LA LUPA: VOLO E MI RICORDO….

Im Flug erinnere ich mich….

Mit „Vogelliedern“ lockt sie uns diesmal so echt und wahrhaftig wie sie ist. Wiederum ent- deckt La Lupa das Thema zu ihrem Theaterabend in ihren persönlichen Erfahrungen und wieder packt sie uns damit, weil sie ahnt dass das, was sie uns mitteilt, auch uns betrifft. Ihre persönlichen „Erinnerungen“ drückt sie mit Texten, alten Liedern und Gedichten aus, unter anderem von Federico Garcia Lorca, Fritjof Capra, Pablo Neruda, Fernando Pessoa, Hildegard von Bingen und Dante. In diesen künden die verschiedensten „Vögel“ von der Sehnsucht nach Liebe, vom Aufstieg zum Geliebten, vom bezirzen der Angehimmelten, von Leidenschaft und Eifersucht und immer wieder -wie wir alle- von der Suche nach dem verlorenen Paradies.

La Lupa steht ganze allein und ohne musikalische Begleitung auf der Bühne und sagt: „Im Flug erinnere ich mich!“ Geht es um den alten Menschentraum vom Fliegen? La Lupa bleibt auf der Erde, lässt statt dessen die Vögel aufsteigen. Auf der Reise durchs Leben sei letztlich jeder allein, erklärt sie. „Ich verlasse mich auf die Vögel, die sich frei und unbe- schwert in die Lüfte schwingen,“ und dabei fordert sie uns alle zum Fliegen auf, mit alten Mustern zu brechen und leichten Herzens Abschied zu nehmen.

Packend und wahr öffnet sie uns wiederum ihre Welt, die auch die unsrige ist, fremd viel- leicht im Moment und uns doch so vertraut mit der Zeit. Bloss hinhören müssen wir. Jetzt begleitet der Ruf des Zaubervogels die Künstlerin durch ihr Soloprogramm. Dort breitet sie Ihre Flügel für uns aus, verzaubert und umfängt uns und lässt uns mit ihr fliegen.

und noch ein wunderbarer beitrag

unbedingt ansehen

SPIELE DAS SPIEL…

PETER HANDKE – aus „über die dörfer“….

“Spiele das Spiel. Gefährde die Arbeit noch mehr. Sei nicht die Hauptperson. Such die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos. Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts. Sei weich und stark. Sei schlau, lass dich ein und verachte den Sieg. Das stimmt. Beobachte nicht, prüfe nicht, sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen. Sei erschütterbar, zeig deine Augen, wink die anderen ins Tiefe, sorge für den Raum und betrachte einen jeden in seinem Bild. Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig. Vor allem hab Zeit und nimm Umwege. Lass dich ablenken. Mach sozusagen Urlaub. Überhör keinen Baum und kein Wasser. Geh ein, wo du Lust hast, und gönn‘ dir die Sonne. Vergiss die Angehörigen, bestärke die Unbekannten, bück dich nach Nebensachen, weich aus in die Menschenleere, pfeif auf das Schicksalsdrama, missachte das Unglück, zerlach‘ den Konflikt, beweg dich in deinen Eigenfarben, bis du im recht bist und das Rauschen der Blätter süß wird. Geh über die Dörfer. Ich komme dir nach.”

und vor allem – BEWEG DICH IN DEINEN EIGENFARBEN… rosadora

TERZETTE von ELSBETH MAAG…

Dreizeiler von ELSBETH MAAG, die ein guter Bekannter romanischer Herkunft ins romanische Idiom Sursilvan übersetzt hat…

 

Wasserglöcklein im Ohr
unter meinen Füssen
muss eine Quelle sein

bransins d’aua ell’ureglia
sut mes peis
sto ei esser ina fontauna

ich bin deine Sonne
sagte der Mond zum
Nachtwanderkäfer

jeu sun tiu sulegl
ha la glina detg
al bau da notg migront

Silhouette
unterm gestirnten Himmel wandern Bäume
von Hügel zu Hügel

siluettassut
il tschiel stelliu caminan plontas
da collina tier collina

 

und rosadora

das wasserglöcklein im ohr
es wird mir zum tinnitus
zum rauschenden fall

der mond
das bin ich
du wandelst in meinem licht

mit den bäumen
schreite ich des nachts
am tag bin ich blind

 

TIM – DENKANSTÖßE – D14….

MITEINANDER…

das muß jetzt mal sei – ERINNERN an wertvolle begegnungen auf der d14…

hi rosadora, ich bins tim. wir hatten heute ein schönes gespräch auf dem friedrichsplatz. ich wollte dir noch ein paar zeilen zu meinem projekt schicken. dabei habe ich bisher immer die folgenden vier zeilen verwendet:

WIR LEBEN ZWISCHEN DEN DINGEN.

WIR SIND ALLE VERBUNDEN DURCH DEN RAUM.

EINE MASSE, DURCH DIE WIR UNS ALLE BERÜHREN, DURCH DIE WIR EINS SIND.

MITEINANDER

von Tim Rudolph
Ich freue mich sehr über unsere begegnung. lieben gruß tim

hi tim
ja, auch ich freue mich, dir begegnet zu sein und darüber, dass du dich so früh schon für die kunst entschieden hast und gleich tüchtig mitmischst. ich habe eine schwäche für leere räume und du trägst ihn sogar auf deinem rücken – einen teil davon. unter den beuys bäumen erhält das gleich eine noch stärkere bedetung. der leere raum unter den bäumen hält uns ganz schön lang gefangen – eben – alles ist mit allem verbunden und weitergedacht – noch über den tod hinaus… danke für deine denkanstöße. rosadora

BIOTOP BAHNHOF – 13. OKTOBER 2020….

KLEINER STREIFZUG….

über das ausgefallene biotop – ausgefallen deshalb, weil erde so gut wie überhaupt nicht vorkommt. der grund ist split oder schotter – eben steinhart. trotzdem schaue ich immer wieder, was sich da so entwickelt.

heute schaffe ich nur eine kleine strecke. auch spielt die sonne nicht mit. was ich einfangen kann ist ziemlich kläglich – aber immerhin. der sommerflieder hat die oberhand, ist baumgroß und treibt ungewöhnliche farben und formen. ich kann nicht beurteilen, ob es samen oder austreibungen sind – von grüngrau bis rotbraun. eigentlich ganz schön anzusehen.

das schlafmützchen begrüßt und erfreut mich – ist fast auffälliger und größer als im frühjahr. auch der stinkende storchenschnabel treibt neu aus  – in kräftigem grün und rot gerandet. aufdringlich das jakobskreuzkraut, sich einschmeichelnd in sattem gelb.

die artemisia, kletten, rainfarn und einiges mehr, abgeblüht und immer noch formschön. doch den höhepunkt liefern die weißen und rosa wicken – sie sind ein gedicht – sie scheinen keine blühpause zu kennen. ich vergesse daran zu riechen – kann schlecht laufen und mich kaum bücken. es schränkt mich ein, doch die blumen und pflanzen haben hier ein weit schwierigeres los. ich nehme mir ein beispiel an ihnen.