WINDSPIELEREI…

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genau sooo rappelt der wind heute hier durchs land. will wohl am drehen und wenden seinen anteil haben. recht so. wenigstens ist bewegung drin.hat eine mächtige energie. hoffen wir, dass ers nicht übertreibt. das ist ja bei solchen spielchen immer das risiko.
ich werde mich zwischen der einen und der anderen boee hindurchquetschen. hab ein paar kleine einkäufe bis auf heute verschoben.
also, wenn ihr mich dann an anderer stelle wiederfindet, hats der wind geschafft. die töne, die er von sich gibt, sind ganz schön bedrohlich. ich werde singen und mit einstimmen.
und achja,
FROHE WEIHNACHT!

DIE ALTE DER ZEIT…

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DIE FUNKELNDE

sie hat sich ein weisses häubchen aufgesetzt. es weht ein kalter wind.
ihre augen schauen sorgenvoll.
heute trennen wir uns von altem, um neues beginnen zu können. das setzt energie frei, und derer bedarf es, damit das neue gelingen kann.
wir tanzen, um alles überflüssige abzuschütteln, schlagen die trommeln, drehen uns im kreis – im kreis, bis uns schwindelt, oben und unten durcheinander gerät. neuordnen, uns dem lebensrhythmus einquirlen. lebendig soll es werden und voller freude.
die alte wird begeistert sein, wenn sich etwas tut. die guten energien sind angezapft. nichts geht verloren. jede bemühung bringt uns einen schritt weiter, einen schritt hin zum immerwiedergeborenwerden, tag für tag.
jede fantasie ist erlaubt, baut eine neue welt.
aus der alten der zeit wird so die funkelnde. sie begleitet uns auf unseren wegen. sie macht uns mut.

die alte hat sich in einem baum manifestiert. an unserem tanz will sie teilhaben. es juckt sie bis in den hals hinein, so gerne möchte sie mittanzen. doch hat sie diese erscheinung in einem baum selbst gewählt und muss froh sein, dass sie an diesem platz eine so gute sicht hat und alles verfolgen kann.
sie wird uns das jahr über begleiten und schaun, ob die entscheidungen, die wir getroffen haben, in die ordnung passen. der weltenordnung ist sie verpflichtet, das sollten wir wissen und uns an ihr ein beispiel nehmen.

WINTERSONNENWENDE 2011…

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in den wald bin ich gegangen, in den urwald, meinen urwald. wo sonst sollte ich diesem kürzesten tag ein paar momente der vollkommenen ruhe abringen, mit wem anders sollte ich diese momente teilen, als mit meinen urwaldbäumen, die mich schon so lange begleiten.
symbolisch entzünde ich das licht, das in dieser nacht – vom 21. auf den 22. dezember neu geboren wird. mir wird warm ums herz. nicht dunkel genug waren mir diese tage, um sich nach der helle zu sehnen. aber sie dauern ja auch noch. in den 10 rauhnächten ändert sich nichts. erst danach wird es wieder heller.

an dieser schwelle vom dunkel ins licht geben wir alles ab, geben es zurück in den weltenkessel, geben es hin zu der ‚alten der zeit’, die auch ‚die funkelnde’ genannte wird, die es neu mischt.
in dem moment, wo sich das licht zeigt, wo die dunkelheit es neu gebiert, dürfen wir der weisen alten beim rühren helfen und ihren tanz tanzen und ein bisschen erfahren von ihrem geheimnis, das sie nie ganz preis gibt. wir bedienen uns der bilder der mythen, weil das ganze so unvorstellbar für uns ist.

es ist schon ein paar jahre her, da ging ich mit marlis in den urwald, um mit einer klangmeditation die längste nacht zu verabschieden. es war nicht nur eine lange nacht, sondern auch eine überalle massen dunkle. nach tanz und meditation bei einem kerzlein waren wir vollkommen blind. ich verlor die orientierung. kein stern am himmel, kein geräusch, das war schon einigermassen spannend und aufregend. als wir uns bis zum auto zurückgetastet hatten, an der strasse ein flackerndes augenpaar. es war so dunkel, dass das tier nicht zu erkennen war. das augenpaar flackerte und mein herz flatterte ein wenig. ich bilde mir immer ein keine angst zu haben.
in der sababurg vollendeten wir unsere kleine feier mit gutem essen und einem vollmundigen tropfen.

VOM HIMMEL HOCH…

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dieser engel kam mir geflogen.
meine schwester hat ihn für mich genäht.
sie erinnerte damit an das jahr 1947, wo ich als 8 jährige den verkündigungsengel
geben durfte, mit ´vom himmel hoch, da komm ich her…´
in ein bettuch gehüllt, mit goldflügeln und einem stern auf dem kopf,
flog ich singend und verkündend über die treppe bis vor den altar.
das habe ich nie vergessen.

meine schwester hat ganz andere erinnerungen.
ihr entbrannte in diesem moment eine wut auf mich als grosse schwester,
der alles gelang, die im vordergrund stand,
während sie in einem verlies auf ihren auftritt wartete.
hervorgetreten, um ihren satz aufzusagen,
ging dieser wortwörtlich gesprochen in die hosen.

ich erinnere dies nicht.
umsomehr erstaunte ich über ihre, in ihrem gedächtnis so stark geprägte,
erinnerung. ab da hat sie mich nicht nur bewundert, sondern auch gehasst.

geschwisterliebe…

rosadora

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WETTERUMSCHWUNG…

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ganz plötzlich verdunkelt sich der himmel,
fällt regen, bläst der wind, grollt der donner.
ein regenbogen über allem gibt den rahmen,
eine müde sonne wirft letzte strahlen
auf den bleiernen kirchturm und
er strahlt zurück,
wie er es noch nie getan hat.

überraschungsmomente,
wie lob ich mir die…

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CIRCUITUS – GUNTER DEMNIG…

in der KÜNSTLER-NEKROPOLE KASSEL
wurde heute das GRABMAHL von GUNTER DEMNIG eingeweiht und der öffentlichkeit übergeben.

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CIRCUITUS
bedeutet u. a. kreislauf. die skulptur ist in anlehnung einer wasserpumpe gedacht, die in dem lebensspendenden wasser die vorstellung von leben und vergehen birgt.

in der künstler-nekropole harry kramers sind es somit 9 grabmale, die von den künstlerinnen und künstlern selbst gestaltet wurden. nach ihrem tod wird ihre asche dem jeweiligen mal beigegeben.

die künstlerinnen und künstler setzen sich damit bewusst mit ihrem eigenen tod auseinander.
im künstlerischen gestalten des eigenen grabmals beginnt eine annäherung an das thema tod.
bis sie gedankliche und seelische dimensionen erreicht, muss eine ungeheure öffnung geschehen für das, was uns bis zuletzt verborgen bleibt.

die grabmalkunst, die mit ende des 17. jahrhunderts zuende ging, gewinnt hier in der nekropole harry kramers seine künstlerische bedeutung wieder. die individuelle gestaltung des eigenen grabmals ist nicht nur die wiederbelebung der grabkultur, sondern die kultur eines volkes erlangt eine wertschätzung in der beschäftigung mit dem tod.

gunter demnig hat eine skulptur geschaffen von ungeheurer klarheit.
dass sie am ufer des blauen sees ihren ort hat, stellt eine symbolische verbindung zwischen stele und wasser her. der platz ist mit grosser besonnenheit gewählt – das wasser in seiner tiefe – die bäume, die bis in den himmel reichen – verbundenheit zwischen profanem und transzendenz.

zu den die skulptur umgebenden pflastersteinen sehe ich die parallele zu gunter demnigs projekt
STOLPERSTEINE. seit 2000 verlegt er steine vor häusern, in denen vom naziregime verfolgte und ermordete menschen gewohnt haben. er gibt ihnen ihre namen wieder und trägt damit zum nichtvergessen bei.
hier in der nekropole sind die steine wieder namenlos, wechseln die ins bewusstsein gerufenen auf eine ebene, gehen ein in die grosse weltenseele, aus der wir kommen.

alles bewegt sich, alles schwingt mit – es ist tod im leben – es ist leben im tod.

ergänzende erklärung von gunter demnig:
Liebe rosadora;— das mit der Wasserpumpe stimmt so denn doch nicht;— das Prinzip geht zurück auf die Zeitmessung
der Völker vor der Erfindung und Berechnung der Sonnenuhr von den Griechen. Wassersysteme wurden auch zur Zeitmessung eingesetzt.
In meinem Fall ist diese Arbeit allerdings in gewissem Sinne doch statisch; sie bleibt unbeweglich im höchsten Stand während meiner Lebenszeit; wenn die Urne drin ist, wird der sog. Schwimmer abgesenkt und schaut dann nur noch
ca. 12cm über die ‚Wanne‘ hinaus. Die Zeitmessung ist symbolisch gemeint. Es ist allerdings das Prinzip einer EinlaufWasserUhr.

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zu GUNTER DEMNIG
www.stolpersteine.com/