KRIMSKRAMDEKOFREUDENHYMNE…

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO II_30.09lösen den krusch aus der masse
befreien
aus sinnlosem sinn
erlösen
zu freiem gebilde
fangen
zu neuem ganz neuem
KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO_V_30.093

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIN.DEKO_III_30.091

herausschauen
fast fokusieren -
im großen gedöns
fantastisches flüstern hören
gedichte geschichten
und freches auch
geheim und versteckt

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO_VI_30.094

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIN.DEKO_IV_30.092anstrengend
in dem großen gemenge
ein winzig kleines
sprechen hören
ein klitzekleines
in der betrachtung
größe erlangen zu lassen

HUNDE RÄUMEN AUF…

IN DER AUE RÄUMEN DIE HUNDE AUF
habe ich den eindruck

AUE_HUNDE RÄUMEN AUF_I_20.09AUE_HUNDE RÄUMEN AUF_SCHÄFERH._P1570771unerbittlich schleppen sie die großen äste von einem ende zum anderen
sie machens den menschen nach wollen dienen und gehorchen
diese armen hunde
aber es macht ihnen spaß das wiederum könnten die menschen den hunden abgeschaut haben
hoffentlich werden sie nicht ausgenutzt – die hunde – von den menschen
aber lustig sah es aus…

SIMONE FEZER – VERWURZELT

glasmuseum immenhausen
noch bis 31. oktober 2016
SIMONE FEZER_GLASMUSEUM_MIRKOSBILDER_18.091zauberhafte dinge präsentiert uns SIMONE FEZER da. aber sie sind alles andere als nur zauberhaft. der zauber geht aus von dem material – glas – das auch immer etwas geheimnisvolles und scheinbar leicht zu durchschauendes transportiert.

SIMONE FEZER_ROSAS GLASMUSEUM_18.09
beim genauen betrachten und hinsehen verschmelzt das thema VERWURZELT zum wurzelgeheimnis in alle richtungen. es hat hand und fuß und noch mehr herz. wurzeln wachsen in den himmel. wer vermutet das schon. wurzeln stellen  verbindungen her. ich stolpere über die vielen möglichkeiten – obwohl ich ein fantasiebegabtes wesen bin. sind wurzeln wesen – haben sie etwas wesenhaftes. müssen sie ja wohl – denn sie bewurzeln gegenden, in denen ich sie nicht vermute. tief in unseren herzen sind wir verwurzelt – verwurzelt mit allem was lebt.

SIMONE FEZER_GLASMUSEUM_MIRKOSBILDER_18.09 SIMONE FEZER_GLASMUSEUM_NACH AUSSEN GREIFEN_18.091
SIMONE FEZERs fantasiegebilde regen an weiterzuspinnen. sie eröffnen eine glaswelt der bewunderung. staunen ist erlaubt. hatten wir als kinder nicht diese kunterbunten glasperlen, die uns hinauf- oder hinabsteigen liessen in eine kindliche fantasie- und wunderwelt. der zauber ist wiederherstellbar durch diese ausgestellten raumgreifenden und bizarren glasgebilde, deren hände ganze geschichten erzählen, alte und neue und immerwieder.
die hände greifen nach mir, auch die so zartfarbenen gezeichneten in rahmen.
SIMONE FEZER_DIE ALTE_P1570463 - Arbeitskopie 3
die glasgestalten mit menschlichen zügen verweisen auf mythen, neu erzählt und weiterzuspinnende. ganz fasziniert bin ich von der ganz von wurzeln durchdrungenen ALTEN, deren hängebusen noch immer fantasieen spenden. wie die weise alte wacht sie über die ausstellung und die menschen – so diese es zulassen.

SIMONE FEZER_GLAS_FRAU_P1570491 SIMONE FEZER_KRAKE_P1570490
am eingang die aufrechte SCHWARZE ist streng, bringt die leichten fantasien etwas ins stocken. sie macht nachdenklich und lächelt dabei, stellt das ganze infrage, hinterfragt die bedeutung.
gern war ich in der ausstellung. für eine weile hat sie meinen blick und meine gedanken auf eine andere ebene geführt – und tut es noch immer…

MICHAEL BUTHE
oder: Der König ist tot, die Objekte leben weiter.
MICHAEL BUTHE_VI_neu entdeckt – der künstler MICHAEL BUTHE – vierfachaussteller bei der documenta.
in einer retrospektive erlebt sein werk eine neubelebung und neubetrachtung und auch würdigung.

MICHAEL BUTHE_I_P1570154 MICHAEL BUTHE_V_P1570149
in einem artikel von NOEMI SMOLIK über michael buthes werk erkennt sie MICHAEL BUTHE als wegbereiter. wegbereiter erkennt man nie in dem moment, wo diese wege gelegt werden. er starb  1994 mit 50 jahren, (ver)brannte für das, was er zum ausdruck bringen wollte.
in seinen ritualen erkannte er den heilenden aspekt der kunst, noch bevor carolyn christov bakargiev – documenta 13 – diese dimension hervor hob.
seine werke passen noch nach über 20/30 jahren in die zeit. eigentlich sind sie zeitlos.
sie geben immerwährende denkanstöße, sind bunt und heiter und tiefsinnig.
MICHAEL BUTHE_III_P1570152 MICHAEL BUTHE_IV_P1570150seine behauptung
„Was heißt überhaupt Kunst? Es gibt überhaupt keine Kunst, es gibt nur Leben.“
kann ich gut verstehen aus dieser zeit heraus, in der niemand genau deffinieren kann, was kunst denn eigentlich ist. sie ist, was sie ist, basta.
MICHAEL BUTHEs werk ermuntert nicht immer den ganz großen wurf zu starten. er bleibt sich selbst auf der spur und das scheint mir das entscheidende. in die eigene fantasie kriechen und sei sie noch so winzig – als teil von dir selbst, als deine art die welt zu verstehen und zu deuten, so gut es möglich ist.

MICHAEL BUTHE_KERZENLEUCHTER MIT EIERN_P1570158manchmal braucht es zeit etwas zu erkennen. michael buthe war auf 4 documentas vertreten. in erinnerung blieb mir nur der übergroße schwarze kerzenleuchter mit den zwei goldenen rieseneiern. und nun, da über internet fast alles zu haben ist, schaue und schaue ich und füge zusammen. in seiner retrospektive ist er lebhaft hervorgehoben in seinen werken.

fotos abfotografiert aus: artblog cologne

kerzenleuchter: ardmediathek.de

R O S T k u n s t …

IM WERKHOF…
WERKHOG_ROSTKUNST_COCA COLA_P1570057
Kampfmittelräumdienst in der karlsaue.
meine fundstücke mögen unbedeutend sein – doch sie taugen immerhin, sie als rostkunst in meine sammlung einzuordnen. geradezu gierig, wie auf einen leckerbissen, bin ich hinter ihnen her. aus einem riesenmetallabfallberg suche ich sie heraus. sie zeigen sich mir in ihrem befreiten zustand und hoffen auf anerkennung – noch ein letztes mal, ehe sie dann an die schrottverwertung verkauft werden. was ihnen da geschieht, will ich gar nicht nachverfolgen. sicher verlieren sie ihre form und damit ihr gesicht, das sie mir noch zeigen.
ich weiss nicht mit sicherheit, wie lange sie im verborgenen zubringen mußten. der räumdienst sucht nach blindgängern, die jetzt an der reihe wären, sich selbst zu zünden. mit akribie suchen sie und finden sicher auch dinge, die nicht aus der bombung von 1943 stammen. ihr sucher zeigt jedes fitzelchen an.

werkhof_rostkunst_II_30.081 werkhof_rostkunst_III_30.082werkhof_rostkunst_I_30.08warum sind sie kunst – rostkunst. sie sind es für mich, weil ich das so will, weil ich sie dazu mache. sie sind es wert, betrachtet und ins licht gerückt zu werden. es erfaßt mich ein schauer, wenn sie mir begegnen und – dass sie nach so langer zeit irgendwie ihre zerschlagene form behalten haben. ihre beschaffenheit überdauert die zeit. sie sind zeitzeugen auf besondere art. sie geben nur zögerliche antworten, so man sie fragt. und ein seltsamer coca cola-knautsch veranlasst mich, die geschichte der firma nachzulesen. ich bin erstaunt, dass sie schon im vergangenen jahrhundert ihre reise begonnen hat – eine reise um die ganze welt und bis in die ablage des werkhofes in der karlsaue in kassel genommen hat. interessant und spannend finde ich die zusammenhänge. alles hat einen anfang und endet nie…

STEINBRUCH IM HOCHSOMMER_II_…

STEINBRUCH_II_BLECHHAUS_P1560788das licht
die sonne
die wolken
STEINBRUCH II_PFLANZEN_16.08
heute zeigt es mir die sonne deutlicher – es ist hochsommer. sie brennt mir aufs haupt – mein unbedecktes – und heizt den steinbruch auf zu einem backofen.
mir fehlt die gelassenheit von gestern – da meinte sie es noch gut mit mir.

ich gehe einen anderen weg, der nicht ganz so steil ist und an den rändern etwas schatten
hergibt. ich komme auf das platteau, wo früher ein kessel stand, den die steinfirma vergessen hatte, und der ein wunderbares kunstobjekt abgab. gern hätte ich noch ein paar einfälle mit ihm verwirklicht – nun ist die wirklichkeit eine andere. aber sie erfreut mich auch, weil der gesamte steinbruch nun freigeräumt ist von überbleibseln der firma – fahrzeuge, bagger und anderes mehr…

STEINBRUCH II_UMGEBUNG_16.081
ein großes felsrund könnte einen ritualeplatz vermuten lassen. aber sie dienten wohl bloß dazu, die fahrzeuge nicht in den abgrund stürzen zu lassen.
schattenlos dieser platz und ich halte mich nicht lange auf. ich steige nun hinab zu der ersten etage, will noch danebengegangenes wiederholen – will filme wiederholen mit einer anderen kamera. das gelingt mir nicht – zuletzt deshalb – weil die sonne es übertreibt – alles verdreht. der splitsteinberg ist nicht mehr anthrazit sondern mausgrau. die baumreihe vom vortag am vormittag ist nicht mehr geheimnisvoll dunkelgrün – sondern verblasst wie eine ausgewaschene schürze. die horizontlinien nicht mehr verheißungsvoll von hinten angestrahlt – sondern frontal erwischt und simpel flach.
nichts ist wiederholbar – niemals ist es dasselbe mehr.

STEINBRUCH II_WEG_P1560739

ich versuche so schnell wie möglich aus dem bruch heraus zu kommen – es ist einfach unerträglich heiß für mich. dann finde ich noch – etwas abseits – ein pendant zu meinem sarkophag von gestern. in der größe passt es dazu – ein blechrundbau mit steindach. ich suche noch nach einer eingebung, was es für mich sein könnte. jedenfalls freut es mich seine bekanntnschaft gemacht zu haben – auch wenn es wohl menschenwerk ist – ich hoffe kinderarbeit – eben kunst…

STEINBRUCH IM HOCHSOMMER_I_…

STEINBRUCH_I_GESICHT_P1560643-001die steine
die pflanzen
der himmel
STEINBRUCH I_PFLANZEN_15.08
die sonne zeigt sich, zeigt an, dass es sommer ist, geht schon fast ein bißchen rückwärts.
die sonne wärmt, der schatten kühlt – das ist gut auszuhalten. den bachlauf hat sie nicht aufgehalten, nicht aufgeleckt, die sonne. die pflanzen breiten sich, breiten sich aus, wachsen in die höhe auch, haben einen guten stand stehn geschützt im rund des steinbruchs, sehen die kolosse nicht, nehmen sich, was sie brauchen. ungestört ein jahresrund. sie haben sich vermehrt, sind zahlreicher geworden, erwecken mein erstaunen. zottiges weidenröschen, nachtkerzen und blühgras hoch und aufrecht. lupinen, längst verblüht und voller samenschoten warten darauf, noch einmal erkannt und beachtet zu werden. meine sitzecke mit steinkreis schützen sie, machen ein entdecken fast unmöglich.
STEINBRUCH I_ZERKL. STEINE_15.081
ich steige, steige hinauf – ich nenne es erste etage – weil es noch eine zweite gibt für mich und eine dritte.
ein steinwall mit grauen zerkleinerten steinen gibt eine gute kulisse. ich filme und fotografiere. hocke, hocke auf einem riesigen felsbrocken, der mit einem anderen eine sperre errichtet. durchfahren unmöglich. aber wer sollte hier noch fahren im stillgelegten steinbruch.
immer wieder hocke ich, hocke auf dem einen oder anderen felsgestein, um mich zu ruhen, zu schauen auch und um energie zu tanken.
STEINBRUCH I_UMGEBUNG_15.082
die letzte etappe nehme ich gemächlich, teile meine puste ein, wie wasser, das ich wiedermal nicht bei mir trage, und das verschwappt, wenn man ungestüm ist.
bis ins letzte eck krabbele ich mich durch. sitze dann im schatten unter dem großen felsgestein, das sich auftürmt wie eine wand, das sich brüstet, das brahlt und doch stillschweigt, beobachte die sonne, wie sie über den felsrand steigt. es ist still, so still, dass ich es wahrnehme und mich wundere, dass es das gibt, wo alles in bewegung ist. es sind diese momente, die mich dankbar werden lassen, ein wenig ehrfürchtig auch, immer in begleitung von meiner neugier.

steine in diesem zusammenhang des abgebrochenen, aufgebrochenen, gefallenen, ja gestürzten, und neuvereinten, geben eine interessante szenerie. ich sehe und beobachte, wie sich die steine zu gruppen einen, wie sie berührung wagen, wie sie szenen gestalten im sturz, wie sie geduldig ausharren und sich weiterhin selbst inszene setzen durch sonne, feuchtigkeit, indem sie moose und flechten und kalkablagerungen und manch anderes verwenden, und nicht untätig und tot herumlungern.
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ich finde einen sakophag, der zu meinem schönsten foto wird und den ich schon als großes bild in auftrag gegeben habe. also auch anreger, sie regen an zu manchem, so man es will und sich anregen lässt, damit es nicht tote masse ist. und sie haben geduld, die steine. du kannst sie auch fragen und bekommst antworten – so du willst – des menschen wille ist sein himmelreich – heißt es nicht so…
steinbruch_I_kreuzstein_P1560624
ein stein – um die 40 cm im quadrat – weist ein gleichschenkliges kreuz auf. ich denke an meinen vater, der vor seinem tod sagte – da wo andere menschen ein herz haben, ist bei mir ein stein – verursacher wohl die kriegserlebnisse, die ihn niedergedrückt hilelten sein lebenlang.

steine sind nicht nur steine – sie sind auch erinnerung, sie legen gefühle frei. sie verändern ihre gestalt mit dem wetter, mit den jahreszeiten und stoßen unterschiedliches in mir an, jenachdem…

heute begegnen mir, außer ein paar vöggeli und schmetterlingen, keine tiere hier. doch ich bin nicht allein, denke an a., der mit seinem hund wohl hier hin und wieder seine touren läuft, an meine enkelkinder, denen ich das alles gern zeigen möchte. manchen möchte ich die schönheit erschließen, die von wolken begleitet und verzaubert so heimlich hier lagert.
ich denke an das leben und an das sterben und die vergänglichkeit. die immer anderen bilder hier neigen dazu, haben talent, das in mir hervorzurufen, und in der stille kann ich das gut weiterflechten, weiterdenken und bins zufrieden bis zum ende.

ich würde gern weiter und weiter laufen, aber meine hüfte mahnt mich, nicht leichtsinnig zu sein. am ende muss ich ja den ganzen weg wieder zurück gehen. und so gehe ich heute mit meinem reichtum – so fühlt es sich für mich an – zum ausgang zurück, hochzufrieden und beschenkt…

DIE DUNKLE SCHÖNE…

IN IHREM VERGEHEN…

ORPHNE_600_DSC_2157_bearbeitet-1sie ist die hauptfigur in meinem buch DIE DUNKLE SCHÖNE UND IHRE URWALDWESEN. sie gab die anregungen, sie mit den schillernden URWALDWESEN zu umgeben. sie ist die hüterin der wesen. intuitiv nannte ich sie ORPHNE.
ich machte orphne zur mutter des waldes, zu einer göttin sogar, die mit ihrem tier SINACH eine einzigartige erscheinung darstellt. auch in der mythologie sind göttinnen häufig in begleitung eines tieres und nicht voneinander zu trennen.

ORPFNE ALLE_II_2016  bei meinen erkundungsgängen erkannte ich sie nicht gleich. sie war wohl noch mit ihrer selbstgestaltung beschäftigt. doch als die blätter fielen, die sicht im urwald eine andere wurde, sah ich sie, nein, sie erschien mir und es traf mich wie ein blitz. klar und deutlich zeigte sie sich mir. eindeutig war sie die hüterin des waldes.

in den bäumen des urwaldes leben viele gestalten, doch man sieht sie nicht. sie halten sich verborgen und oft sind sie auch erst noch im werden, bilden sich aus, formen sich und nehmen in den schwingungen ringsum wahr, wohin sie sich entwickeln können.
deshalb sind auch für mich die bilder, die ich finde, immer neu. es geht um ein erkennen. in ihrer höchstform gestatten sie es mir.

ORPFNE ALLE_III_20161die DUNKLE SCHÖNE hat sich in den jahren zurückgezogen. es genügt ihr, erkannt worden zu sein. bei ihrem rückgang ins erdreich möchte sie ungestört sein. deshalb hat sie viele kleine bäumlinge um sich herum geschart, damit mir der blick verwehrt bleibe.
im winter, wenn die bäume kahl sind, sie mir einen anderen durchblick ermöglichen, konnte ich sie noch durch die stämmchen hindurch erahnen.
ich weiß, wo sie ihren platz hat und kann ihr auch noch einen ehrenbesuch abstatten, ohne sie bei ihrem dahinscheiden zu stören.
auch noch, wenn sie sich ganz verwandelt hat, zur erde geworden ist, werde ich ihr einen besuch abstatten und ihr danken, dass sie mir die augen geöffnet und ihre botschaften übermittelt hat, botschaften, die nur ich kenne, die nur mir etwas sagen, und die ich niemals verraten werde. sie sind in mein blut eingeschrieben, und wenn mich die vergänglichkeit einholt, werde ich furchtlos dank ihrer erfahrungen, die sie mir übermittelt hat, gehen können.

SOMMERFRISCHE…

SPITZWEGERICH SABABURG_P1560004

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz
(1883-1934)