ich suche
die worte in mir
hexe und engel
liegen sich
in den haaren
die eine spricht mir
den weisen teil zu
der andere
trägt ihn mir
wieder fort
spricht segen und friede
und ähnliche verheissungen
hexe mahnt
misstraue
mischt hinzu
ein quentchen lebefroh
eine brise bittersüss
ich rühre und fische
wort um wort
neu
Category Archives: gedichte
TRÄUMEN…
ZWEI DINGE…

durch so viel formen geschritten,
durch ich und wir und du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige frage: wozu?
das ist eine kinderfrage.
dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
– ob sinn, ob sucht, ob sage –
dein fernbestimmtes: du mußt.
ob rosen, ob schnee, ob meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei dinge: die leere
und das gezeichnete ich.
gottfried benn
NICHTDEUTBAR…
FRATZENHAFTES AUGENZWINKERN…
SOMMERFRISCHE…
Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.
Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.
Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
Joachim Ringelnatz
(1883-1934)
BLAUER HIMMEL…
ALLES DIR ANVERTRAUT…
LIED AUS STILLE…
der bäume tod und träne,
der schwarze rabenschrei,
der orgelflug der schwäne,
was es auch immer sei,
das über uns die räume
aufreißt und riesig macht
und fällt in unsre träume
in einer finstren nacht.
ich mach ein lied aus stille.
ich mach ein lied aus licht.
so geh ich in den winter.
und so vergeh ich nicht.
eva strittmatter







