‚…DASS ICH EINS UND DOPPELT BIN?‘

GINKGO

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‚…ist es ein lebendig wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, dich sich erlesen,
dass man sie als eines kennt?

solche fragen zu erwidern
fand ich wohl den rechten sinn.
fühlst du nicht an meinen liedern,
dass ich eins und doppelt bin?’

diese zeilen von johann wolfgang von goethe sind manchem bekannt.
das wiedererkennen verbindet. ein älterer mann spricht mich beim fotografieren der ginkgoblätter an. ‚kennen sie…’und er spricht das verslein daher. kopfnicken meinerseits und stilles verstehen, ‚ja, es ist mir bekannt, das goethe-gedicht.’ ein kleines gespräch entwickelt sich. wir stellen fest, dass wir nicht die geringste aussicht haben, nur halb so alt wie ein ginkgobaum zu werden… Continue reading

IMMER SUCH ICH EIN BILD…

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bilder sind in unserem kopf. es ist das grösste bildarchiv, das es gibt. alles, was wir bewusst anschaun, und auch das, was wir sehen, sobald wir die augen öffnen ohne es wahrzunehmen, legt sich da hinein.
manchmal bleibt eines gegenwärtig, weil es eine besondere bedeutung gewonnen hat. wir können es nicht vergessen. sobald es die übliche sichtweise irritiert, ob positiv oder negativ, lässt es uns nicht mehr los. Continue reading

wenn die KRANICHE ziehn…

sonntag, 14. oktober 2007 – über den urwald, reinhardswald…

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eigentlich will ich den herbstlichen urwald im reinhardswald fotografieren, diesen uralten bäumen begegnen, diesen morbiden schönheiten. das ist schon glücksgefühl genug. aber zu allem überfliegen am frühen nachmittag kraniche in ihrer erstaunlichen formation den strahlend blauen himmel.
ich bin ganz erregt wie immer, wenn ich dies erlebe. und nur, weil ich weiss, dass sie fortfliegen, um den frühling wiederzuholen, stellt sich abschiedsschmerz nicht ein. es ist ein wiederbegegnen, ihr schreien klingt wie übermässig ausgedrückte freude darüber.

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kraniche gelten als sendboten des himmels, was auch immer das für uns und die einzelnen menschen bedeuten kann.
auch als glücksbringer sind sie unterwegs.