TANZEN MEINE LEBENSKRAFT…

arungablog_300.jpg

MEIN INNERES FEUER – wie arunga den wochenendkurs nannte –
hatte es schwer zu entflammen. die äussere hitze machte, dass das äussere feuer so gewaltig brannte, dass auch die schweissbäder es nicht zu löschen vermochten. die erde blieb erde und die luft versteckte sich irgendwo in den hohen bäumen.
die ‚rote kraft’, die sich bei mir schon in sehr dunklem rot zeigte, wollte sich durch ‚roten, süssen saft’ nicht in wallung bringen lassen, und so sang ich dann anstelle des saftes ‚roten wein’. auch alle konzentration vermochte den wein im lied nicht in saft zu verwandeln, obwohl das der richtige text war.

ROTE ROSEN, ROTER MOHN,
WELCHE FARBE, WELCH EIN TON,
ROTE KIRSCHEN, ROTE BEEREN
WILL ICH VOLLER LUST VERZEHREN,
TRINKEN ROTEN , SÜSSEN SAFT,
TANZEN MEINE LEBENSKRAFT.

das innere und das äussere feuer liegen im clinch. mir scheint, dass es schwer zu entfachen ist in der üppichkeit und der hitze des sommers. alle tätigkeiten werden nach draussen verlegt. frau ist matt und platt. das innere feuer ruht – irgendwo, irgendwie, irgend…

das äussere feuer – es drängte sich in die tänze, ohne sie dadurch beschwingter werden zu lassen. aber die frauen sangen und bettelten so laut darum, und warfen sich beglückt in die flammen.

FEUER, FEUER, FEUER – FEUER TANZ MIT MIR,
ROTE FLAMMEN, HEISSE GLUT, HELLES LICHT IN DIR.
ENERGIE, LEBENSLUST, FLAMMEN AUF IN MIR,
HE-YA HEY, HE-YA HO, HE-YA HE-YO ‚HEY’!

es prickelte und pochte in ihnen, wild und ungezähmt, in der gewissheit, ihren lebenstanz zu tanzen. in einer grossen frauenrunde prickelt es schnell und pocht auch, schlägt auch mal um ins gegenteil, was in dieser runde nicht so in erscheinung trat, und nur die eine oder andere auch mit wildem tanzen nicht aus ihrer traurigkeit zu holen war.

WECKE MEINE SINNLICHKEIT, TRAUE MEINER MACHT,
SPÜRE, WIE ES PRICKELT, POCHT, WIE ES IN MIR LACHT;
TANZE MEINEN LEBENSTANZ, WILD UND UNGEZÄHMT;
SINGE, TROMMLE MEINEN TRAUM, FLIEG DURCH ZEIT UND RAUM.

WEISSE WILDE HEXENFRAU, KRAFT IN MIR, ICH TANZ MIT DIR! ‚HEY’

arungas hündin, shima, wagte einige tanzversuche, aber auch sie war von der hitze enorm irritiert und hätte die zeit lieber im schatten eines weidenbaumes verbracht. ob sie es denn gewagt hätte, ist ein anderes thema. arunga hat sie zu sich genommen als ein missbrauchtes tier aus der türkei. sie ist scheu und auch sehr anschmiegsam – wohl allein schon aus dankbarkeit und sehr auf arunga bezogen.

wir sangen uns die seele aus dem leib. der zwei-, drei-, und sogar vierstimmige gesang entzückte uns frauen.
arungas begabung schenkte uns für uns ungewohnte töne. wir schwammen darin, badeten streckenweise. wir mussten uns auch emporhangeln. es erforderte unsere ganze aufmerksamkeit. aber die begeisterung war grenzenlos und es klang im nachhinein, als hätten wir wochenlang geübt.
könnerinnen, sicherlich, unter den frauen, die schon oft bei arunga gesungen und getanzt haben. ich las ihnen vom mund ab, lies mir ins ohr singen, um besser hinein zu finden in die lieder.

kreis_lesbos_01.jpg

zum tanzen bin ich nun auch noch einmal gekommen – wie schon vor ein paar wochen in göttingen mit ziriah voigt. da war es die ‚ROTE ZEIT‘, also auch das feuer, und da es draussen noch kühler war, entflammte ich total.

das innere feuer hat eigene gesetze. frau kann es nicht entfachen wie und wann sie will. die gegebenheiten müssen stimmen und das innere muss dazu bereit sein.

arunga tanzt eigene tänze zu ihrer musik und gestaltet andere zu traditioneller um. in einem grösseren raum hätten sie sich besser entfalten können, auch die töne hätten einen besseren klang und der zauber wäre ein noch grösserer.
arunga lies ihre energie gleichmässig strömen für ein ganzes langes wochenende. das mag sie riesige anstrengungen gekostet haben.
für uns war es ein geschenk und wir genossen es sehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.