OKTOBERSTERN…

die farben im oktober – ein rausch.

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heute erst entdeckte ich das gedicht von carl zuckmayer, der im überschwang durch den oktober ‚rauscht’, wie er heute (der überschwang) in der lyrik so nicht mehr geäussert wird. knapp sind die äusserungen und haben ihre berechtigung – knapp aber sind auch die wahrnehmungen und empfindungen geworden, wo es um naturerlebnisse geht.

natur – unsere lehrmeisterin, unsere trösterin, energiespenderin, begleiterin – ewige mutter, von der wir kamen, die uns erwartet am ende unserer zeit… Continue reading

…IN DEN ALLEEN hin und her UNRUHIG WANDERN…

HERBSTTAG

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herr: es ist zeit. der sommer war sehr groß.
leg deinen schatten auf die sonnenuhren,
und auf den fluren laß die winde los.
befiehl den letzten früchten voll zu sein;

gieb ihnen noch zwei südlichere tage,
dränge sie zur vollendung hin und jage
die letzte süße in den schweren wein.
wer jetzt kein haus hat, baut sich keines mehr.

wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange briefe schreiben
und wird in den alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die blätter treiben.

rainer maria rilke

WAS IST DAS LEBEN…

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das leben ist eine mohrrübe – weiter nichts, antwortete anton tschechov auf die frage von olga, was das leben sei.
wenn ein schriftsteller und arzt diese frage nicht beantworten kann, wieso sollte ich mir dann den kopf zerbrechen und formulierungen finden, die alle nicht stimmen.

wenn ich es trotzdem versuche, kommt so etwas heraus wie: das leben ist das, was du daraus machst – oder, das leben ist alles und nichts – das leben ist verheissungsvoll und nichtig, jenachdem – das leben, um im bilde von tschechov zu bleiben, ist eine gurke.

manchmal ist es wie eine grosse pfütze – du spiegelst dich darin, du springst darüber oder fällst hinein. du musst auf sie aufpassen, damit sie nicht austrocknet und verschwindet. ebenso wird es sich mit der welt und dem leben verhalten, eines tages ist es einfach verschwunden…

BLATTMEDITATION AM MORGEN…

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lege oder setze dich unter einen laubbaum. suche dir zwei schöne blätter aus und bedecke damit deine stirn oder deine augen. lasse bilder entstehen, wie das kleine blatt, noch ganz knospe, heraus will an die sonne, an den wind, den regen trinken möchte und erfahren, was tag ist und was nacht, wieviel zeit es draussen verbringen wird in einem jahr, ehe es sich wieder ins innen zurückzieht.
sei du selbst ganz blatt und schnuppere den duft, den es verströmt und präge dir ein, wie eine birkenblatt riecht oder das eines ahorns.
nimm diese gefühle in dich hinein und trage sie mit nachhause, damit du noch eine weile davon zehren kannst. Continue reading

VON HERZEN . . .

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Liebe Rosadora,

vor einigen Monaten habe ich Sie bei Hassan im Allee Cafe kennengelernt und Sie sagten mir Ihren Internetauftritt. Seitdem bin ich regelmäßige Besucherin, vor allen Dingen Ihres Tagebuches.

Ich bin immer wieder tief beeindruckt und tief berührt von Ihren wunder-vollen Bildern und Ihren Worten. Es ist für mich eine Insel im Alltag. Egal, ob es mir gut geht oder ich einen Anker brauche.

Von HERZEN sage ich Ihnen : DANKE dafür, dass ich es wissen darf, wo ich Ihre Bilder und Worte finde.

Wir sehen uns vielleicht mal wieder im Allee-Cafe. Ich würde Sie jedenfalls gerne ansprechen.

Mit vielen herzlichen Grüßen

Ihre Doris Hofmann

E R I N N E R N . . .

ferdinand von reizenstein – vernissage im residenz ambiente

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das erinnern in der demenz an das ALTE KASSEL bei den bewohnerinnen und bewohnern der RESIDENZ AMBIENTE hervorzulocken war das anliegen des guido kannenberg mit der auswahl der gehängten bilder.
herr utz, herr guido kannenberg und johanna fuchs, die schwester von ferdinand von reizenstein, sprachen einführende und anrührende worte, warum die ausstellung so ist und nicht anders und über das leben des malers. Continue reading

E I G E N T L I C H . . .

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…wäre ich heute früh für meine massage angemeldet, aber stattdessen wickele ich mich hinein in die bunten blätter, in die wärmenden sonnenstrahlen, bin im farbenrausch, in dem rausch, in den ich mich flüchte, da ich weiss, dass alles kühler und kälter wird – sozusagen sammele ich farben und gedanken für den winter, wie frederik in seiner mausegeschichte.
Ein tragender beweis auch, dass farben und licht und wärme erheitern und der seele gut tun, soooo guuuuut. Continue reading