
wespen in scharen
wind wie wild durchs haar
ein jäckchen mittragen
zum spaziergang ins ausflugslokal
und freude
über jeden sonnenstrahl
der noch wärmt

wespen in scharen
wind wie wild durchs haar
ein jäckchen mittragen
zum spaziergang ins ausflugslokal
und freude
über jeden sonnenstrahl
der noch wärmt

vielleicht wäre es gut, wenn die welt von katzen regiert würde.
dann gäbe es in den höchsten ämtern endlich ausreichend klugheit, instinkt, einfühlungsvermögen, beharrlichkeit und energie.
anna magnani
christine reinckens
kunstbalkon kassel
vernissage 28.08.09
WARTEN
ein aus sehnsucht gesponnener traum
ein ganz besonderer zustand, wenn wir ihn füllen, mit unseren träumen
oder ein ins stocken geratener zeitfluss, der quält und wütende ungeduld
heranschwemmt
christine reinckens wartende sind lässig entspannt, lassen die betrachtenden gleichgültig an sich vorüberziehen, unirritierbar, ohne auch nur den blassesten schimmer erkennen lassend, worauf sie warten
sie sind nur sie selbst, tragen weder taschen, noch handys , noch Einkaufstüten, tauchen doppelt auf,
schliessen sich fast zum kreis durch die beiden an den äusseren rändern sitzenden, wie in einer schlussposition beide den kopf aufstützend
mittelpunkt ein paar gelborange schuhe, um die sich der kreis mir in gedanken schliesst
die beine und füsse sehr ,entgegenkommend´, sich in den kreis sehnend
wartend – eher ab-wartend – erscheint mir die szenerie
das warten friedlich hinnehmend
variationen des wartens einer gleichgearteten menschengruppe






für sabine…
Ein Traum, ein Traum ist unser Leben
Auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen schweben
Und schwinden wir
Und messen unsre trägen Tritte
Nach Raum und Zeit;
Und sind (und wissen’s nicht) in Mitte
Der Ewigkeit.
(1. Strophe aus „Amor und Psyche auf einem Grabmal“.)
Johann Gottfried Herder (1744-1803)

wärend ich hier an meinem i mac sitze, spüre ich den wunsch, tief einzutauchen ins kühle nass.
ins kraut geschossen
ist der sommer
auch
meine liebe schwirrt
und tiriliert nicht mehr
des herbstes nebel
legen früh sich nieder
schon
meine liebe
liegt
im erntehauch
das ganze land
trägt früchte
vom vergangnen jahr
blieb nur die liebe
blieb die liebe nur

robert walser
wer lebhafteren geistes ist, spinnt eben ab und zu mal…



robert walser
’niemand ist berechtigt, sich mir gegenüber so zu benehmen, als kennte er mich.‘

‚freundchen, ich kenne dich doch’, bedrohlich und herabwürdigend ausgesprochen, vom vater z. b., und verdächtigt, irgendetwas auszuhecken, von dem er längst weiss, dass es geschehen wird.
ich war naiv und wusste nicht einmal, was er meinte. ich war aber auch trotzig ob solcher anschuldigungen. ich sann nach und überlegte, mit was ich ihn beunruhigen könnte. es müsste ja etwas sein in der nähe dessen, was er mir unterstellte, aus der sicherheit heraus, dass er mich kennte.
ich war von seiner angemassten autorität so eingeschüchtert, das ich mich nichts traute. doch, ihm wasser in seinen motorradtank zu kippen, ihm mal richtig die matte unter den füssen wegzuziehen oder üblere scherze, gingen mir durch den kopf, blieben aber leider nur in meiner fantasie.

es herbstelt
zwischen dem sommerseuselwind
unbemerkt farbenwechsel
von grün zu beige zu gelbrotbraun
der hitze ein unterton beigemischt
wie
ach wie lange noch
und bald vorbei
im sommerofen sitzen und geniessen

