MARGERITEN STATT REIS…

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auf der d12 war es u. a. das reisfeld des thailändischen künstlers sakarin, das nicht so recht gedeihen wollte. immer wieder ging meine hoffnung dahin, dass es wie beim mohnfeld verspätet ergrünen würde.
aber nicht nur unser klima und die ungeeignete erde trugen dazu bei, dass ihm das wachsen nicht gelang, sondern auch die vielen unkenrufe der menschen erstickten die kleinen pflänzchen im keime.
unkenrufe haben eine enorme energie und der ärger über den verschandelten hügel wuchs statt des reises.
und siehe da, nun schaut niemand mehr auf den hügel, hat niemand mehr auch nur irgendwelche erwartungen und was passiert da ganz unverhofft. das reisfeld erstrahlt in einem makellosen weiss. nein, kein verspäteter reiswuchs – margeriten. dicht bei dicht schmücken sie den schlosshang und es erfreut mich, dass auf das nichts die fülle folgt.

WIEDERKEHR DER FRÜHLINGSBOTEN …

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kassel, 13 uhr 30

jedes jahr die gleiche szenerie:
die kraniche fliegen über mich und ich freue mich unbeschreiblich. die frühlingsboten sind glücksbringer – sie bringen den frühling zurück. sie bezeugen, dass der lebenskreis nicht unterbochen ist, dass die natur über alle von menschen erbauten hindernisse siegt, wiede rund wieder. der sichere instinkt der kraniche und anderer tiere, der grösser ist als das, was wir erahnen können.
das gibt mir eine so grosse hoffnung, wie kaum etwas auf der welt.

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MUSCHEL AUS EIS…

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die natur – die grosse staunenmacherin…
die muschel als gewaltiger geborgenheitstraum – sich vorstellen, ein bad zu nehmen in einer riesenmuschel, sich von kosmischen kräften gestärkt und beborgen fühlen…
die muschel aus eis hält nicht im geringsten davon ab, solches zu empfinden. das gesehene bild schwingt sich auf zum rang eines erlebten bildes. die kraft der einbildung ist die grösste kraft, mit der wir uns umgeben, uns unsere eigenenbilder, unsere eigene welt schaffen können.

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das eis gibt hier noch eine besondere inspiration – vielleicht vom ganz heissen ins ganz kalte einzutauchen und so belebt das leben als ein fest zu gestalten.

diese eismuschel hatte einen so grossen sog, eine solche anziehungskraft, dass mir schon an der löwenburg ein ehepaar die stelle beschrieb, die ich unbedingt aufsuchen müsse und später gaben mir noch andere menschen den hinweis.
ein ‚kleines wunder’ gemessen an den grossen vorkommnissen in der natur, und eine kleine völkerwanderung dorthin…

M A N D A R I N . . .

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fast wäre ich auf dem glatten schneee in den see gerutscht als ich mich auf die höhe der mandarinente begeben wollte, um sie zu fotografieren. so wunderschön ist sie, so farbenprächtig. ‚er’ müsste ich eigentlich sagen. die farbenpracht ist dem männlichen tier vorbehalten. ganz ohne hektik zieht ‚er’ seine runden auf dem wasserloch zwischen dem eis.

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das weibliche ententier sitzt scheu am rand, aber auch in seiner schlichtheit vermag es zu erfreuen.

E R I N N E R N . . .

ferdinand von reizenstein – vernissage im residenz ambiente

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das erinnern in der demenz an das ALTE KASSEL bei den bewohnerinnen und bewohnern der RESIDENZ AMBIENTE hervorzulocken war das anliegen des guido kannenberg mit der auswahl der gehängten bilder.
herr utz, herr guido kannenberg und johanna fuchs, die schwester von ferdinand von reizenstein, sprachen einführende und anrührende worte, warum die ausstellung so ist und nicht anders und über das leben des malers. Continue reading

UR-WALD – UR-ALT…

uralter urwald
sababurg

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eigentlich müsste ein so vergehender wald traurig stimmen. doch die traurigkeit stellt sich nicht ein. so viel stärke, so viel aufrichtigkeit und anmut, so viel bewundernswerte vielfalt von werden und vergehn. bäume sind vorbilder in der ausprägung ihrer eigenheiten und jeder baum überzeugt. dieser grosse da, wie er sich reckt und streckt, dem himmel entgegen, in seiner vergänglichkeit. bis zur vollkommenen unsichtbarkeit lebt er und hört auch dann nicht auf zu existieren.
er hat sich verwandelt in etwas anderes. er lebt weiter in den erinnerungen der menschen.

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EINE WUCHT IN GELB…

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gelb ist eine farbe, die das herz öffnet, weit – viel zu weit, und vervollkommnet mit dem duft des rapses fast nicht auszuhalten. ich verspüre den drang, mich im rapsfeld zu suhlen und zu wälzen wie ein tier, das die hemmungen des ‚das darfst du nicht’ nicht kennt. wenigstens wage ich mich über eine fahrspur tief ins feld hinein. mirko folgt zögernd. die farbe gelb, die sich an ihn hängt und an ihm kleben bleibt – auch an mir, aber mir macht das nichts – versucht er durch klopfen und abwedeln von seinen kleidern zu bekommen. Continue reading