TIEFER SEE…

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‚ein see
ist der schönste und ausdruckvollste zug
im gesicht der landschaft.
er ist das auge der erde,
und wenn der betrachter
mit seinem eigenen auge hineinblickt,
lotet er die tiefe seines eigenen inneren aus.’

thoreau

SOMMERSONNENWENDE 2009

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mit dem begriff sommer verbindet sich die vorstellung von sonne und wärme, von imfreiensein und erdbeerenessen, von langen tagen und guter laune, von allen möglichen aktivitäten im feien, sportlichen als auch genussreichen.
diese vorstellungen werden eingeschränkt, wenn das wetter sich nicht sommerlich zeigt, und in diesem jahr ist das (wieder mal) so.
das gefühl für das übertreten einer schwelle, wie das bei den sonnenwenden aufkommen könnte, ist gedämpft. im kopf ist es und es muss sich bemühen, trotz fehlender wärme in den sommer zu springen.

die sonne erregt alles
macht alle sterne tanzen
wirst du nicht auch bewegt
so gehörst du nicht zum ganzen

angelus silesius

ich sage:
auf den mond treten
dass er singt
und dazu tanzen

aus: INS IMMER UNBEKANNTERE
rosadora g. trümper tuschick

die sonne ist nicht ohne mond zu denken.
sie gehören zum ganzen wie wir und die sterne.

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komm doch, lieber sommer…
das erwarten des sommers in winterklamotten

ATTRAKTION IM BERGPARK…

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ganz entzückend und anrührend ist es, wenn die waschbärenmutter ihr junges herzeigt. so viel vertrauen, aber das birgt gefahren. sie werden von den menschen gefüttert wie haustiere, die sie nicht sind. sie ernähren sich vom brot, das ihnen gereicht wird und von den abfällen in den müllbehältern.

wenn sie das vertrauen verkehrt verstehen und auf die grundstücke gehen, um auch dort nach nahrung zu suchen, werden sie vertrieben und es wird ihnen nachgestellt. auch schläuche an autos mögen sie, und das ist dann gar nicht so lustig. sie würden vielleicht zurückfinden in die wälder, wenn die menschen sorgfältiger mit ihrem abfall umgingen und das zermoniell im park unterliessen.

tiere rühren oft an unser herz. ganz allerliebst diese beiden bären, das muss ich zugeben. dennoch wüsste ich sie lieber im wald, dem nahen.

MARGERITEN STATT REIS…

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auf der d12 war es u. a. das reisfeld des thailändischen künstlers sakarin, das nicht so recht gedeihen wollte. immer wieder ging meine hoffnung dahin, dass es wie beim mohnfeld verspätet ergrünen würde.
aber nicht nur unser klima und die ungeeignete erde trugen dazu bei, dass ihm das wachsen nicht gelang, sondern auch die vielen unkenrufe der menschen erstickten die kleinen pflänzchen im keime.
unkenrufe haben eine enorme energie und der ärger über den verschandelten hügel wuchs statt des reises.
und siehe da, nun schaut niemand mehr auf den hügel, hat niemand mehr auch nur irgendwelche erwartungen und was passiert da ganz unverhofft. das reisfeld erstrahlt in einem makellosen weiss. nein, kein verspäteter reiswuchs – margeriten. dicht bei dicht schmücken sie den schlosshang und es erfreut mich, dass auf das nichts die fülle folgt.

SEEROSENVERLIEBTHEIT…

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sicher hat monets-seerosenbild eine sommerlichere und farbenprächtigere ausstrahlung als dieses hier auf dem teich, dem lac.
aber dieser gemeinsame blick, meiner und der der seerosenblätter, der sonne entgegen, hat auch etwas einschmeichelndes, die sinne ansprechendes. der tag ist warm und die kühle des grüns und der blätterschatten haben darin einen guten platz.
einen moment bin ich ganz seerose und wünsche nichts mehr, als zwischen dem blattgrün mich zu entfalten. um mich herum ruhe und die sehnsucht eines sommertages erfüllt sich.