wenn du dich…

wenn du dich
gar nicht zeigst
bist du mir näher
überall
finde ich eine spur
von dir engel
aus grösster entfernung
spüre ich deine kraft
die mir folgt
und mich führt
in meinem umherirren
irdisch orientiert
doch
himmlisch geleitet
gehe ich
engelleicht
meine wege
unerschrocken
dass du ferne bist

bleib
wo du bist
ich kann dich sehen

wenn ich engel denke…

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wenn ich engel denke
denke ich auch flügel
flügellos
erkenne ich dich kaum
unter den menschen
die so sind wie du
wie ich

ich liebe flügel
das macht wohl mein wunsch
zu fliegen himmelwärts
dort hoffe ich
zu treffen dich
mein engel ohne flügel

das bild
prägt sich nicht ein
so sehe ich flügel
wo keine sind
so sehe ich dich
wo du nicht bist

mein engel…

mein engel
mein erdengedanke
mein engel
mein himmlisches gebet
dein flügel
mein irdisches fühlen
dein lied
mein luftiger gesang

sing weiter
engel
ich höre dich
flieg höher engel
trage mich
hinweg von hier

lass deinen flügel…

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lass deinen flügel
mich sehn
ein wenig
damit ich glauben kann
dass es dich gibt
lass deinen flügel
damit ich kindhaft
wende mich an dich
in schlechten tagen
die mir verwehn
wie dunkle regenwolken
am nächtlichen himmel
gib einen streich mir
an meiner wange
und einen hauch
in mein gesicht
von deinem flug
dem ich nachschaue
während du dich
entfernst von mir
so nah warst du

hekate…

hekate, die dreiwegegöttin, hatte sie gerufen. eine nach der anderen. erst die jüngste. sie war weiss gekleidet und schön wie eine aufblühende rose. leichten fusses, etwas tänzerisches war in ihrem gang, näherte sie sich der wegkreuzung.
hekate winkte sie zu sich. was sind in deinem leben die drei wichtigsten dinge?
die junge war ganz überrascht über die frage und musste überlegen. drei dinge, das müsste ich überlegen. wenn sie dir wichtig wären, würdest du sie wissen. Continue reading

in den säumen…

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in den säumen
ihrer gewänder
tragen sie träume für uns
aus fernen wirklichkeiten
nacht für nacht
fliegen sie
durch unseren schlaf
tag für tag
gehen sie
durch unsere gedanken
sie sind bei uns
tag für tag
nacht für nacht
auf erden
wie im himmel

sätze, wie blitze…

ettore sottsass sagte heute in ‚sternstunden’ (SF), als er von seiner arbeit erzählte, ‚ich muss aus mir ausbrechen, um herauszufinden, ob das staunen noch funktioniert’.
der satz fand so sehr meine übereinstimmung, dass er mir in mein hirn einschlug. ich schrieb den satz auf, um ihn nicht zu vergessen und um später sagen zu können, dass mir das staunen noch nicht abhanden gekommen ist und wie überlebenswichtig mir das ist. aber damit es abhanden kommen kann, muss es ja erst einmal da gewesen sein. Continue reading

ich schreibe, weil ich…

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schreiben wollen und nicht können – das ist schlimmer, als arbeiten können und nicht wollen. ungeduld und unzufriedenheit gehören zum wesen des menschen. sie stellen sich ein wie von selbst. für zufriedenheit und geduld muss mensch sich anstrengen, etwas tun, was ihn zufrieden macht, nichts tun, damit die geduld sich einüben lässt. es gibt so schlauberger, die sagen, einfach anfangen, einfach das weisse blatt nehmen und drauf los schreiben, egal, was kommt. sie vergessen ganz, dass kaum noch jemand vor einem ‚weissen blatt’ sitzt. Continue reading

zuletzt immer…

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zuletzt immer
setzen sich
trauervögel nieder
nach vergangenem schönen
breiten
die riesigen schwingen aus
wie segel
die blutkanäle hinunter
gewinnen an fahrt
dass es rauscht
in den ohren
vernehm ichs
und machen sich langsam
nur langsam davon