTENDRIN…

manchmal bin ich verliebt in meine bilder – wie sie mit der landschaft – mit den anderen objekten sich arrangieren oder arrangiert wurden – wie sie sich mit ihren farben bei mir einschmeicheln. dieser rot/schwarze stapel mit den neuen fenstern, sie legen sich mit der
firma im hintergrund an, die dauerrecht zu haben scheint – und gewinnt. bei mir jedenfalls. die treppe – umschmeichelt von grau in grau ichweißnichtwas hat auf mich auch einen besonderen reiz. grau ist eine nicht unbedeutende farbe – auch im bauwesen nicht…

und nun das runde – es ist überall, wenn du willst. es dreht und schwingt – für mich macht es für ein paar sekunden halt. danke.

die vielen kleinen schornsteine – was sie wohl bewerkstelligen – machen meinem molkereischornstein keine konkurrenz. er schiebt sich überall dazwischen. gut gemacht…

den kleinkram noch – den so farbenfrohen  – nägel – flex – schippe und würthigen steinen ist alles mit drin im großen baugeschehen. sie necken mich – wollen beachtet werden. na, und ob…

FRAUNHOFER NEUBAU…

EIN NEUES JAHR…

mittagspause im gänsemarsch – kein nebeneinander – kein miteinander – das läßt tief blicken…

weiß die wände vor strahlendblauem himmel – an klarheit nicht zu übertreffen – mit blick ins nördliche kassel und ausschau und überblick ins innere…

hoch – und noch nicht hoch genug.

westen – norden – süden … das AA ist nicht zu übertrumpfen. es ist und bleibt im bilde – oder…

und das uneinschätzbare material…

es ist eine riesige baustelle. es gibt viel zu sehen und alles möchte ich sichtbar machen – dadurch wird es zur kunst – für mich.

ein neuer artikel, damit es nicht ermüdet.