BIOTOP BAHNHOF…

EINST LADESTRASSE…

vorderseite

rückseite

plattgemacht

und heute…

BIOTOPE

oft zwischenakkorde und selten beachtet, überraschen mich immer wieder ob ihres ideenreichtums und vielfältigkeiten. die mich verwirrende frage ist, wo sie diese – fast kann man sagen BIOVERSITÄT – versteckt halten. lange zeit sind sie in dunkelheit und abgrund verborgen, um dann, sobald sie wieder ans licht befördert werden, fast zu prahlen mit irgendwie nicht erklärbaren blumen und gewächsen. wie lange hält ein samen das aus – vergraben und vergessen worden zu sein – wo und wie verbirgt er diese ausdauer.
hier am bahnhof gab es schon einige biotope – erst vor dem abriss des zoll- und verladebahnhofs. da erklärte sich die vielfalt wie von selbst durch seine beständigkeit über jahre.
nach dem abriss eine pause bis zum beginn des fraunhofer baues. staunen macht mich diese sprunghaftigkeit – wie herausgesprungen kommen sie – die blumen und pflanzen und hier sogar die bäume, die an größe mich immerhin in der kurzen zeit überwuchsen. nach der steten bebauung nun kein biotop mehr.
dafür in der einstigen ladestrasse – heute beuys strasse – der helle wahnsinn. nicht nur aus erde, sondern aus einem splitbelag heraus gelang es ihnen, in kürzester zeit diese fläche – gegenüber der fraunhofer baustelle – zu bespielen – könnte ich fast sagen. in diesem jahr zwar hohe pflanzen und büsche – doch in ihrem wachstum durch die trockenheit gestört und auch aufgehalten. vor zwei jahren noch freude durch das ausbrechen der kleinen pflänzchen – in diesem jahr dann die große enttäuschung durch die trockenheit.

FRAUNHOFER NEUBAU am bau …

WIE EIN SPÄTSOMMERTAG…

nicht ganz schlecht – an so einem sonnentag auf dem bau zu arbeiten – wenn auch keine ganz einfache arbeit. sie haben noch ein paar arbeiter zusätzlich angefordert, damit sie voran kommen – jetzt sind es mehr als 40. räume entstehen – ich meckere, dass sie so winzig sind – bei all der größe insgesamt…

zuallererst die arbeiter…

stahl und beton – so wahnsinnig viel – du glaubst es nicht… es gibt keine pfade – klettern ind steigen ist angesagt. zum glück kann ich das heute. das ist nicht immer so. ich bin fast glücklich. immer bin ich glücklich zwischen diesem gewühle, in das ich mit meinen fotos eine ordnung – meine ordnung – einbringen kann. das ist meine art zu bauen. ich schaue mir fast die augen aus und kann nicht so lange fotografieren, wie ich gern möchte. sufian, der mich wieder herumführt, kann ich nicht ewig lang belegen. auch reicht meine energie nicht wie ich sie gern hätte.

und die feinarbeiten – das zänglein an dem verbund…

an anderer stelle…

noch mehr stahl – ein stahlkäfig… (es ist der grund eines fahrstuhls…)

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FRAUNHOFER BAUSTELLE…

WEITER UND IMMER WEITER…

MEIN KRAN TANZT…

stolz erhebt er sich über mir bis in den blauen himmel hinein und dann beginnt er zu schweben, zu tanzen gar.
leicht und grazil bewegt er das gelbe holzbündel durch die luft. er schwenkt es, als hätte er nur vor zu schwenken und immer weiter es nur zu schwenken, wie ein karusell, hoch und höher und einmalig. er muß das bündel herniederlassen und dann ist das schauspiel vorbei.
stundenlang könnte ich diesem kran zuschaun. das schweben in den lüften bergeistert mich so, dass er, der kran und sein schwenken, zu meinem lieblingsobjekten wurden und mich immer noch mehr entzückt.
einmal über dem grundstück schweben – das wärs…


Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG – das schwarze gebäude im hintergrund und immer gegenwärtig – und der weiße betonfahrwagen im vordergrund bilden nicht nur farblich einen kontrast. sie sind auch firmenmäßig stark industriell orientiert und haben damit etwas gemeinsames, auch wenn auf dem fraunhofergelände keine panzer gefertigt werden. beim fotografieren begeistern mich an erster stelle formen und farben.

und immer wieder das wahrzeichen – der schornstein der firma linns – ein überbleibsel aus molkereizeiten. er ist oft mittelpunkt, scheint zu beobachten, was sich da tut. schon beim abbau des alten zollbahnhofs war er immer dabei. er wird so schnell nicht weichen. das abreissen ist zu teuer, deshalb wird er für funk- und sichtachsen vermietet.

 

AM FRAUNHOFER NEUBAU…

REGENLIED…

wieder dieser kampf – nicht schon wieder am bau zu fotografieren. aber da ist es schon geschehen. ich sehe diesen rotgelben quader und lege los. der himmel ist grau und es grollt. da bin ich schon unterwegs.

als die ersten regentropfen fallen, weiß ich, das ist mein tag. ich halte mein gesicht offen, den tropfen entgegen, die erst sanft und dann immer stärker herabprasseln und genieße – genieße diese sommerregendusche. als der regen dann übermütig wird und andauert, setze ich mich unter das dach der resthäuser in der ladestraße und warte ab.

auch die arbeiter sind geflohen, haben sich untergestellt.
ich habe meinen spass und versuche – regentropfen vor abgrenzwand – sehe sie auf der straße hüpfen. das geräusch von aufplatschenden tropfen auf autodächern gibt die musik dazu.

irgendwann hört es einfach auf zu regnen – da habe ich meine bilder längst im kasten und das muß reichen. erlebnisse – ganz in der nähe – und der himalaya reizt mich überhaupt nicht…
17 jahre – mit einer ausnahme – nicht geflogen und nichts vermißt.

FRAUNHOFER NEUBAU…

JETZT GEHTS IN DIE HÖHE…

DIE KUNST AN ERSTER STELLE

durchaus auch politisch kann man dieses bild sehen – überall auf der welt querelereien – grenzen – sperren -gefesseltsein – verrostete ansichten – und und und…

da lohnt der abstand. meine mutter sang auf ihrem sterbebett – Über den Wolken
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …. Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein …

ich gehe nah heran, um besser sehen zu können, einblick zu erhalten, um zu verstehen, was neu bauen bedeutet. schleiche am zaun entlang, treffe shehi von der firma ZÜBLIN, welche den neubau sozusagen unter sich hat. mit shehi, wohl hier der bauleiter und zuständig für die korrektheit der ausgeführten arbeiten, halte ich einen schwatz. er interessiert sich auch für das, was hier vorher war – der verlade- und zoll-bahnhof. solche begegnungen sind mir wichtig, menschen, die sich interessieren sind mir wichtig und da kommen schon einige zusammen. ich verweise auf mein blog – www.rosadora.de – und dass er da nachlesen kann, wie das ist von wegen – EIN BAHNHOF VERSCHWINDET mit dem gleichnamigen film dazu. alles ist verschwunden – nichts verschwindet…

die arbeiten in die höhe gehen schnell voran, so scheint es mir, obwohl urlaubszeit ist und nicht allzu viel arbeiter am bau sind. und auch meine motive scheinen aus der erde zu wachsen.

FRAUNHOFER NEUBAU KASSEL…

…UND EIN VERDAMMT GUTES TEAM

8 uhr. sufian wird mich heute über das baugelände begleiten. ich habe ein wenig schiss, weil ich längere strecken nicht laufen kann. sufian hat eine idee. er trägt für mich den papiereimer mit. auf dem kann ich umgedreht sitzen und pausieren. er ist der geduldigste mensch, den ich kenne.
wege gibt es nicht. sufian geht schon mal vor und testet, ob da ein durchkommen ist.
die zisterne ist mir völlig neu. dahin kam ich bisher nicht, weil die kampfmittelbeseitigung ein nichtfotografiertwerden forderte.
es ist ein riesiges ding. auch reinhold ist plötzlich bei uns. er erklärt, wie die zisterne funktioniert. hier wird regenwasser von den dächern gesammelt und wieder zurück in die gebäude geleitet. die räume werden durch verdunsten von regenwasser gekühlt. leitungswasser ist dafür zu kalkhaltig und müsste erst aufwendig aufgearbeitet werden. als bauleiter kennt reinhold die allerintimsten vorgänge. das ist umfangreich bei so einer riesenbaustelle – erfordert wissen hoch drei.
sufian führt mich bis ans andere ende der baustelle – allein hätte ich mich das nicht getraut – von wegen – ich kann nicht mehr. im westl. teil sind wir aufgebrochen – im östlichen teil sind wir gelandet. doch nun gehen wir über die strasse zurück. über die baustelle wäre für mich zu anstrengend.

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und die kunst…

FRAUNHOFER NEUBAU…

KEIN PARTHENON…

aber es erinnert mich schon an marta sinujins riesengebilde mit den verbotenen büchern auf der d 14. hier sind keine bücher – eher klettergestelle und der durchblick eine verwirrung. ein nicht unerhebliches fotomodell – ich schaue und sortiere und sehe und finde.

der kunst von marta s. macht es konkurrenz. ich vermisse auch die bücher gar nicht. es steht ja geschrieben rapidobat und die farben sind auch harmonisch.

sogar die noch zu verbauenden materialien sind eindrucksvoll gestapelt…

beton – jede menge beton. die arbeiter verteilen ihn am boden – es war zu viel… mit ihren gelben joppen geben sie die farbe ins bild.

FRAUNHOFER BAUSTELLE…

DEM HIMMEL SO NAH…

sie wollen mitspielen – die wolken – sind so neugierig wie ich. halten den regen zurück, damit ja nichts den bach runter gehe. das farben spiel ist auch wieder perfekt – nichts plärrt heraus. und ich bewundere die ordnung, die in all dem chaos sich zeigt – meisterleistung.

und wenn die klobigen bauarbeiterhände dem eisenstabbündel die umhüllung wie ein strümpfchen überstülpen, dann muß ich da solange hinschauen, bis ich die gewissheit habe, ob das alles auch ja klappt – es klappt…

mein mittelpunkt ist dieser erste bauabschnitt, der bis 2020 fertiggestellt sein soll. und wenn erst das dach drauf ist – so es denn eines gibt – atme ich erstmal auf. halbzeit oder viertelzeit oder…

um 14 uhr kommen die arbeiter vom essen – wirkungsvolle pause, um mit erneuten kräften die arbeiten weiter zu schaffen. ZÜBLIN und STRABAG – ich denke immer an straff und stramm – sind die vorwiegenden firmen vor ort. ich kenne sie vom ersten tag des aufbaus…

und mein lieblingsobjekt – der kran in allen möglichen drehungen und wendungen. diesmal die beine des kranführers – sie beweisen ausdauer und feinfühligkeit. wahrscheinlich ist es auf die dauer da oben nicht so romantisch, wie ich es mir vorstelle. ich werde ihn fragen – den kranführer…