
das vibrieren
der welt
das kommen und gehen
der jahreszeiten
das überspringen
des erwarteten
das wechseln
des lichtes
die verwandlung
im ganzen
die zuversicht
im kommen und gehen
rosadora

das vibrieren
der welt
das kommen und gehen
der jahreszeiten
das überspringen
des erwarteten
das wechseln
des lichtes
die verwandlung
im ganzen
die zuversicht
im kommen und gehen
rosadora

Das Summen ist verstummt, das du verschleiert
im Innern deines Laubgeriesels sangst.
Der Tanz geschieht nicht mehr, den du gefeiert,
als du die Zweige weich und langsam schwangst.
Und auch die Farben sind, die helle Rinde,
das Gold der Beugung, das durchflirrte Grün,
erloschen.Nur das Graue gilt und Blinde,
das dich umhüllt mit sickerndem Versprühn.
Und dennoch trägst du dich, ein leichter Schatten,
im Zwielicht unverwechselbar empor
und bist noch luftgelöster mit dem matten
Gehänge deines Haares als zuvor.
So hat der Tag, der dir das Trübe sendet,
dich, wie du´s duldest, erst zu dir vollendet.
Manfred Hausmann

Ein alter baum,
das wird immer seltener,
und man wird alte bäume
bald besichtigen gehen
wie heute eine alte kapelle.
Claude Goretta

da legt sich nun
dicht blatt an blatt
und als ein teppich
decken sie die erde
zu der sie
werden wollen
fest schmiegen
sie sich an
und lauschen
nun wird sich wandeln
die ganze blattwelt
fällt in tiefen schlaf




der kraft der bäume vertrauen
mich anschmiegen
mich anlehnen
die umarmung versuchen
platanenleise lieder singen
nicht aufhören können
aber leiser werden
und immer leiser
rosadora

leiser die welt
und kürzer die tage
die menschen
sonnenhungrig
wie immer
die felder
flachgeebnet
decke aus ruhe und stille
rosadora
TRITTE DES HERBSTES
marie luise kschnitz

du lieber herbst
das laub
noch heiss vom sommer
und leuchtet feurig
dann im wind
die feinen
knöchernen tritte
zweigauf
zweigab

herbstsonne
atemlose stille
in nebel gehüllt
gehe ich im park
über die steine
über das gras
weht linde
der geruch modernden laubes
wie welkende haut
nicht geruchlos
dein gesicht spricht
von schöneren tagen
nebel umhüllt dich
schützend
fällt ein licht
auf dein haar
rosadora
aus:
und fand mich selbst…
nebel

matte spuren zeichnend
mit gewaltiger sanftheit
meinem herzen näher noch
als frühling oder sommer gar
alle grobheit verhüllend
wie schützende hände
in kindertagen
nicht das ferne und weite zeichnend
nur das jetzt und hier
angekommen
oder lauter letzte tage
rosadora
aus:
und fand mich selbst…
ca. 30 jahre alt

perlen aus tau
springen mir ins auge
ins herz
der herbst hat
unsagbar zärtliche seiten
der sonne glanz
hebt sie ins licht
trinkt sie
im nachundnach
trocknen die perlen
wie nie gewesen
rosadora
