
‚wer will
dass die welt
so bleibt
wie sie ist
der will nicht
dass sie bleibt‘
ERICH FRIED

‚wer will
dass die welt
so bleibt
wie sie ist
der will nicht
dass sie bleibt‘
ERICH FRIED

der sonne hinterher
falle ich
in mein wohlbefinden
in diesem tag
nie war sie direkter
zeigt
was sache ist
oder
auch nicht
leckt meine wunden
für stunden
und stöhnt
noch ein gedicht
FRÜHLINGSBEGINNEN…

der frühling
durchwandert den tag
von strassenseite zu strassenseite
von park zu park
von herz zu herz
während die temperaturen
nachts fallen
steigen unsere erwartungen
tag für tag
heute
täuscht uns die sonne
gewaltig

das leben
hat ecken und kanten
herangezoomt
werden sie ganz weich…

indische göttin der gemächlichkeit…
sie sprang mich an, obwohl sie dazu keinen finger rührte, geschweige denn abzuheben gedachte. dieser schlafwachzustand, der uns westeuropäerinnen so abgeht. immer müssen wir wuseln und herumtun, wenn nicht dies, so müssen wir zumindest denken.
immer immer rumort es in meinem kopf, will ich dies und jenes begreifen, will ich das eine mit dem anderen verknüpfen, um zu verstehen.
selbst wenn ich sitze und nichts tue, was nicht so selten passiert, hockt mir diese aufforderung im nacken, tu doch was, heb doch endlich ab, beginn zu fliegen, wenigstens in deinen gedanken.
nun soll sie mich beruhigen mit ihrer gemächlichkeit und der ausgestrahlten ruhe.

im grenzbereich
treffen wir uns
du und ich
werfen uns schattenbälle zu
setzen uns lichtkronen auf
mit unseren efeustimmen singen wir
ein halleluja auf den tod
ein halleluja auf das leben
verschmelzen
zu einem einzigen gesang

trostraum nie
immer
der hang zu neuem
immer
der schrei in die nacht
fliegen
über flaches land
gewagtes
das dich in not bringt
aber immer
auch lust
unvorstellbare lust

fragen
die wolken fragen
warum sie ziehen
wie sie ziehen
die richtung ändernd
so wechselhaft sind
in ihrer gestalt
ganz gegen die
gewohnheiten der menschen
die festhalten
an plan und ziel
obwohl sie es nicht kennen
glaube ich

ab in den tag
der gegenwart
den rückblick verweigern
heute sagen
und morgen denken
es kommen
schönere tage
rosadora

8. märz 2008