sie scheinen still und sind es auch wenn man sie lässt ich habe sie gelassen – lange zeit doch ich täuschte mich in ihnen gewaltig ich habe rot gesehen wie ich dachte sie standen hinter- und nebeneinander das erwies sich als vollkommene täuschung
es war das leuchten einer roten bank die stille funktioniert nur mit grösserem abstand ich bin neugierig ich will sie kennen lernen zögernd hätte ich herantreten sollen das hätte ich wissen müssen doch ich näherte mich ihnen wie alten bekannten
vielleicht sind sie das ja auch wie menschen die man hin und wieder sieht sie kommen einem bekannt vor bekannte sind schon noch einen tick näher ich vergass zu grüssen mich vorzustellen was bin ich aber auch für eine tölpeline
was nicht da ist – nicht greifbar nimmt man nicht als anwesend wahr diese drei gestalten – mannfraukind sind nicht greifbar – ich greife durch sie hindurch sie sind durchschaubar im wahrsten sinne meine sinne nehmen das so wahr
ich übe die standpositionen
etwas abstand und frontal
dann doch näher herantretend
den schrägen stand nicht vergessend
und schliesslich hinterrücks
das klappt – ich mache mir ein bild

bild von was – familienidylle
strassenlungerer – nachtwachender trupp
blutlose gestalten – irritierend lauernde
ich versuche die varianten
sie gefallen mir in ihrem schweigen
in dem sie geschichten erzählen

eine nach der anderen
von jedem betrachter hervorgelockt
auf individuellste weise
von jeder beschauerin inspiriert
in unverschämter vielfalt
still und doch nicht still – so sind sie























