
alles ganz einfach
das blaue schon blau
die sprache noch stumm
die zeichen auf null
dem flug nichts im wege
schamlos der tag
gegenüber dem leben
über allem das licht
rosadora

alles ganz einfach
das blaue schon blau
die sprache noch stumm
die zeichen auf null
dem flug nichts im wege
schamlos der tag
gegenüber dem leben
über allem das licht
rosadora

mein urwaldpferd
hat es sich gemütlich gemacht
es wartet auf mich
ich lege mich dazu
wir ruhen eine weile
gemütlich
da unter den bäumen
finden
dass uns
das blattrauschen fehlt
wir üben uns
in geduld
der lenz
streckt den kopf um die ecke
hallo du
schön dass du kommst


etwas so oder so sehen
den spielraum
der tausend möglichkeiten lassen
was gestern gelb war
ist heute rot
neu schauen
wieder und wieder
die dinge
sind nicht so
wie sie sind
sie sind auch ganz anders


FANTASIE IST WICHTIGER ALS WISSEN,
DENN WISSEN IST BEGRENZT.
albert einstein

die gräser
spitzen die ohren
singdrosseln
am frühen morgen
baumhoch das blau
winterkorn
leckt die sonne
schneereste
im graben
im urwald
der tanz der bäume
tanzend gehe ich
in den tag



20 minuten später und ein paar kilometer weiter dann dies:





bäume singen
im waldklang
erliege ich
ihren weisen
die ganz hohen töne
fallen zuerst
in mein herz
den tiefen folge ich
ehrfürchtig
an ihren füssen liegend
baumchorgesänge
nehmen den direkten weg
zu meiner seele
rosadora



meine wortvögel
verschwatzen sich
treten mir auf die füsse
ehe ich
entkommen kann
zwitschernd
nennen sie mich
bei meinem namen
den ich nicht kenne
rosadora

die traumwand
durchfliegen
in der hellen welt
das leuchten einfangen
der sich einstellenden
heiterkeit
eine plattform zuweisen
freien eintritt gewähren
singend
das leuchten begrüssen

die kalte sonne
hinter der scheibe
rauch dümpelt
greift nach dem himmel
häuser schlafen
am helllichten tag
kalte tage
blau unterstrichen
die welt steht still
mit ihr die zeit

ich rede
mit bäumen
sie geben mir antwort
wenn ich
lang genug zuhöre
die übersetzung
keine leichte sache
aber sie lohnt
ob der jahrhundertelangen
weisheit