SCHATTEN…

wo kein licht ist, ist auch kein schatten –
wo kein schatten ist, ist da auch kein licht.

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der schatten
vor meinen füssen
ich fing ihn ein
er gab eine
ungeheuer gute figur ab
mein schatten
ist nun immer bei mir

ich stehe am fusse des kunstwerkes…

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der Künstlers Jonathan Borofsky realisierte zur documenta 1992
diesen himmelsstürmer.
seinerzeit hatte er eine bessere basis.
der friedrichsplatz gibt zu zeiten der documenta einen
guten standort ab. geräumig, luftig und mitten in der stadt.
jetzt steht er vor dem kulturbahnhof.

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MIT DEM HIMMEL VERMÄHLT…

mit dem himmel vermählt…

mitnichten ist der baum zuerst same,
dann spross, dann biegsamer stamm, dann dürres holz.
man darf ihn nicht zerlegen, wenn man ihn kennen lernen will.

DER BAUM IST JENE MACHT,
DIE SICH LANGSAM MIT DEM HIMMEL VERMÄHLT.

antoine de saint-exupéry

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oft war ich schon hier.
wurde empfangen von diesen wunderbaren eichen.
doch heute ist eine stimmung, wie ich sie noch nie erlebte.
heilig, heilig ist – nein, nicht der herr zebaoth –
jede eiche ist ein heiliger baum.
und jeder andere ist es mir auch.
feierlich war mir die stimmung.
und die nichtgemähte wiese mit den frühlingsblumen,
das war wie ein festlich gedeckter tisch.
ich kniete nieder – aus ehrfurcht – das wäre angemessen.
nein, ich kniete nieder, um zu fotografieren.
man sollte es wieder kultivieren, dieses wort ehrfurcht.
ehrfurcht haben vor der ganzen schöpfung,
die sich hier und in diesem moment mir offenbart,
sich zeigt bis auf den punkt des werdens.
stärke oder schwäche.
wohl beides, und wir sind verantwortlich dafür,
in welche richtung die offenbarung geht.

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TASCHENTUCHBAUM…

oder auch taubenbaum

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bäume vermögen es zu überraschen. der taschentuchbaum mit seinen aparten blüten bringt es immer wieder fertig, mich in verzückung geraten zu lassen. vor gut einer woche war noch nichts zu ahnen von den blüten, den grossen, zarten, so weissen.
sie haben einen sehr eigenen duft. der mann sagt, sie stinken. finde ich nicht.
lange stehe ich unter dem baum und unterhalte mich mit einer inselbesucherin, nicht zuletzt deshalb, weil die sonne etwas verdunkelt ist und ich hoffe, dass die wolken sich wieder verziehen. sie ziehen weiter, und ich kann meine fotos machen.

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ich wusste nicht, dass diese herrenmenschen versucht haben, deutschland von ausländischen bäumen zu säubern.
wie wunderbar, dass ihnen das nicht gelungen ist. besonders im park wilhelmshöhe und auch hier auf der insel siebenbergen findet man ausgefallene und seltene baumexemplare. der mai gibt ihnen die schönsten laubkleider.

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DONAR-EICHE…

donar-eiche fritzlar

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von der donar-eiche, die dem heidnischen gott donar geweiht war, konnte ich kein foto machen. sie wurde 723 von bonifatius gefällt. er baute daraus eine kirche und gründete ein benedektiner-kloster.
bonifatius wurde so zum gründer der stadt fritzlar.
heute ist dieses denkmal zu sehen – bonifatius auf dem stumpf einer eiche.

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an anderer stelle fand ich diesen grandiosen kastanienbaum. er hat sich selbst dort angesiedelt – an der stadtmauer, in der nähe des frauenturms.
einem anderen turm ohne namen (so herr l. von der stadtverwaltung) drückt er mit seinen wurzeln den platz weg.

er behauptet sich ganz wunderbar und seine kerzen leuchteten mir entgegen.
bleibt zu hoffen, dass im jahr des waldes niemand auf dumme gedanken kommt, aus ordnungsgründen, oder weil er da nicht erwünscht ist. wie alt der baum ist, konnte mir niemand sagen.

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D O R L A . . .

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dorla, wehren, werkel, lohne
sind des hessenlandes krone.
und nicht nur das,
dorla hat die höchste und älteste kandelaber-dorflinde.
das dorf scheint im dornröschenschlaf zu liegen
und die schöne linde hat heute keine verwendung mehr.
sieben geleitete arme hatte sie, eine magische zahl
im guten sinne. sieben arme wie die arme eines kandelabers.
heute hat sie nur noch sechs.

es ist lange her, dass sie eine tanzlinde und mittelpunkt des dorfes war.
die musiker sassen im baum, die tänzerinnen und tänzer tanzen
druntendurch. so soll es gewesen sein.
gern würde ich das noch einmal erleben.

mir ist die linde erst jetzt aufgefallen, obwohl ich sie seit meiner
kindheit kennen müsste. sieben jahre waren wir in dorla evakuiert.
etwas anderes ist mir in erinnerung. da habe ich ein bild vom herrn ribbeck,
und der stand genau hinter dem zaun, wo die alte dorflinde steht.
500 jahre soll sie alt sein und genau diese 500 jährige geschichte,
die der baum erlebt hat, wüsste ich gern.
sicher geht die anders als die geschichte der menschen.

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DAS KIND IN DEN BÄUMEN…

das kind kletterte auf bäume, um mit dem lieben gott zu sprechen.

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es begegnet mir jetzt, 60 jahre danach.
ich bin dabei, bäume im park zu fotografieren.
ein paar kommt angejoggt.
wir begegnen uns bei baum 477, der weissbunten buche.

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erst reden wir über das fantastische wetter, die zauberhafte frühlingsumgebung,
und im speziellen die buchengruppe, die eine merkwürdige beziehung unterhält.
sie neigen sich zueinander, wenden sich ab und kreuzen ihre äste.

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dann zeigt die frau auf die andere seite der strasse. sie erzählt, dass
da einmal zwei holzhäuser standen mit einem fundament aus grossen natursteinen.
jetzt steht nur noch eines.

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in einem davon haben wir gewohnt.
hier verbrachte ich meine kindheit.
ich erinnere mich gern daran.
der park war unser spielplatz.

ich bin auf bäume geklettert, um mit dem lieben gott zu sprechen.
ich habe geglaubt, je höher ich im baum sitze, desto näher bin ich ihm.
heute gelingt mir das nicht mehr.

sie ging an stöcken und hatte eine verletzung.

ich fand es ziemlich aussergewöhnlich von einem kind.
denn wenn es das nicht wäre, müssten mir sehr viel mehr kinder
auf bäumen hockend begegnen.

an dieser stelle werde ich nun, wann immer ich da gehe, an diese geschichte denken.

TRAUMPARK WILHELMSHÖHE..

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traumhaft schön ist es zur zeit im park.
der apollotempel ist immer ein schönes motiv.
fragt mich doch einer, was ist das denn da oben. er meint den herkules…

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viele haben ihren osterspaziergang hierher verlegt.

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eis am stiel und harfenklänge – die bilder sehen nun nicht nur schön aus, sie klingen und schmecken auch…

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sie darf rennen und ich freue mich, wie sie sich den park aneignet…

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50 JAHRE KOBUSHI-MAGNOLIE…

kobushi-magnolie
im bergpark wilhelmshöhe
GUTE BOTSCHAFT AUS JAPAN

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aus japan kommend
sendet sie schönheit und duft
als weisse blütenwolke
entfaltet sie tausend
und abertausend blütenflügel
von weitem leuchtet es
durch den park
schenkt freude
lässt erstaunen

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die pracht dauert nicht sehr lange
nach dem nächsten regen wird sie
vorbei sein, um dann im nächsten
jahr wieder zu erscheinen

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im jubiläumsjahr
blüht dieser magnolienbaum besonders üppig.
1961 gepflanzt ist er 50 jahre alt.
erst sehr spät entfaltet diese art ihre blütenpracht.
in „bäume und sträucher“ ist sie mit 15 jahren,
bei wikipedia mit 30 jahren angegeben.

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dieser hier gehört auch zu den beiden, die 1961 gepflanzt wurden!!
er steht an anderer stelle, unweit vom ersten.