EIN MUSEUMSTAG…

NEUE GALERIE KASSEL
besuch aus hannover

bei einem kaffee entscheiden wir uns für die NEUE GALERIE. 7000 eichen josef beuys.
vom parkhaus aus laufen wir die schöne aussicht entlang unter einer baumallee, rätselnd, welche art – hainbuchen – man so zuckerhutartig zuschneiden kann. es ist gut warm und windig – eine wunderbare mischung – wie extra bestellt.
NEUE GALERIE_BEUYSAUSSTELLUNG_26.082_bearbeitet-1die beuys ausstellung enttäuscht mich leise. den schlittenteil kenne ich schon – der ist immer da. die erklärung und die fotos zu den bäumen finde ich etwas mager. immerhin ergeben 7 tausend bäume fast einen wald, stellt sich hier aber so überhaupt nicht dar.
baumfotos, ergreifend schöne, ein baum – selbst zu pierre huyghes ,untilled‘ zur documenta 13 zurrte man einen beuys-baum aufs kompostgelände.

NEUE GALERIE_BEMERKUNGEN ZU BEUYS_26.081_bearbeitet-1die kämpfer für die bäume sind jetzt zu faul das laub wegzufegen…   diese bemerkung nach so langer zeit und guter erfahrung gibt zu bedenken…

der weitere lauf durch die neue galerie gestaltete sich als reiner freudenlauf. sylvia kennt die maler – die bilder – und ist hellauf begeistert, wen sie hier alles antrifft.
NEUE GALERIE_HOECH UND WINTER_26.087HANNAH HÖCH – zum beispiel – die schattenwerfenden gläser mit der roten blume
,ich möchte die festen grenzen verwischen…‘ hannah höch, dada…

ein ganzer raum ausschliesslich mit ERNST WILHELM NAY. sylvia entlockt es nur ein aaaahhhhh…
ich liebe eher FRITZ WINTER mit den weiten horizontalen – fast grenzenlos.
NEUE GALERIE_WOLKE_26.086bei der glücklichen wolke von GERHARD HOEHME flippt sylvia fast aus. auf so einen titel muss man erst kommen. objektkunst könnte ich fast sagen – aus holz, polyester, spachtelmasse, leinwandresten, mull, zeitungspapier, draht, acryl, lack. ich versuche die materialien herauszuspüren… der zauber geht vom titel aus.

NEUE GALERIE_SYLVIA VOR KNALLROT_P1340936das kanallepinkene mag ich so überhaupt nicht. es blendet mich, es prahlt, ist aufdringlich wie sonst keines ringsum. sylvia ist erstaunt, es hier zu finden – oder gefällt es ihr gar…

MARIO MERZ_NEUE GALERIE_P1340918MARIO MERZ – arte povera künstler – sein im september 2013 wieder aufgebautes kunstwerk, ISOLA, das auf der d 7 1982 zu sehen war, inspiriert mich durch seine präsenz immer aufs neue.

ein nagelobjekt von GÜNTHER UECKER – wie falsch am platz – und mich doch in seinen bann ziehend.
NEUE GALERIE MIT_MARMORFRAUEN_26.084den grössten spass haben wir mit den marmornen frauen, welche die LÄNDER DER KUNST darstellen, und ganz unerwartet. sylvia benennt die einzelnen details, wie flippflopps, und löckchen und vor allem die ,so niedlich dargestellten‘ romulus und remus, wie sie diese noch nie sah, zu denen uns lachenhervorrufende bemerkungen einfallen. das erlebt man nicht, wenn man allein daherschaut.

am meisten beeindruckt mich die architektonische raffinesse mit der das museum ausgestattet ist. fenster in langen gängen und schattenerzeugendes licht – einfach umwerfend – immerwieder….

GANZE TAGE IM PARK…

AUE_ALLEE_P1340444

bei dem heissen wetter sind die wunderschönen parkanlagen und wälder rings um kassel die rettung vor hitzestaus. unter den hohen bäumen sind die temperaturen auszuhalten. dass ich dabei immer wieder in die nähe meines kompostloches gerate, ist wohl kein zufall. marlon hat einmal gesagt, dass es mich da immer wieder hinziehen wird, ich nicht davon los kommen werde. marlon war hüter des UNTILLED von pierre huighe und hat die hunde mit den pinkenen anmalungen übernommen. auch etwas, von dem er nicht wieder los kommt…

KOMPOST_AMPFER_P1340336KOMPOSTLOCH_AMPFER_11.08KOMPOSTLOCH_AMPFER_11.082
immer wieder wird meine aufmerksamkeit auf etwas gelenkt, das ich so noch nicht wahrgenommen habe. so z.b. die valven des ampfers. dicht heran gehen muss man, um sie zu sehen. sie sind wunderschön wie zauberwerk. das werde ich so nun  nicht wieder vergessen. die natur reichert an, reichert mein wissen an – mehr und mehr.

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das rotkehlchen ist ein besonderes. es kommt zu mir, wenn ich auf der bank sitze und lese, ohne dass ich es mit irgendetwas füttern würde. muntere augen hat es – wir halten blickkontakt.

KOMPOSTLOCH_WINDEN_11.083die winden im kompostloch haben eine besondere lage zur zeit. da sie sich an nichts emporranken können, bilden sie einen grossen windenteppich. das ist auch sehr schön. sie zeigen sich im sonnenschein. sobald die sonne verschwindet, verschwinden auch sie, schliessen ihren kelch.

KOMPOSTLOCH…

BESUCH AUS MONTREAL…

ich richte meine kamera auf eine entfernte bewegung, zoome die person heran und denke, es könnte eine frau sein mit einem baby im tragetuch vor der brust. ich winke sie zu mir her – es ist ein junger mann mit rucksäcken behängt – vorne und hinten. er stellt sich vor als FELIX aus montreal.

KOMPOSTLOCH_MONTREAL FELIX_10.08
montreal, das ist ja nicht gerade um die ecke. er hat das UNTILLED von pierre huighe gesucht und gefunden – hat es im internet eingegeben und solange vergrössert, bis er den weg zu dieser alten kompostierungsanlage gefunden hat. da ist er nun. zwei tage kassel, zwei tage leipzig, eine woche berlin.
ich kann ihm viel erzählen von der d13 hier und von meinem kompostloch. von pierre von marlon und den hunden – von denen hat er fotos aus dem internet auf sein smartphone gespeichert – von den diversen gift- und heilpflanzen – von den veränderungen in der zwischenzeit.

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ich zeige ihm die große pflanze des herzgespanns. da mangelt es an der übersetzung. herz ist klar – beim gespann nehme ich hände und füsse zur hilfe mit einem entsprechenden geräusch dazu. wir lachen uns beide fast kaputt. felix meint, das sei ein sehr poetischer name für eine pflanze. das hatte ich so noch gar nicht gesehen. ab jetzt umgibt sich das herzgespann für mich mit gedicht- und liedstrophen. so ein gewinn. und ich bange fast noch mehr als bisher um sie. der mäher war mal wieder unterwegs und es könnte sein, dass morgen das kompostloch dran kommt und alles ratzeputz abgemäht wird. mein herzgespann steht sehr an der kante eines hügels und wird vielleicht zum opfer der ordnungswütigen gärtner.
ich erzähle auch, dass ich diese pflanze von einem hügel, der seinerzeit entfernt wurde, noch rechtzeitig gerettet und hier an diesen ort verpflanzt habe. felix findet das sehr spannend. ich zeige ihm noch andere pflanzen und die hühnerhirse und sage, dass das gras meinem kater bestens schmeckt. pflanzennamen zu übersetzen ist äussert schwierig. aber aus dieser schwierigkeit ergeben sich die belustigenden momente.
wir tauschen noch persönliche dinge aus und die mailadressen – wir bleiben in kontakt.
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das kompostloch heilt sich immer wieder selbst. nach dem grossen kahlschnitt nun wieder so, als wäre nichts passiert. this ist  a very nice place – sagt felix und mich erinnert es an die anfänge des untilled und die zwischenzeitlich gemachten erfahrungen mit abräumen, umschichten und neuen erdhaufen. zur zeit also zum niederknien schön. ich sitze im gras und spüre die kühle im schatten.

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STEINBRUCH IM SPÄTSOMMER…

TANKHÜGEL
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ich nenne ihn tankhügel. auf ihm wurde ein tank zurückgelassen, ein alter transport lkw und ein defekter bagger. letzterer steht jetzt ganz unten – einfach mittendrin. schrott der üblen sorte.

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auf dem tankhügel finde ich wenig sonderheiten. fast alle fand ich schon auf diesem gelände. ein bisschen dem herbst zugeneigt.

BAUCH

STEINBRUCH_HIMMEL IM BAUCH_30.074STEINBRUCH_IM BAUCH_30.073STEINBRUCH_TANKHÜGEL_III_30.072
im bauch des steinbruchs keine neuheiten. immerhin eine besondere stimmung. die schatten werden schon länger und dieser eigenartige spätsommerflair wo ich mich hineinbetten und nie mehr aufstehn möchte.

MEINE BESCHEIDENE MOMENTKUNST…

blechkunst
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sich die frage zu stellen was kunst sei lohnt nicht. die begriffe gehen so absurd auseinander wie die vorstellung von kunst. in dem moment wo ich etwas abstraktes entdecke und ich ihm meine aufmerksamkeit und meine fantasie schenke ist es für mich kunst.

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ich würdige etwas vergehendem meinen blick und habe eine idee. mit meinem foto verleihe ich ihm dauer über diesen moment des auffindens hinaus. da ich meine fotos auf einem ´wölkchen´ ablege gewinnt es vielleicht ewigkeit.

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meine nun mit patina besetzen fundstücke lassen mich zurückdenken zwicken meinen geist mich zu erinnern.
an diesen – meinen – definitionsbereich von kunst werde ich mich auch noch erinnern – wie lange…

DIE WELT IST WIEDER OFFEN FÜR AI WEIWEI…

AI WEIWEI

mir fehlen die worte…

15.06.07_ai wei wei mit rosadora_ 040grosse freude – AIWEIWEI hat seinen pass wieder und ist in deutschland.

heute eingetroffen in münchen, reist er weiter nach berlin und london. dass er das land nicht verlassen durfte, war kaum zu verstehn. geknickt oder gestärkt da heraus gekommen – ich nehme mal letzteres an. ein wiedersehn vielleicht auch auf der nächsten documenta – d 14….

herzlich willkommen

STEINBRUCH – KARGE STRUKTUR…

STEINBRUCH_HNAG OBEN VORN_P1330965oben ist es karger. die pflanzen sind der sonne und dem wind mehr ausgesetzt als im unteren teil, und sie sind dem himmel näher. am himmel ein bussard. er flieht auf die andere seite, landet im steinigen, ist farblich nicht mehr zu unterscheiden. ein paar steine poltern nach unten. diesmal zwei rehe im steinhang, fliehen nach oben, richtung wald.

 

fliegendes landkärtchen
ausruhend am stein

storchenschnabel
errötet und stinkend

sumpfblättriger ampfer
samengekrönt in völle
STEINBRUCH_OBEN_BLÜTEN_26.07
wilder thymian
einsam in dieser gegend

prachtvolles schilfrohr
im schattenwasser
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wildverteilte pestwurz
blütenverheimlicher

zaghafte weidenröschen
wasser- und steingewöhnt
STEINBRUCH_OBEN_26.072
vollentfaltete binse
blütengeneigt zum wasser

einmeterlanger steinklee
regenüberfallen niedergestreckt

aufrechter beifuss
regen und wind strotzend
STEINBRUCH_OBEN_26.073
gelbe hundskamille
sich streckend platznehmend

einsame eselsdistel
in vollerblühter pracht

STEINBRUCH – UND GLEICH IN DIE I. ETAGE…

eine übersicht über die lage des basaltsteinbruchs…                       FOTOS ANKLICKENSTEINBRUCH_VOM EINGANG_P1330781hier komme ich rein – das heisst – ich habe schon etwa die gleiche strecke hinter mir, wie diese, die vor mir liegt – die ist fast uninteressant – links bach und wald – rechts steinhalde.

STEINBRUCH_HIER GEHTS HOCH_P1330782hier gehts hoch – dies in etwa die hälfte der steigung – für mich heute gut zu gehen, weils nicht so heiss war.

STEINBRUCH_BASALTWAND_1. ETAGE_P1330794ich nenne es für mich die 1. etage. dazwischen geht es noch tiefer hinab – sozusagen in den bauch des steinbruchs.

STEINBRUCH_1. ETAGE KLEE_P1330818hier mit verblühtem hasenklee und blick auf die abbruchwand. der starke regen hat tiefe schlieren in dem abhang hinterlassen. wie eine rutschbahn.

STEINBRUCH_BLICH ZURÜCK V. 1. ETAGE_P1330845hier blick zurück…STEINBRUCH_BLICK VON OBEN AUF KREIS_P1330886hier der blick auf das parterre. fast rechts vorn und unten im bild mein steinkreis. auf den steinen daneben ruhe ich mich aus, wenn ich unten bleibe. das olle ungetüm steht seit kurzen mitten auf dem platz. ich hoffe sie verschrotten es noch. es stört mein bild…STEINBRUCH_NEUBEWUCHS_P1330919wunderbar hat sich dieser hügel schon regeneriert und selbst begrünt. das wünsche ich mir für den gesamten steinbruch.

meine pflanzenausbeute zeige ich noch. der bewuchs ist hier ein anderer als unten. obwohl es auch einige gleiche pflanzen gibt. allein ich habe mich auf die beschränkt, die hier neu sind. unten ist dieser bachlauf, der mir das grüne grün liefert…