GOLDENE KRONKORKEN – DOCUMENTA 12

Die goldenen Kronenkorken -  documenta 12 Leitsystem

vier 5
KRONKORKEN_I_P1320675_bearbeitet-1
keines der documenta anhängsel hat mich so in bann gezogen, wie dieser goldene kronkorken zum anstecken. die idee war, dass man anhand dieser kronkorken, die man überall finden kann, den standort bestimmen kann. was getrunken wird, ist von ort zu ort verschieden und an den jeweiligen kronkorken zu erkennen. immer wieder bücke ich mich, sammle sie auf, trage sie mit mir, und lege sie evtl. an einer ganz anderen stelle wieder ab.
hier nun habe ich sie gerundet – eine runde sache also…
KRONKORKEN_P1320675

Die Idee für den vergoldeten Kronkorken kam von der Designagentur Vier5, die auch das  Orientierungssystem für die documenta 12 entwickelte. Sie fanden das Modell für ihre Kronkorken im Frühjahr 2007 in der Mitte des Friedrichsplatz. “Auf der Straße sind Kronkorken ein Symbol unseres Verbrauches. Sie zeigen, wo die Menschen sich aufhalten und sich versammeln. Im Gegensatz zu anderen Arten von Abfall unseres täglichen Lebens ist der Kronkorken besonders ‘stur’. Einmal auf dem Boden abgelegt, ist es fast unmöglich ihn zu entfernen. Und gerade wegen seiner alltäglichen Natur, bleiben wir fast blind für sie – noch zusammen bilden die Kronkorken ein “unsichtbares” Orientierungs-system in der Stadt “.

KRONKORKEN_III_P1320673
Jetzt sind die alltäglich verwendeten Kronkorken ein Schmuckstück, das auf der ganzen Welt verbreitet ist, zum Emblem der Ausstellung verwandelt. Besucher können diese Kappen in Form einer Anstecknadel in dem documenta-Shop für je 2,50 €  kaufen, und sie durch das Tragen zu einem integralen Bestandteil eines subtilen Orientierungssystem selbst werden lassen.

GLÜCK UND LIEBE…

KOMPOSTLOCH AUE

GLÜCK UND LIEBE_P1320596das glück
fällt vom himmel
unerwartetes geschenk
es enthält eine botschaft
i love you
LIEBE UND GLÜCK_P1320597der tag ist gerettet. ohne glück und liebe wäre er fast nicht zu überstehen.
kompostlochglück – kompostlochliebe.
von weitem schon sah ich in einer tanne etwas knallrotes hängen. das gibt es so in der natur nicht. ebenso etwas weisses rechteckiges – auch kein naturprodukt. ein luftballon mit einer botschaft. ich zupfte es heraus und empfand ein momentanes kleinglück.
so mit glück und liebe bedacht fühlte ich mich beschenkt und trug es mit mir.

das glück fällt vom himmel…

REGEN IM KAKTEENHAUS…

eine stachelige angelegenheit…
BOTANISCHER GARTEN KASSEL
BOT. GARTEN KS_KAKTEEN_P1320286BOT. GARTEN KS_KAKTEEN II_P1320287

eine regenpause wird zur fotopause. der regen prasselt aufs dach. ich sitze gemütlich in der sitzecke und trinke mein smoothie.

BOT. GARTEN KS ROSEN_II_23.065BOT. GARTEN KS ROSEN_KAKTEEN_I_23.063noch vor tagen blühte es hier üppig – das ist nun vorbei. noch sitzend fokussiere ich mit der kamera stachelige ausschnitte – und finde gefallen daran. das sehen verfeinern – nicht das offensichtlich schöne bannen. verschiedene grüntöne herausgeschaut zwischen hell dunkel und zartgrau. ich bin begeistert – mache bilder aus meinem eben ergriffenen blickwinkel – schaue und bin erstaunt.
BOT. GARTEN KS ROSEN_III_23.064

DAS ROSENLIED NEU…

ROSEN IM BOTANISCHEN GARTEN KASSEL
BOT. GARTEN KS ROSEN_I_23.06
wenn sie regenschwer
zur erde sich neigen
wenn sie ganz trunken
ihr innerstes zeigen

sind regenrosen
mit zartem kosen
voller schönheit und würde
und tragen eine bürde

die wir nicht sehen
und in ihrem vergehen
lebt das bild von der rose
weiter in mir

rosadora
BOT. GARTEN KS_ROSENJUNGE_P1320404BOT. GARTEN KS ROSEN_II_23.061in diesem jahr gibt es wieder einen rosengarten im botanischen garten.
die rosen wurden ausgewechselt und deshalb mussten die beete ein jahr warten auf neue erde und neue rosenpflanzen, weil man rosen nicht an dieselbe stelle pflanzen kann, wo schon einmal rosen standen.
sie blühen wundervoll. doch die üppigen mit mehreren rosen auf einem stiel wurden von heftigen regengüssen sehr malträtiert, wurden zu schwer und liegen zum grossen teil am boden.
BOT. GARTEN KS ROSEN_III_23.062zweifelsfrei gibt mir das schöne bilder, doch das ungezwungene vergehen und verblühen ist besser zu ertragen – ist das, was man sich eher wünscht. die neue kraftvolle erde trägt sicher zu dem plötzlichen explosionsartigen wuchs bei. der regen prasselte in die rosen hinein. dem waren sie nicht gewachsen. sicher werden sie kräftiger nach einem rückschnitt. ihr duft hält sich bis zuletzt. noch an meinem imac duften sie mir entgegen, hüllen mich ein in schönste erinnerungen eines rosentages und leben so weiter.

DIE RUHE IM STEINBRUCH…

STEINBRUCH…

gebrochener stein – das wesen des menschen ein gebrochenes…
STEINBRUCH_LUPINEN VOR WAND_P1320253_bearbeitet-1der steinbruch – scheint mir – wird zu meinem neuen projekt – zwischendurch und immer mal wieder. beobachten was sich verändert – der natur die gunst erweisen und schauen wie sie sich das arreal zurück erobert.

STEINBRUCH_TRÜB_STEINWÄNDE_21.062die pflanzen finden die sich in diesem trockenen und steinigen boden hervor wagen. auf der seite des wasserlaufs haben so einige eine chance – aber wie lange. die sonne trocknet aus, schlürft das wasser, macht einigen das garaus. an vielen stellen zeigt sich die luzerne ist kurz vor der blüte. ob sie die kargheit übersteht.
STEINBRUCH_TRÜB_BLATTGRÜN_21.061der ort ist zu meinem ruheort geworden. keine geräusche – doch dann da ein mensch mit kamera. wie das. er kennt den ort aus zeiten wo hier noch basalt gebrochen wurde. wir wechseln ein paar worte und dann muss er weiter…
und später noch einer auf der ersten etage mit einem rad und sturzhelm. er kommt von der oberen kante – sehr gewagt. wir schaun in die runde.
die ruhe ist hin. doch so schnell sie erschienen sind verschwinden sie auch wieder auf dem grossen gelände.
STEINBRUCH_TRÜB_ALGEN_21.06_bearbeitet-1STEINBRUCH_TRÜB_ALGEN GELB_21.064
immer wieder bin ich verwundert wie ich das gelände gespeichert habe und wie ich dann wenn ich etwas bestimmtes suche es an ganz anderer stelle wiederfinde. z. b. ein holzstück das aussah wie ein fisch und den ich fotografierte.

STEINBRUCH_TRÜB_AUSGTROCKNET BACHLAUF_21.063
manchmal gehe ich rückwärts – also mit dem rücken voran. das geht hier schlecht jeder schritt bedarf der aufmerksamkeit in dem unwegsamen und teilweise gefährlichen gelände. ich weiss das und stelle mich drauf ein…

LICHTÄSTE…

…lichte äste

LICHTAST STEINBRUCH_AUSSCHNITT_P1040094_bearbeitet-1ich muss sie nicht suchen – sie sind einfach da. sie tauchen auf wie aus dem nichts und sind etwas später auch wieder weg – meine lichtäste. achtsamkeit und aufmerksamkeit kann man in kursen lernen – ich finde sie in der fotografie. ich blende ein und schaue, schaue genau – oder ich blende aus und meditiere – döse.

LICHTAST STEINBRUCH_AUSSCHNITT_P1040094durch rastloses tun kann man das sehen verlieren, verliert den blick für die keinen dinge. in den kleinen dingen sind geheimnisse verborgen. auf die verzichten zu müssen macht das leben ärmer.LICHTAST STEINBRUCH_P1310870_bearbeitet-1diese lichtäste sind ein geschenk. ich richte den blick nach oben und dann noch höher, dahin woher das licht kommt. lichte momente nenne ich das. mein geist ist wach, zeigt sich neugierig und beginnt aufmerksamer zu schauen.

FEDER_KOMPOSTLOCH_P1320013eine kleine feder – 5,5 zentimeter gross. ich weiss es, weil ich sie mitgenommen  und eben gemessen habe. sie erzählt mir eine geschichte, wenn ich zuhören kann.
lichtäste, fern und so viele andere überraschungen – jeden tag – immer neu.

WEINBERG…

WEINBERG_I_P1310887eigentlich wollte ich den fortgang des grimmmuseums beäugen. doch nach mehreren versuchen an verschiedenen tagen gelang es mir nicht mein auto zu parken. wo werden erst die grimmweltbesucher ihre pkws parken können – ist mir schleierhaft. wieder eine fehlplanung – oder. ich bitte um aufklärung. im netz fand ich nichts.

WEINBERG_II_BLUMEN_18.06_bearbeitet-1also versuchte ich vom unteren eingang des weinbergs hinauf zu gelangen. doch das ging nicht. an der ruine des gewächshauses war schluss.

WEINBERG_III_GELÄNDER_18.061_bearbeitet-1WEINBERG_IV_RUINE_18.062_bearbeitet-1der aus- und umbau des weinberggeländes dient wohl dazu, der grimmwelt auf die sprünge zu helfen, dem weltkulturerbe wilhelmshöhe noch eins draufzusetzen. alles wohl, um die besucherzahl auszureizen und die kassen klingeln zu lassen. aber wohin nur mit den vielen autos…

WEINBERG_V_BLUMENECKE_18.063_bearbeitet-1WEINBERG_VI_HI. TEIL_18.064ganz abgesehen davon finde ich die bisherigen verbesserungen gelungen. am unteren eingang blumen in leuchtenden farben und rosensträucher mit betörendem duft. ich bin allein im gelände, ausser den arbeitern, die sich hier gerade beraten. ich entdecke wege mit wein bewachsen, die es bisher so nicht gab, jedenfalls nicht für die öffentlichkeit. noch ein bisschen wild, aber das mag ich. jemand hat ein kleines kunstwerk aus steinen gezaubert – ein boot auf einem steinmeer – und – man hat es nicht weggeräumt aus ordnungsgründen.
ich habe es nicht bedauert, den weg nach oben gesucht zu haben, obwohl ich wieder hinunter musste.

KOMPOSTLOCH GEMÄHT…

KOMPOSTLOCH GEMÄHT_ II_P1310857ich habe es kommen sehn – vergangene woche – die gräser im kompostloch strahlten ein sommergefühl aus wie selten. so viele verschiedene grasarten. ich ging dazwischen wie verzaubert und beschenkt obendrein. die gräser blühten, waren also auf ihrem höchsten stand. ich fotografierte sie, filmte sie, wie filmstars, wie etwas ganz besonderes. und das waren sie auch. so eine einheitliche grasblühte gab es hier noch nie. bei allen eingriffen, welche die gärtner sich einfallen lassen, sind ihre ideen immer noch grösser, immer noch ausgefallener.

KOMPOSTLOCH GEMÄHT_17.06
ich frage mich, weshalb muss ein kompostloch gemäht werden. wieso machen sie, immer wenn die pflanzen hier ihren zauber ausstrahlen, ihnen einen strich durch ihre wachskraft.
sie antworten, weil sie es tun müssen. sie bekommen einen auftrag. sie arbeiten im auftrag. eigene kriterien, etwa dass sie einen grasplatz schöner finden als eine gemähte fläche, können sie gar nicht aufkommen lassen. vielleicht haben sie das gespür dafür auch längst verloren. es gäbe andere flächen, die sie mähen könnten. sie könnten das kompostloch einfach wachsen lassen, wie es will.
es tut mir weh, dies zu sehen und auch dass ich einsehen muss, dass ich machtlos dagegen bin, weil die vorschriften nun mal so sind.
ich will aufhören funken zu sprühen. das ist vergeudete energie. es ist wie es ist. ausser mir tut es offensichtlich auch niemandem weh. schade eigentlich…

STEINBRUCH…

…fast ganz oben

diese bilder sind vom 4. juni – also schon ein paar tage her. aber nach dem wogenden grün sind die steinfassaden und steinkuhlen besser auszuhalten.

STEINBRUCH_VOM TUFF ZUM BASALT_V_04.06

STEINBRUCH VOM TUFF ZUM BASALT_II_P1040141
unbedingt wollte ich erkunden, ob es einen verbindungsweg vom tuff- zum basaltsteinbruch gibt. es war heiss, aber ich wollte es so sehr, dass ich mich losmachte.
der weg war für mich mühsam, ich teilte meine kräfte ein so gut es ging.
ich stellte mir vor, an eine kante zu kommen, von wo ich den basaltsteinbruch einsehen könnte.

STEINBRUCH VON OBEN_I_P1040160
doch grosse überraschung – der weg führte mich direkt in den basaltsteinbruch. nicht ganz auf die oberste etage, aber fast. den weg am rande des bruchs konnte ich einsehen. und obwohl es heiss war wie hölle, wollte ich ihn bis ans ende gehen – also soweit es ging – ohne kopfbedeckung – ohne wasser – ohne handy – welch ein leichtsinn…
ich teile den steinbruch in etagen ein, um mich besser zurechtzufinden – paterre, erste und zweite etage. es gibt noch eine weitere, vielleicht sogar zwei. ich werde es herausfinden.

STEINBRUCH VON OBEN_III_P1040155
ich war also auf der zweiten etage angekommen und genoss die sicht und bestaunte die vegetation, die noch vor wenigen wochen sich so zaghaft zeigte und nun üppig zu wachsen, fast wuchern beginnt.

STEINBRUCH VON OBEN_IV_P1040147
dass die natur sich diesen ort wieder zurück holt, die aufrisse und grossen wunden sich selbst heilt und regeneriert, das wünsche ich mir.
es liegen andere ideen und vielleicht schon pläne vor. aber ich will sie nicht erwähnen. ausgesprochen gewinnen sie ungeheure macht.
weiterhin wird es der ort sein, den ich mit meiner anwesenheit ehre und die weitere entwicklung in bildern festhalte und begleite.