ALTES ARBEITSAMT…

UND FRAUNHOFER…


während der gesamten bauphase vom frauenhofer institut habe ich gedacht, dass es mir einmal fehlen würde – das arbeitsamt – wenn meine bilder sich nicht mehr anlehnen könnten, wenn es abgerissen würde – einfach weg wäre. es ist der hintergrund, es diente die ganze zeit über als maßstab in größe und breite und höhe und was weißichsonstnoch… manchmal dachte ich, wenn ich diesen hintergrund für meine bilder nicht hätte, würden sie ins leere laufen.
und dann fiel mir der bezug zum bauhaus ein und ich entdeckte sogar etwas schönes, etwas formschönes – schlicht und schlank und hoch…
und nun die erlösung – es darf bleiben – das AA.
immobilienunternehmer strassberger übernimmt den bau und will ihn sarnieren. mein herz hüpft. das einsparen von resourcen ist nur ein grund, aber doch ein wichtiger. und dass fraunhofer daran denkt, sich evtl. dort einzumieten, finde ich mehr als lobenswert. eine allianz mit dem langen lulatsch. das bild schließt sich – so wäre es komplett…….

SPIEGELBILD…

GESPIEGELTE BILDER…

Es kommt vor…
‚Es kommt vor, dass man im Spiegel sich übersieht…’

Rennt er an mir vorbei, der Spiegel, oder ich an ihm? Er spielt sein Spiel mit mir. Den scharfen Blick verweigert er durch Entzug. Er entzieht sich mir. Aber wie – wie macht er das? Heute hat er sich ganz in Schweigen gehüllt. Er ist verhangen, verhangen, wie mit Nebel. Er verweigert mir mein Bild. Mein Bild von meinem Angesicht. Ich weiss nicht, ob es mir recht ist, oder ob ich mich darüber empören soll. Will ich mich denn sehen, mir mitten ins Gesicht schauen und am frühen Morgen schon? Sei ehrlich. Es ist dir so doch lieber. Die Botschaften, die du erhalten würdest, können dir so deine Gelassenheit nicht rauben. Das Bild, das du von dir hast, entspricht nicht im Geringsten dem des Spiegelbildes. Du hast die Chance, so in die Welt hinein zu stolzieren und mit Lockerungs- und Lächelmirzu-übungen deine verhärmten Gesichtsausdrücke zu lockern. Bis zum Abend haben sich ganz zaghaft heitere Erlebnisse und Begegnungen mit Freundinnen eingeschlichen. Sie mildern die harte Mimik um ein Minimales. Der Schock ist um ein Quentchen geringer.
Jedesmal, wenn ich in den Spiegel schauen will, verlaufe ich mich. Er hängt nicht an einem anderen oder verborgenen Platz. Er hängt genau da, wo er bisher gehangen hat. Unübersehbar. Ich will dem Verlaufen auf die Spur kommen. Gestern landete ich im Atelier und fing an zu malen, obwohl ich in den Spiegel schauen wollte. Wollte mich vielleicht begrüssen, mir selbst eine nette Geste antun. Mir zulächeln – nein, hatte ich mich gestern nicht ausgelacht, weil das Lächeln nicht gelingen wollte. Ja, mich regelrecht ausgelacht. So langsam verstehe ich, warum ich mich verlaufe, am Spiegel vorbei. Ein bisschen mehr Respekt vor der Fratze könntest du schon haben. Schliesslich sind 70 Jahre kein Pappenstiel. Eingeschrieben nicht nur, sondern wie reingemeiselt ein langes Leben. Das ist nicht glatt zu kriegen. Nicht mit der feinsten Creme. Du solltest beginnen, durch die Fratze hindurch zu sehen, um die Dinge dahinter zu entdecken, um sie zu verstehen, warum sie so geworden sind. So schwer das Unterfangen auch ist – du solltest dir Mühe geben.
Es kommt vor, dass ich mich im Spiegel übersehe. Nur langsam gewöhne ich mir an, mich nicht ständig zu verlaufen. Dass das Dahinter wichtig ist, muss ich aufsagen wie eine Formel, Tag für Tag, dass es wichtiger ist, als die Angst vor der Fratze, diesem grimassen-ziehenden Untier.
Ich nehme jetzt einen anderen Weg, wenn ich mir begegnen will.

rosadora
als ich siebzig war…
aus: ZEITLEBENS

foto baustelle fraunhofer

WOLKENLOS…

WÄRE DER HIMMEL…


nicht so blau

selten verlangt es
in mir nach blau
ich sage es

ohne darüber nachzudenken
sonst käme sicher etwas
ganz anderes zum vorschein

blau ist so gar nicht meine farbe
die erdfarben
die erdfarben halten mich am boden

sonst flöge ich
auf und davon

rosadora

CLARA IMMERWAHR …

„Clara Immerwahr“, Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD
und in der mediathek
UNBEDINGT ANSCHAUN

 

wenigstens erinnert man sich an CLARA IMMERWAHR als an eine frau, die schon früh ihren eigenen weg ging. als physikerin war sie die große ausnahme in der männerwelt, die sich mit unverschämten methoden dagegen zur wehr setzte. sie war eine der besten – das war für die männer schlecht auszuhalten. ihren mann inspirierte sie anfangs zu seinen forschungen.
dieser nutzte jedoch die zeit ihrer schwangerschaft und des mutterseins dazu, sie aus der männerriege der erfindungen zu entfernen.
sie wollte die hungersnöte beseitigen – er wollte den totalen krieg durch gasmord. das trieb die beiden auseinander und clara nimmerwahr wußte keinen anderen ausweg und brachte sich um.
heute sind die geschichten zwischen männern und frauen suptiler, doch werten sie leistungen von frauen noch ebenso häufig herab.
ein frauentag sollte nicht nur am 8. märz begangen werden – frauentag ist jeder tag. und dass frauen sich am 8. märz feiern, ist keine feier, es ist ein hilfeschrei…

FRAUNHOFER – 03.03.2021 …


das schönste foto – der märzmond

SUFIAN MACHT die FOTOS für mich…
von da, wo ich nicht hin komme. er ist mir eine große hilfe, und es scheint ihm freude zu bereiten. in der endphase des FRAUNHOFER neubaus gibt es über den dächern viel zu sehen. von der letzten fototour bis heute ist es eine weile her. es ist eine pracht – eine kalte. eine materialschau sondergleichen – stahl, beton, glas.saha hadids einmischung fehlt irgendwie – sie hätte sicher noch ganz andere ideen einbringen können. der schmeicheleffekt – das menschliche – fehlt irgendwie.
sufian blickt sich um und schaut, was sich in der zwischenzeit verändert hat. gut geschaut hat er und mir einen überblick verschafft. er rückt die ausschnitte in ein ertragbares mass ohne zu schocken.

ich beginne, wo wir beim letzten mal stehngeblieben sind – am parkplatz. der hat inzwischen form angenommen, hat auf zwei streifen bäume bekommen und wird sicher immer ausgebucht sein.

DIE FRONT zur joseph beuys-straße. ich habe das wort FRONT gewählt, weil sie die kälte der pracht benennt. ich hätte ja auch VORDERANSICHT schreiben können – und das ist sie ja auch…

und die hinteransicht – jetzt ohne gerüste

an anderer stelle ist noch viel gerüstezeug wäre eine abwechslung, wenns bliebe…

hier sieht es aus wie in einer großküche – was da wohl geköchelt wird…

und nochmal küchenzubehör – riesige töpfe…

guter blick – elegant eingefangen und dazu noch gespiegelt – bravo..

noch einen blick durchs gitter – die gebäude, in denen forschung betrieben wird…

und zum schluß läuten auch noch die glocken – amen, hätte ich fast gesagt…

danke sufian und wiedermal…

ob die ausstellung zum thema ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU in diesem corona jahr noch stattfinden kann, kann ich nicht sagen und auch sonst niemand. aber irgendwann…

KUNST am BAU….

FRAUNHOFER NEUBAU…

wenn der richtung
richtung abhanden kommt

wenn der faden
den faden verliert

wenn die rundung
sich windet im verlauf

dann fangen wände
an zu beben

dann hat der faden
freien lauf

dann hat die rundung
das spiel im griff

gewinnen verlieren
fangen – loslassen

alles ist spiel
alles ist zu viel

rosadora

 

FRAUNHOFER BAUSTELLE – 12. OKTOBER 2020….

PLATZ FÜR PARKMÖGLICHKEITEN –

UND NICHT VERGESSEN: FÜR BÄUME….

lange war ich nicht hier. in der zwischenzeit hat sich einiges getan. der raum für die parkplätze ist abgesteckt. die bäume werden dazwischen angeordnet – der mutterboden fehlt noch völlig. ich bin gespannt, welche bäume sie auswählen. die drainagen sind wichtig für den ablauf des regenwassers.

sufian erklärt ausführlich. dank an ihn und seine große geduld. wenn ich kankele ist er zur stelle, hält mich, fängt mich auf, schaut nach sitzgelegenheiten. die gibt es reichlich – zum glück.

an den alten zollbahnhof erinnert nun garnichts mehr. der abriss war weit spannender als der aufbau dieses monströsen gebäudes, bei dem ich wirklich die übersicht verloren habe.

aber noch ist es ja nicht fertig. vielleicht gibt es noch mal spannende momente, die ich noch nicht vorausahnen kann.

FRAUNHOFER – 2. sept. 2020…

KUNST – so zu schaun…

scheibe zersprungen – gefallen – gestoßen – oder was… da muß sinnloses mit kraft und unaufmerksamkeit zusammen gekommen sein – und mir vor die füße. die kristallnen risse reizen mich, reizen mich dazu, sie von allen seiten zu begutachten und zu fotografieren. jeder standort eine neue sicht. kunstbarkeiten am bau eben…