
wir
zwischen himmel und erde
beiden hörig
abglanz
echo
wirklichkeit
unser unverlässliches
märchen
rose ausländer

wir
zwischen himmel und erde
beiden hörig
abglanz
echo
wirklichkeit
unser unverlässliches
märchen
rose ausländer

der weltenbaum
die schöne vorstellung
dass mit ihm
alles begann
der gesang der moiren
und ihre taten
sind hinreichend
bekannt
spinnen
weben
zuteilen
die gerechtigkeit
war auch im lebensspiel
rosadora

wer es könnte
die welt
hochwerfen
dass der wind
hindurchfährt
hilde domin

A N G S T
meine
unsere
und das
D E N N O C H
jedes buchstaben
hilde domin

die erde fordert zurück,
was wir ihr tagtäglich entreissen

vielleicht
wenn die sterne
zu laufen begännen
und die menschen
an den himmel
verbannt wären
würden sie
das leuchten
der erde begreifen
und feststellen
was ihnen
entgangen ist
rosadora

die welt
wandert aus
in ein zukünftiges
du bleibst zurück
sortierst
dein leben
wort für wort
die lösung
will nicht erscheinen
alle bedeutenden worte
bestehn aus wenigen
buchstaben
leben
liebe
tod
rosadora

in der wortebene
das gras wachsen hören
nach den schafen suchen
die müssen hier
doch sein
gehörtes gesehenes
hinein nehmen
in die sehnsucht
nach vollkommenheit
rosadora
nein, nicht aschermittwoch, frauentag, 100 jahre und nichts los…
nicht gefeiert, nicht gefetet, nicht getanzt.
war wohl auf der falschen veeranstaltung, naja…




die forderungen clara zetkins sind noch immer nicht erfüllt.
die vielen wiederholungen machen müde, aber nachlassen wäre nicht der richtige weg.
wir können uns brot und rosen kaufen – andere können das noch lange nicht.
viele frauen nutzen die errungenschaften der letzten jahre, ohne sich bewusst zu machen, was ihnen heute alles möglich ist.
was fehlt ist das bewusstmachen dessen, was es bedeutet, als frau bis in alle einzelheiten akzeptiert zu werden.
frauen gegen gewalt heisst das diesjährige motto zum 100sten frauentag.
neben rosen und brot, sinnbildlich gesprochen, findet gewalt auch in der sprache statt. da liegt einiges im argen. wenn die frauen das nicht herausspüren und ihnen der sprachausdruck egal ist, fehlt auch das gespür für viele andere zwischenmenschliche bewegungen. (als frau in der männlichen form angesprochen zu werden).
fernsehen und prommmis sind da leider kein vorbild.
das hinterherhecheln um schönheitsidolen gleich zu sein, ist eine ziemlich unterwürfige art.
ich wills nicht ausdehnen. im argen liegt vieles. es gilt aufmerksam zu sein, um nicht
sogar errungenes wieder zu verlieren…
rosen zum rosenmontag,
lasst uns feiern, lasst uns tanzen,
rosadora