DAS HESSENLAND
schwarz/weiss oder farbig – das ist die frage


das letzte bild vor abriss…

auch sie nimmt abschied, die frau mit dem tuch um den kopf. sie geht ganz dicht heran an das template-tier, streichelt es, setzt sich zu ihm nieder und umrundet es noch einmal… Continue reading

Wer es nicht selbst gesehen hat, wird es kaum glauben: das mohnfeld ist weg.
Plattgewalzt, niedergemacht – platz für das, was immer war, für das altgewohnte. Veränderungen sind hier nicht erwünscht, experimente schon gar nicht, und selbst die documenta ist vielen kasselänerInnen ein dorn im auge.



jetzt und im bilde…

Märchen beginnen oft dort, wo in der realität kein platz ist. das mohnfeld wird denen, die es geliebt haben, in der erinnerung weiterblühn, vielleicht manchen noch schöner und prächtiger als sie es gesehen haben.
so vielseitig und interessant wie die kunstwerke waren auch die besucherinnen und besucher auf der d12.
HERBSTTAGUNDNACHTGLEICHE
auch im
M O H N F E L D
herbstet es
wehmut liegt in diesem tag
abschied von der d12
abschied vom sommer
die sonne tröstet darüber hinweg
neubeginn unmerklich
sommerliche temperaturen zum herbst
letzte sommergäste auf der d12
erste herbstgäste auch
100 kunst-tage
viel zu schnell vergangen…
FÜR DIE LETZTEN DREI TAGE

Throwback

nicht einfache abdrücke der teile aus dem 1313, sondern klare formen, wie aus archaischen zeiten, aus schlamm und naturmaterialien wie baumrinde, mangoschalen, milch, kokusnuss, herausgebildet und in einen neuen sinnzusammenhang gebracht.
das runde, kreise im kreis, das runde im kreuz – durchaus sybolischer ausdruck in ganz verschiedener weise. farblich wunderbar harmonisch. Continue reading
Skulptur 1970-87

einige der skulpturen erinnern mich an die arbeiten von henry moore aus der zeit – eben nur viel kleiner, wie modelle. formen, die an die anfangssituationen werdenden lebens erinnern, an hoden und kackhaufen. Continue reading
celestial teapott

da sitzt er nun, der einsame mann, unter dem üppigen bauch einer teekanne.
zwei treppen führen empor, die eine hü, die andere hott, die entscheidung wird nicht abgenommen. die viel zu grazile treppe und der viel zu wuchtige teepott. der unterbau ist gewagt und unsicher. aber seine zartheit ist verführerisch. türme haben immer etwas zwiespältiges – sie ermöglichen eine wunderbare aussicht, aber sie bergen auch die möglichkeit des absturzes oder gar absprunges. Continue reading

dass das mohnfeld nach der d12 weichen muss, steht fest.
die kasseläner wollen ihre platte, grüne wiese wieder.
damit wäre das mohnmärchen abrupt zuende. keine geduld, keine neugier. die stadt der märchen liebt keine märchen. sie liebt, dass etwas ist wie immer.
das gewohnte, das, was sie kennen. das versprochene rot ist eingetreten, wenn auch viel zu spät, aber nun ist schluss damit. dabei lebt es im mohnfeld. es sieht zwar struppig aus und wild, doch natur hat ihre eigene ordnung. Continue reading