
den blauen see
am himmel suchen
die sterne
im spiegel der bäche
mit dem mond unterm arm
gehen durch die nacht
die sonne wegschicken
in ein anderes land
mondausflug
aus:
rosadora g. trümper tuschick
ins immer unbekanntere

den blauen see
am himmel suchen
die sterne
im spiegel der bäche
mit dem mond unterm arm
gehen durch die nacht
die sonne wegschicken
in ein anderes land
mondausflug
aus:
rosadora g. trümper tuschick
ins immer unbekanntere

im saum der nacht
gefaltet der tag
steigen bilder
aus umgrenztem raum
lichtscheu
suchen dich
im dunkel
legen dir
vergangenes in dein herz
dessen du dich erwehrst
schleppend
säumt es die tage
aus:
rosadora g. trümper tuschick
ins immer unbekanntere
´MEINE RELIGION IST SEHR EINFACH –
MEINE RELIGION IST DIE GÜTE´
Dalai Lama
isadora duncan
sammle göttinen
tanze von stern zu stern
mensch fall nicht
bilderfrau alles schau
aus:
käthe trettin
philosophie des tanzes

also, dass brigit, die lichtgöttin, die bäume wachrüttelt, das gefällt mir besonders. die nacht war so sternenklar, da konnte sie gut unterwegs sein. manchmal reitet sie auf einem pferd. allzu verständlich, sonst bekämen ja nur wenige bäume diesen weckruf. und dass wir es tolerieren, das wachsein der bäume, und nicht mehr an ihnen herumschneiden, versteht sich von selbst, oder.
und dass der winter noch andauert, wenn an lichtmess warmes und sonniges wetter ist – und das war es.
dann schaut das murmeltier nur mal kurz aus seiner höhle und wenn es seinen eigenen schatten sieht, zieht es sich wieder in sie zurück, weil noch kein ende der kalten jahreszeit abzusehen ist.
es ist beginnender frühling. die tage sind merklich länger. gestern war es um halb 5 am nachmittag noch hell! so eine freude, und die energie steigt – ich war wie aufgezogen.
bis zur frühlings-tagundnachtgleiche sind es noch 40 tage.
den frühblühern ist langweilig und sie schauen hier und da schon mal, ob sie sich hervortrauen können.
schneeglöckchen sind da die vorwitzigsten.
die neuen projekte hocken vor der tür und wollen eingelassen werden. alles tun geht leichter und flott voran. auch die neugier treibt blüten, muss sich fast zügeln und geduldig warten, dass eines nach dem anderen geschieht.
und das räuchern nicht vergessen, um die schwarze alte zu verscheuchen und die weisse hervorzulocken
und bitten, dass sie sich zuständig fühlen möge für die kommende zeit.
eine heller werdende zeit euch allen und viel energie.

… gedanklich greifen wir gerne zu alten tüchern – festen meinungen, an die wir uns lehnen wie an ein gerüst. wie alte tücher sind auch alte gedanken porös und brüchig. als menschen sind wir in einen fortgang eingebunden. so rasant er auch zu werden scheint, wir können uns ihm nicht entziehen. wir selbst treiben ihn an. immer schneller. immer spezieller. so weit, bis er uns einmal überholt und wir keine tücher und keine gedanken mehr brauchen – schon gar keine alten.
aus:
rosadora g. trümper tuschick
zeitlebens

und wir alle, was sollen wir tun mit dem wort, das uns geschenkt wurde, als es an seinen wurzeln zu packen und es beschwörend den erdball überziehen zu lassen, auf dass es seine geheime, einigende kraft hingibt an eine eroberung – die einzige eroberung auf der welt, die nicht weinen, die lächeln gebiert:
DIE EROBERUNG DES FRIEDENS.
nelly sachs
aus:
veronika merz
das universum des unsichtbaren

SILVIA BOVENSCHEN
´ einmal fragte mich jemand, ob ich glaube, in meinem leben etwas versäumt zu haben. ich war erstaunt, dass mir gar nicht so viel einfiel. ich gab die frage an meine freundin s. sch. weiter. sie überlegte lange. ich wartete auf eine dramatische antwort. dann sagte sie: ´ich bin nicht motorrad gefahren.´
mir fällt auch noch etwas ein: ich konnte nie auf zwei fingern pfeifen.´
aus: älter werden
ich holpere auch herum und überlege, ich würde gern alle sprachen der welt, wenn auch nicht sprechen, so doch verstehen können.
etwas unverschämt, oder.
es schneit – schon wieder
ooooo wie schön
rosadora

Joseph Beuys
Lass dich fallen, lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die “ja” sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukle so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere dich,’ verantwortlich zu sein’ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Es wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.
Träume wilde, fantasievolle Träume.
Zeichne auf Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein. Sei frei. Preise dich selbst.
Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe…

ich suche
eine insel
wo man atmen kann
und träumen
dass die menschen
gut sind
rose ausländer