vergriffen…

BILDGEWITTER0047_web.jpg

manchmal kommt mir ein begriff, den ich nicht eindeutig einordnen kann, so jetzt gerade dieses ‚vergriffen’.
ein buch ist vergriffen – das ist ein buch, das nicht mehr zu haben ist, aus, weg. und ich hätte es so gerne gehabt. und wie alles, was man nicht haben kann, hinterlässt es eine lücke und einen schmerz, als hätte man etwas verloren.
heute kann man Continue reading

über allem das weiss…

die weisse seite – es ist ja nicht mehr das weisse blatt vor mir – also, die weisse seite vor mir – immer ist es fraglich ob und mit was sie sich füllt. und immer die angst, dass sie sich nicht füllen könnte. da hilft der rat, erstmal mit einem wort, einem satz zu beginnen, gar nicht. denn wenn sie sich nicht füllt, dann auch nicht mit einem wort oder satz. die worte verweigern sich mir. ich kann sie nicht zwingen. jedes zwingen würde man ihnen ansehen. sie zeigten schwachstellen, sie sähen gequetscht aus und ohne jegliche kraftvolle intention. sie wären schal, schneller als ein bier es sein kann. Continue reading

Die Sprache ist das Licht der Welt

hamburgfebruar20060063_Zeitung.jpg

hans georg gadamer

„Immer geht ein Meinen, ein Intendieren über das hinaus, an dem vorbei, was wirklich in Sprache, in Worte gefaßt den anderen erreicht. Ein ungestilltes Verlangen nach dem treffenden Wort – das ist es wohl, was das eigentliche Leben und Wesen der Sprache ausmacht.“

‚…Ein ungestilltes Verlangen nach dem treffenden Wort – das ist es wohl, was das eigentliche Leben und Wesen der Sprache ausmacht.’
immer geht mit diesem verlangen einher, das, Continue reading

sieben schleier…

portraits_rosa_pnorama0000_01_web_sola_01.jpg

‚einmal wollte ich ‚ich’ schreiben…’ das frauenich noch nicht lang genug auf der welt, um es ohne bedenken herauszusagen. ich bin ich – obwohl – ich es noch nicht lange genug weiss.
ich verberge mich hinter meinen sieben schleiern, wohlwissend, dass alle versuche, sie mir zu entreissen, nichts gebracht haben. Continue reading

Ü B E R L E B E N

spiral_HUNDERTWASSER_03.jpg

‚das bunte, vielfältige, das mannigfaltige ist auf alle fälle besser als das graue, das durchschnittsgrau.
nur wer schöpferisch denkt und lebt, wird überleben im diesseits und im jenseits’.
friedensreich hundertwasser

markthalle_hundertw._01.jpg

dass farben einen grossen einfluss auf unser seelenleben haben, ist mittlerweile bekannt und erwiesen. warum, ach warum spricht sich dies dann nicht schneller herum, besonders bei denen, die für das häusermachen zuständig sind. allein das ‚machen’ der häuser wäre so viel lustbetonter, als mit maschinen betonteilchen auf betonteilchen zu hieven, die sie nach ein paar jahren wieder abreissen müssen, weil sie baufällig geworden sind. wo bleibt der kreative teil?
offensichtlich hat hundertwasser einen so grossen farbsprung Continue reading

mond um mond…

MOND_jpg_03.jpg

am mond festgemacht das jahr
am mond spüren höhen und tiefen
monden das jahr

mondschein mondschatten
die vorgegebenen muster wechseln
mondjahr

immer ziehst du vorbei
wir wollen beständigkeit
mondbesehen

rosadora

vollmond, 13.02.06 _ 5 uhr 44

N E U M O N D 2006 JAN 29. 15:15

‚…in die Welt hinein, die monden ist…’-

‚…ein weißer schatten in dem glanz der dunkelheit…’ rmr
das licht der mondin als ‚weisser schatten’ – eine weibliche form der vorstellung. mannschatten sind schwarz, dunkel in jedem fall. also wäre ‚die nacht’ weiblich, ‚der tag’ eine männliche angelegenheit. die gewohnten bilder sitzen fester als gedacht. rose ausländer rät ‚nimm ein licht in deinen traum…’ und misstraut ihrer fähigkeit als seherin. Continue reading

zug um zug…

‚…abenteuer, das wusste ich, werden in fortgeschrittenem alter nicht mehr geplant. man lässt sich von ihnen überraschen und erinnert sich höchstens daran, dass früher manches weniger umständlich war. zumindest erscheinen die meisten wege inzwischen wesentlich länger. wahrscheinlich, weil die eigenen schritte etwas kürzer geworden sind. ganz zu schweigen von den tölpeleien der zunehmend aus dem lot geratenen orientierung…’
die einen würden es abenteuer nennen, ich nenne es tölpelei – orientierungslose dazu.
als ich den zugschaffner fragte, wann wir denn in st. gallen seien, liess dieser eine seltsamklingende art lacher los und sagte: ‚überhaupt nicht.’ Continue reading

der junge morgen…

SONNENAUFGANGBALKON_01_jpeg_01.jpg

‚da warf sich der ganze junge morgen ans haus, schmiss sich mit unglaublicher überzeugungskraft zwischen hauptstrassen, kantonstrassen, nebenstrassen, quartierstrassen, überflutete die stadt mit toller wucht, rollte wonne aus, warf wolllüstige wellen, kraulte lichtkringel, lichtspiralen, liess reine verliebtheit durchblicken, setzte der stadt eine goldene, funkenbesetzte krone auf.’
du musst es auf einen atem nehmen und lesen, als wärest du selber der ‚junge morgen’, damit dir die luft ausbleibt, damit dir die vorstellung des werfens und schmeissens und überflutens wie aus der puste gekommen gelingt. Continue reading

sätze, wie blitze…

ettore sottsass sagte heute in ‚sternstunden’ (SF), als er von seiner arbeit erzählte, ‚ich muss aus mir ausbrechen, um herauszufinden, ob das staunen noch funktioniert’.
der satz fand so sehr meine übereinstimmung, dass er mir in mein hirn einschlug. ich schrieb den satz auf, um ihn nicht zu vergessen und um später sagen zu können, dass mir das staunen noch nicht abhanden gekommen ist und wie überlebenswichtig mir das ist. aber damit es abhanden kommen kann, muss es ja erst einmal da gewesen sein. Continue reading