VOM SCHROTT ZUR KUNST…

am ende der zollamts-ladestraße beim kulturbahnhof – Jede menge altmetall
Lara Favaretto baut hier das grösste kunstwerk der dOCUMENTA (13)

DSC_3306

vom schrott zur kunst ist es nur ein kleiner schritt – der schritt der begeisterung.
meine begeisterung umfasst 300 bilder – ich sage bilder, weil es nicht einfach fotos sind.
mein auge fischt die bilder aus dem schrotthaufen, der heute früh eine blendende beleuchtung hat – sonne und wolken. das ist eine prächtige kulisse.

DSC_3446

die bilder regen an zu philosophischer betrachtung. springender funke war ein SCHALTKASTEN.
in der zusammenschau von vergangenheit, gegenwart und zukunft sagte er mir NUR DIE VERBINDUNG IST UNTERBROCHEN. den kreislauf stört das weiter nicht. die dinge, die einmal in der lebens- und arbeitswelt der menschen eine verwendung hatten, bekommen in ihrer neuen gestalt etwas morbides, das auf vergehen hinweist. nichts vergeht wirklich, alles verwandelt sich nur. die verwandlung ist vorrübergehend, ist etwas, das sich ständig in bewegung befindet.
in ihren zwischenstationen kommen immer neue formen, farben und schichten an die oberfläche. so zeigt sich mir noch nie gesehenes und einmaliges, nie wiederholbares.
das licht mischt sich ein, hebt unbedeutendes hervor. überwiegend sind es formen und farben, die in der natur so nicht vorkommen, die auf vom menschen gemachtes hinweisen, die ganze geschichten enthalten, die ich mir ausdenken kann, weil ich sie nicht kenne.

aber auch einmalige gebilde zeigen sich mir. dazu fällt mir besonders viel ein, weil die fantasie durch sie nicht eingeschränkt, sondern angeregt, ja fast angefeuert wird. feuer spielte sicher eine sehr grosse rolle bei der entstehung der einmal intakten geräte, besonders denen aus blech und stahl.
zum himmel ragen sie, sind mahnmal und schöne geste gleichzeitig. mahnmale für unsere ausufernde verwendung von gütern der erde und unsere nichtschätzung und nichtachtung, aber auch gesten, die dazu neigen kunst zu werden, auffordern spielerisch damit umzugehen und unsere blicke zu schärfen.
heute morgen wurde eher mein spieltrieb und meine enorme neugier herausgefordert, auf die ich mich gerne einliess.

DSC_3343

DSC_3346

DSC_3382

DSC_3458

DSC_3480

DSC_3487

DSC_3488

DSC_3489

DSC_3499

DSC_3524

DSC_3398

was genau die beziehung zur d 13, zwischen kassel und kabul, ausmacht, ist mir noch nicht klar.
zusammenbruch und wiederaufbruch – so viel schon mal.

AUEDAMM 24…

Gareth Moore, Kanada

DSC_3276

DSC_3279

DSC_3280

DSC_3278

DSC_3281

es wird gehämmert gebuddelt gesägt und gebaut
siedlung oder dorf oder privatspielplatz, wer weiss das schon so genau

DSC_3260

zuerst finde ich den briefkasten mit der aufschrift

AUEDAMM
24
HERR MOORE

DSC_3262

DSC_3265

er gefällt mir ausnehmend gut
wohl aus einer lebkuchenschachtel
wie sich doch alles verwenden lässt

es erinnert mich an die räumarbeiten im haus meiner kürzlich verstorbenen mutter
was hätte sich da nicht alles in kunst zusammenstellen lassen
aber
warum ist mir das nicht eingefallen
da habe ich den klumpatsch mit 10 lastwagen abholen lassen

auch Song Dong
hat aus den übriggebliebenen dingen seiner mutter eine kunstschau bereitet
was ist bloss so interessant an dem alten zeug
ich muss sagen dass ich es liebe wie gleichsam hasse
erinnerungen sind gut
erinnerungen kann ich nicht aushalten

was Gareth Moore da zusammenwerkelt ist mir noch nicht ersichtlich
aber es wohnen wohl viele menschen auf der welt nicht besser als
in solchen unterkünfte
vielleicht das
vielleicht was ganz anderes

WUNDERBARE RÄUMLICHKEITEN…

P1150292

Teile der dOCUMENTA (13) finden an Orten außerhalb Kassels statt.
Diese Orte werden am 6. Juni bekannt gegeben.

…wunderbare Räumlichkeiten

»Auf der Bühne«
im »Belagerungszustand«
im »Zustand der Hoffnung«
»auf dem Rückzug«.

´Diese Orte bringen die Vorstellungen, die man sich für gewöhnlich über diese Bedingungen macht,
in Fluss und betonen deren kontinuierliche Verwandlung´.

SIEBEN HUEGEL – NACHGESCHAUT…

DSC_2100
Massimo Bartolini ´unbetitelte welle ´ (untitled wave)

die hirse ist gut im stand

DSC_2097

DSC_2096

Song Dong, China
BÄUME UND PFLANZEN WACHSEN AUF MÜLL –

die huegel wachsen in die eine, wie in die andere richtung

DSC_2108

pflanzen, ordentlich vorgezogen, kommen ins beet

DSC_2110

noch einpflanzen – u. a. tomaten

DSC_2111

lagebesprechung am frühen morgen

die rote umrandung gefällt mir immer weniger…

WIR MACHEN HIER DIE FENSTER…

mich lockt das grasdreieck um eine eiche. echte kunst. das dreieck ist symbol für das urbild des lebens. es hat noch viele andere bedeutungen. ich nehme noch dazu – den ´kreativen intellekt´, den es für die gnostiker darstellte.
im klitzekleinen häuschen mache ich aus der tapete nocheinmal kunst – ein bild in grün/blau-tönen.
ein lastwagen wird entladen. ziemlich zerbrechliche ware.
´wir machen hier die fenster´, sagt einer von den arbeitern und ich schwöre, dass ich sie, die die arbeit machen, sehe als teil des kunstwerkes, das hier entsteht. sie sind lächelnd damit einverstanden.

DSC_0547

DSC_0543

DSC_0546

DSC_0548

DSC_0550

DSC_0552

KIRKE AM WEINBERG…

KIRKE AM WEINBERG…

Künstler Adrián Villar Rojas, Argentinien

DSC_2130

wer denkt da nicht gleich an kirke (circe), die auf ihrer mit eichen und anderen bäumen bewachsenen insel aiaia alle besucher u. a. in schweine verwandelte.
schlange scheinen sie zu stehen, die männer, um einer nach dem anderen ihrem liebreiz zu verfallen. sie können gar nicht erwarten, sich an sie zu schmiegen und an ihrer brust zu nähren.

vielleicht ist sie nicht kirke, aber eine zauberin ist sie allemal und in den verführungskünsten scheint sie ihr nicht nachzustehen.
ob sie aus diesem knochen und damit der vergänglichkeit und dem verfall entkommen ist oder er ihre ständige behausung ist. hohl genug ist er.

DSC_2128

DSC_2145

DSC_2149

SCHWANENHÄUSCHEN IM UMBAU…

DSC_0953

die mandarinenten sind einigermassen erstaunt, was hier passiert. schliesslich hatten sie das schwanenhäuschen, in dem ich noch nie einen schwan gesehen habe, zu ihrem zuhause erklärt. das idylische drumherum machte es, dass sie sich hier immer wieder eintrafen, drei erpel der schönsten gattung.
als künstlerin könnte ich mir gut vorstellen, hier ein zeitatelier zu haben – ein bisschen ab vom weg, gut sichtbar und zum besuch einladend. der splittweg macht etwas zu viel gehkrach. vielleicht läuft er (sich) noch ein. einen umschwung mit bänklein vor dem haus wünsch ich mir noch..

DSC_0950

DSC_0948

DSC_0951

DSC_0949

TREPPE MIT PLATTFORM…

TREPPE MIT PLATTFORM…

DSC_0575

irgendwie erinnert mich dieses bauwerk an die zur documenta 9 errichtete TREPPE MIT PLATTFORM des hamburger architekten gustav lange, die auf betreiben von jan hoet 1992 in der mitte des königsplatzes aufgestellt wurde.
es gab lebhafte diskussionen um diese. letztlich liess georg lewandowski, der damalige ob, sie bei einer nacht- und nebelaktion abreissen.
ich fand sie insofern spannend, als ich von dort oben den strassenstern sichten konnte – also eine andere sichtweise bekam. ausserdem schien sich auch der horizont der menschen auf dieser plattform zu weiten. mit jungen studenten führte ich spannende gespräche.

zu hoffen, dass sich auf der d13-plattform ähnliches zutragen kann.
ein kleines caféchen würde dazu doppelt einladen.

DSC_0578

DSC_1168

DSC_1169

DSC_1170

DSC_1171

DSC_1174

DSC_1175

DER NACKTE WAHNSINN…

KASSEL 18 TAGE VOR DER dOCUMENTA 13

DSC_1885

der nackte wahnsinn. an allen ecken und kanten wird gebuddelt und gebackert. nicht einmal, dass es schon etwas spannendes zeigen würde. die neugier steigt und die ungeduld auch.
ich konnte auch nicht das geheimnis lüften, wo denn der erdkilometer beim bau der tiefgarage unter dem friedrichsplatz abgeblieben ist. ich habe einen verdacht, dass er nämlich in einer der breiten säulen verschwunden ist. ich kriegs noch raus.

DSC_1880

DSC_1878

DSC_1879

DSC_1881

DSC_1882

KLEINE TAPFERE ROSEN…

ROSENINSEL PARK WILHELMSHÖHE
AM 19. MAI 2012

DSC_1689

nichts zu sehen weit und breit, keine einzige rose. man muss sich dicht heranwagen, um die kleinen, zarten blüten wahrzunehmen. sie sind zart wie schmetterlinge. der nachtregen hat ihnen nichts angetan. jetzt ziert er die blütenblätter und die regentropfen perlen noch auf ihnen. so wie tränen, die der sonnenschein nun tröstlich abtrocknet, verleihen sie einen besonderen schmuck. ganz durchsichtig die meisten. und der betörende duft – er umwirbt mich, erfreut mich und ich geniesse diese frühe morgenstunde.
die grossen dicken rosensorten brauchen offensichtlich mehr kraft, um sich hervorzudrängen ans licht. das dauert noch ein paar tage, das weiss ich von vergangenen jahren.

DSC_1616

DSC_1642

DSC_1645

DSC_1651

DSC_1660

DSC_1673