
den grossen kreis
durchschreiten
der erde zugewandt
das weite suchen
finden
was sich nicht suchen lässt
den grossen wortfluss
tauchen in ihn
und auf der welle
der seligkeit schwimmen
ins immer unbekanntere

den grossen kreis
durchschreiten
der erde zugewandt
das weite suchen
finden
was sich nicht suchen lässt
den grossen wortfluss
tauchen in ihn
und auf der welle
der seligkeit schwimmen
ins immer unbekanntere
wie flattervögel
die blütendolden
des ahornbaumes
bienenumschwärmt
im sonnenlicht
die grünende pracht
der grosse atem
des frühlingstages
umgibt
meine kleine seele


schöner
schöner als gedacht
das wort
wie es sich breitet
ausbreitet
vor meiner vorstellung
die sich bewegen lässt
schon früh am morgen
gerettet der tag

robert walser:
die phantasie erlöst uns,
und der traum ist unser befreier.
der schlaf hat innere augen
wichtig ist nur die reise zu sich selbst.
zum 131. geburtstag von robert walser.
zu denken, dass er in einen ewigen traum eingebettet ist und uneingeschränkt seine ‚eigenen träume’ träumt, beruhigt mich. mit geschlossenen augen besser sehen – da ist er nicht der einzige. die kleinen dinge, die feinen stimmungen nahm er wahr. nicht immer, nicht durchgängig, doch sehr ausgeprägt. sein ‚grün’ – erst jetzt verstehe ich seine intensität, er der in das grünste grün hineingeboren wurde. von diesem beginnenden hat er wohl immer etwas behalten.
auf der welle
der hitze liegen
mich durchscheinen
lassen
von a bis z
einen wall bauen
aus wortkälte
und hohen gedanken
dem schein
einen glanz geben
wenn das ginge







nichts rührt den tag an
nur der wind
versucht bewegung
im alten stil
sonne
geräuschlos
über der landschaft
ich schärfe
meine augen
spitze meine ohren
nichts lässt durchblicken
worum es geht

sonne
webt wortbänder
wirft sie
über alles was grünt
sagt
dass es gut ist
das ganze fragliche leben
dass du es lieben darfst
solange du lebst
trotzalledem

am horizont sitzen
nicht abstürzen
und nicht auffliegen
den geduldsfaden spinnen
ihm zuhören
was er summtönig
verrät
weisheiten
diese ganz schlauen