KLEINE TAPFERE ROSEN…

ROSENINSEL PARK WILHELMSHÖHE
AM 19. MAI 2012

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nichts zu sehen weit und breit, keine einzige rose. man muss sich dicht heranwagen, um die kleinen, zarten blüten wahrzunehmen. sie sind zart wie schmetterlinge. der nachtregen hat ihnen nichts angetan. jetzt ziert er die blütenblätter und die regentropfen perlen noch auf ihnen. so wie tränen, die der sonnenschein nun tröstlich abtrocknet, verleihen sie einen besonderen schmuck. ganz durchsichtig die meisten. und der betörende duft – er umwirbt mich, erfreut mich und ich geniesse diese frühe morgenstunde.
die grossen dicken rosensorten brauchen offensichtlich mehr kraft, um sich hervorzudrängen ans licht. das dauert noch ein paar tage, das weiss ich von vergangenen jahren.

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IM PARK DIE ROSEN…

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ROSENINSEL PARK WILHELMSHÖHE

Der Park Wilhelmshöhe stellt ein historisches Denkmal dar, das in seinem Stil erhalten werden sollte.

Die Rosenfreunde stellten sich 1977 die Aufgabe, die alten Rosen des 18. Jahrhunderts, die einmal hier standen und noch auffindbar sind, wieder zu sammeln.
Es sollte kein Rosarium oder geschlossener Rosengarten entstehen, sondern die Parkrosen sollten sich, wie die Rosensammlung im 18. Jahrhundert, dem einzigartigen Charakter des Landschaftsparks anpassen.
Im Frühjahr 1978 pflanzten die Vereinsmitglieder die ersten Rosen.
Bis zum Jahre 1989 waren 1600 Strauchrosen von mehr als 900 verschiedenen Arten und Sorten gepflanzt. Die Rosen verteilen sich in die bei der Anlage des Landschaftsgartens entstandenen Gartenräume um die Roseninsel in 18 Quartiere.

Die Mitglieder des Vereins sind bestrebt, mit Unterstützung der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen (seit 2007 Museumslandschaft Hessen Kassel) und ihrer örtlichen Gartenverwaltung die in ganz Europa gesammelten Rosen im Bestand weiter zu erhalten und zu pflegen.

AUSZÜGE AUS: mit genehmigung des abdrucks
´die geschichte der rosensammlung auf wilhelmshöhe´
von dr. wernt grimm

www. roseninsel-kassel.de/geschichte

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MARMORBAD…

BASSIN DRAUSSEN – BASSIN DRINNEN…

während das draussen mit wasser gefüllt ist, hat dieses hier keine spur davon und nie gehabt.

in dem achteckigen marmorbadbecken, hat nie jemand gebadet. es wurde getafelt, feste gefeiert, lustvoll, von putten und griechischen göttinnen und göttern umschwärmt, eben ein barockes, ein kunstwerk, von landgraf karl erdacht. schöpfer der werke war der bildhauer pierre etienne monnot. wahre schätze.

ich bin blind vor so viel schönheit. noch immer vermögen skulpturen aus dieser epoche zu beeindrucken. als gegensatz zu der moderne gewinnen sie fast an bedeutung und ausdruck. der sie umgebende marmor lässt sie grazil und zerbrechlich erscheinen.

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hat sie den kopf verloren und dafür flügel bekommen…

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narziss mit cupido

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AN DER KLEINEN FULDA…

AN DER KLEINEN FULDA…

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es war noch früh am morgen und ich stand tief in der wiese.
die war pitschenass, was mich nicht abhielt, und ich später auch bis zu den knieen.
ich war so angetan von dem farbteppich und den mich betäubenden blütendüften, dass es mich, wie als kind schon, einfach hinein zog. die kleine fulda inmitten einem blühendgelben blütenschwall, hahnenfuss und löwenzahn, der duft der nassen wiese. nicht nur kindliche freude war es, auch mein bedauern, dass die wiese bald gemäht werden würde, oder zumindest das sonnengelb verschwinden wird. und dass ich diesen tag so sehr geniessen durfte. augenblicke wie im paradiesgarten…

dass die kleine fulda am anderen teil von kassel als drusel beginnt, war mir bisher nicht bewusst. sie heisst also kleine fulda dort, wo sie in die karlsaue eintritt, unterhalb des weinberges, und zwischen drahtbrücke und rondell, in die grosse fulda mündet.

dass sie hier in einem so eingeengten bachbett verläuft, tut mir in meiner seele weh. zur letzten documenta (12) 2007 gab es anstrengungen, einen natürlichen flusslauf wieder herzustellen. gilt zu hoffen, dass die kleinen fulda ihren natürlichen lauf wieder fliessen darf.

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EIN BASSIN…

EIN BASSIN NAHE DEM MARMORBAD…

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ein bassin gleich neben dem marmorbad – für wen auch immer. ganz ohne nutzen. aber das hatte das bassin im marmorbad auch nie. nur zum anschauen und zur freude. erst schon mal erhält es einen rand aus hirsepflanzen, die dann im wind wogen werden mit ihren grazilen rispen.
herwig sagt, mach mal ein foto, damit der künstler auch sieht, wie wir hier geschuftet haben. auf jeden fall hat es eine form, langgestreckt in vier ecken und wasser hat es auch. wie das bloss hierher kam.
nun bleibt zu warten, ob die hirse sich bis zu beginn der ducumenta entschliesst, in die richtige grösse zu wachsen. hirse gibt es in 16 verschiedenen sorten und ist das älteste getreide. es gibt sie schon seit 8000 jahren. man backte daraus seinerzeit schon fladenbrot. eine kulturerklärung also oder ein erinnern an diese getreideart. wir werden sehen.

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ZWEI TAGE SPÄTER…

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TAUSCHEN…

TIME/BANK
julieta aranda, anton vidokle

Die im Jahr 2009 von den Künstlern Julieta Aranda und Anton Vidokle ins Leben gerufene Time/Bank ist eine Plattform, die es ermöglicht, Waren und Dienstleistungen ohne den Einsatz von Geld zu tauschen. Mit weltweit mehr als tausend Kontoinhabern erlaubt Time/Bank es Gruppen und Einzelpersonen, Zeit und Fähigkeiten zu handeln und dadurch ihr eigenes Zeit-Guthaben anzulegen. Time/Bank schafft eine immaterielle Währung und somit eine parallele Mikroökonomie für die Kulturszene. Den Tauschaktivitäten, die im Kunstbereich ohnehin schon existieren, wird so ein neuer Wert verliehen.

http://www.portikus.de/

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ab heute kann ich mir vorstellen, was in diesem bisher so klar konzipierten haus passieren wird. seit heute verraten die vielen bunten plakate, dass die time/bank im kunstbereich eine rolle spielen wird. wie, das wird sich dann zeigen.
ich tausche einen leseabend für zwei stunden obertonsingen, einen kochkurs für einen jogaabend. für mich werde ich schauen, was sich da machen lässt, was ich anzubieten habe und was ich eintauschen kann. eine ganz neue art des wertesystems und ohne währungsgrenzen.
einen film wird es geben der veranschaulicht, was time/art vermag. ob es auch eine druckmaschine für die neue währung geben wird, konnte ich nicht erfragen, weil ich selbst bis hierhin von time/bank noch nicht gut informiert war. ich hege gespannte neugier…

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SHINRO´S FAIRY-TALE CASTLE…

SHINRO OHTAKE, JAPAN
12. mai 2012

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es gibt schlösser, die sind ganz feudal, pompös und haben eine lange tradition. diese tradition erlaubt keine fantastischen ausmalungen und schon gar keine luftsprünge.

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dieses märchenschloss erlaubt dies alles. es ist bunt und lustig, fantasievoll und voller geheimnisse.
es schliesst an an die vorstellung von ai weiwei´s fairy-tale und ist doch so ganz anders. es kommt nicht aus china, sondern aus japan. es schwingt sich ziemlich hoch und erlaubt schon jetzt himmlische reisen.

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zum einen fenster fahre ich hinein, mache ein paar spiralen und zum anderen fenster husche ich wieder hinaus.

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ich setze mich ins boot auf dem dach und husche mit ihm in den himmel.

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ich besuche shino´s kühefarm, die er aus seiner kindheit kennt. die telefonnummer ist noch sichtbar.
ich werde verbindung bekommen.

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auf dem dach des hauses unter der durchsichtigen plane verbringe ich die nacht. da träumt es sich in die sterne hinein und der mond wird auch eine rolle darin spielen.

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die drei kleinen japanermädchen mit ihren vom kopf abstehenden zöpfen, ach nein, es sind nur zwei, eines ist durchgestrichen und ausgeschlossen, werde ich auf meine reisen einladen.

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der blitz wird uns nicht treffen, wir sind in dauernder bewegung.

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der künstler SHINRO OHTAKE

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mit fotografin ROSADORA im gespräch

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WAHRHEIT ODER DICHTUNG…

PENONEBAUM IN DER AUE…

er trotzt dem regen, trotztdem wetter
bedauert dass ihm keine blätter
an seinen ästen wachsen wollen
die blüten ihm nicht springen sollen
er tag für tag so leben muss
fürwahr ist eine harte nuss

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er reisst die arme hoch zum himmel
bekommt dabei fast einen fimmel

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menschen starren tagaus tagein
schaun schon löcher in ihn hinein

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er starrt immer in eine richtung
o ist das wahrheit oder dichtung.

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MANN IM TURM…

elisabeth-kirche
stephan balkenhol

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er überraschte mich, der mann, das männlein im turm. einen moment bin ich irritiert, da wird doch nicht einer…
dann bewegt er sich – wie in einem wetterhäuschen dreht er langsam nach rechts und wieder zurück.

dass der künstler, stephan balkenhol, sich den platz hoch oben und nahe dem himmel ausgesucht hat, spricht für ihn. und dass gleich polizei und feuerwehr – mit einem 18-köpfigen Löschzug rückte die Feuerwehr aus – sich irreführen liessen, naja… skandale sind beliebt – beliebter als kunst?

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dass die dOCUMENTA deshalb gleich ein „gestörtes verhältnis zur kirche“ hat, weil die figur das künstlerische konzept der dOCUMENTA für den friedrichsplatz störe, ist irgendwie nicht zu verstehen.

kunst ist für alle da und kann von allen gemacht werden.
die elisabeth-kirche zeigt bereits zum dritten mal während des zeitraums der dOKUMENTA eine eigene unabhängige ausstellung.
die diesjährige eröffnet am 3. juni um 16 uhr.
und obwohl ich mit kirche nichts am hute habe, zeigte sich die vergangenen ausstellung stark und beeindruckend. kirche und kunst will nicht missionieren, bewegt aber zum nachdenken mit der starken kraft der symbole.
caroline christoph bakargiev könnte die behütende geste als gutes zeichen deuten.