STEINE AM KUHBERG – KASSEL-DRUSELTAL… fotos anklicken
schon lange lagern sie hier, diese steine aus dem tuffsteinbruch, am rande der druseltalstrasse. bisher wusste ich nicht, wozu sie gedacht sind. heute mache ich mich auf die spur.
sie sind nicht so gesprächig wie die steine am lac. die sprengungen haben ihnen wohl einen schock versetzt. ihre form ist nicht willkürlich, sondern erfolgte einem plan, dem, dass sie am herkules und im bergpark verbaut werden sollen. sie wissen nichts von ihrem schicksal. sie stehen auf der warteliste. fast haben sie hier wurzeln geschlagen. an ihren wänden haben sich moos und anderes kleines grünzeug niedergelassen, welche die karkheit lieben. sie haben die steinbrocken integriert, so als wäre ihre anwesenheit für die ewigkeit gedacht.
die drusel gluckert nebenher, besingt den frühling, liefert den blumenschmuck und den brennnesselduft. auch unter den steinen zwängt sich der bach hindurch, versucht sich breit zu machen. unter gras und kresse ist das ausmass für mich schwer erkennbar. ich sinke, sinke ein – das wasser reicht mir bis an die knöchel.
die steinkolosse sind nicht anonym hier, sie haben nummern, das gibt ihnen eine besondere berechtigung.
ich zwänge mich zwischen die steine, um dieses licht-schatten-spiel ins rechte bild zu setzen, muss klettern, um wieder herauszukommen aus der enge und der irre. es ist unwahrscheinlich heiss – die riesensteinbrocken verstärken das gefühl noch. sie scheinen das zu mögen. die hitze verleiht ihnen eine ungeheure energie. ich habe nicht das gefühl, dass sie mich zerquetschen, solange ich mit ihnen rede und sie mit berührungen bitte, meine anwesenheit zu dulden. sie sind großzügig, geben mir geleit und aufmerksamkeit. ich bedauere sie, aber sie scheinen sich in ihre form eingefunden zu haben. sie bekommen licht an stellen, die sonst im dunkeln verborgen waren. der sonnenlauf macht, dass sie nur eine lichtseite haben. da sie sich nicht vom fleck rühren können, ist es immer dieselbe seite, die beschienen wird. dieses licht-schattenspiel mache ich mir zunutze. meine bilder wären langweilig, wenn sie total ausgeleuchtet wären. so sind sie licht-schatten-steinbilder geworden, mit einem besonderen reiz…






fast hätte ich sie verpasst – die sonnenfinsternis. die angegebene zeit stimmte für kassel nicht. der dichte nebel liess mich denken, dass nichts zu sehen sein würde. die etwas trübere und verhangene sicht ordnete ich dem nebel zu.














