FRAUNHOFER NEUBAU IV …

ROBINIENGLÜCK ODER -UNGLÜCK…

das ganze biotop ist verschwunden – ich weiß nicht wohin… nur diese eine robinie ist verschont geblieben – weshalb auch immer.
ob glück oder unglück … glück – hätte man sie bewußt verschont und ihr einen zukünftigen platz auf dem fraunhofer-gelände zugedacht. zusammen mit dem großen steinbrocken wäre es ein hindenken an geswesenes. sie könnte wachsen und so ihrer aufgabe voll gerecht werden. robinien haben schöne weiße blüten, die obendrein betörend duften und auch ihre samenschoten sind auffallend atraktiv.
dem steinbrocken könnte sie bald schatten spenden und damit ihren dank ausdrücken für die rettung, an der er ja ob seiner größe beteiligt war, der bagger erschrocken vor ihm halt machte.

andernfalls – sie wäre traurig, weil sie ihre geschwister vermisst und sich einsam fühlt und nun bangen muß, dass es ihr auch noch an den kragen oder ans gebüsch geht, dass sie nun zittert, wann immer das sein wird.
erst aber noch finde ich den dreiklang – robinie steinbrocken bohrtürme – bezaubernd und mich becircend. ich werde immer wieder nachsehen und ihr schicksal verfolgen und den bauleiter auf das baumsteinschicksal aufmerksam machen. vielleicht hat er ein einsehen und einen künstlerischen blick…

R O B I N I E N   sind maiblüherinnen. gerade blühen sie. diese stehen auf dem bahnhofsgrundstück, das vom FRAUNHOFER baugrund abgetrennt wurde. sie duften betörend. hinter der documentahalle stehen wunderbar große exemplare, deren stämme eine außergewöhnliche form haben. so in die höhe gewachsen entwickeln sie eine ungewöhnliche strahlkraft und das zarte, doch üppige, blüten- und grünwerk geben einen außergewöhnlichen akzent zu der sehr herben rinde.

vielleicht werden ja robinien auf dem FRAUNHOFER grund angesiedelt. sie haben den vorteil, dass sie schnell wachsen und bald zur blüte drängen.

FRAUNHOFER NEUBAU III …

DIE ROBINIE
DER GROSSE STEINBROCKEN
und überall wasser

glücksmomente am frühen morgen – eine NEUE ART der darstellung. erdhügel, jede menge, fein säuberlich gebaggert, geordnet und richtungstreu, unter freiem, blauestem himmel, in einer halle – noch so groß – nicht zu bändigen. mein herz juchzt – meine verbundenheit mit den elementen wird mir deutlich, nicht zu erwarten auf einer baustelle – und dennoch. die klaren linien der erdhügel, der bohrtürme und des immer gegenwärtigen molkereiturms schmeicheln sich ein bei mir. ich kann mir keine schöneren fotos denken (im moment)…
die erde und den himmel habe ich hier beisammen – das wasser bringen zwei menschen hinein, die hier vorüber gehen und annehmen, hier würde ein wasserprojekt entstehen. ich sage nein, nein. sie – doch, doch, da ist ein foto. nein, nein. später fahre ich an dem benannten foto vorbei, das eben alles zeigt – nur kein wasser – aber mit viel fantasie….

Fraunhofer Neubau Kassel

also, nicht nur die elemente, auch immer wieder menschen. die arbeiter vom neubaugrundstück sind schon im feierabend, und eigentlich wollte ich auch gar nicht fotografieren. aber die ungeheuren erdmassen, die heute bewegt wurden, schaffen ein völlig neues bild, eine landschaft – einmalig.

FRAUNHOFER NEUBAU II …

die vorbereitungen sind umfangreich. die kampfmittelberger sind noch immer am werk.
sie sind auf etwas gestoßen und buddeln in die tiefe.
was diese böller bedeuten, erzählen mir adrian und florian, die am bau tätig sind. ich unterhalte mich mit ihnen und sie wissen, dass gestern ein härtetest durchgeführt wurde, also ob sie gewicht und stoß aushalten – machen sie wohl. ich sah es nur von der webcam aus.
die arbeiter der fierma STRABAG schaffen fleißig. auf der südlichen seite wird erde gehäufelt und befestigt, mehrere nebeneinander, die für die straßen und bäume gedacht sind.


weiter westlich 2 schaffende bedecken temporäre kabel mit sand. der eine schaufelt den sand herbei vom sandhaufen ganz in der nähe. der ander bedeckt die kabel damit und ist der brennenden sonne ausgesetzt. kein leichter job.
die beiden bohrtürme sind das hervorragende und ich muß mich beherrschen, dass ich sie nicht ständig mit im bild habe. sie sind eben nicht zu übersehen und machen was her.

 

FRAUNHOFER NEUBAU…

fast genau nach 3 jahren seit dem abbruch des zoll- und verlade-bahnhofs wird mit dem bau des neuen fraunhofer-instituts begonnen.
das ganze gelände wird noch einmal von der dkbg (deutsche kampfmittelbergung) untersucht. die technischen möglichkeiten haben sich in den drei jahren verbessert und heute sind sie präziser – also das ganze noch einmal von vorn und nun richtig…
das grundstück sieht inzwischen aus wie von maulwürfen gehäufelt.

heute darf ich aufs grundstück. der bauleiter der firma otto quast aus siegen erlaubt es und sagt: wenn sie nichts kaputt machen.
der große bohrer fasziniert mich. quast-bauleiter erklärt mir, dass eine pfahlgründung vorgenommen wird und die probebohrung schwierigkeiten mache – etwas klemmt.

ich lerne herrn achhammer kennen, bauleiter vons ganze. der erklärt dann, dass ich mich jeweils bei ihm anmelden muß – wegen der versicherung und so, imfalle mir etwas passieren würde, und so… er kennt mich schon.
ich regele es mit herrn h. bei fraunhofer direkt.

bei der firma quast suche ich mir einen ansprechpartner, der mir die pfahlgründung näher bringt. ich will verstehen, was da passiert…

Pfahlgründung: Sicherer Stand bei nicht tragfähigem Baugrund
Die Pfahlgründung beziehungsweise Tiefgründung kommt bei Baugrund zum Einsatz, der nicht ausreichend tragfähig ist. Wir setzen bei Pfahlgründungen auf das Verdrängerprinzip. Das heißt, der Boden wird am Pfahlmantel verdichtet, sodass je nach Verfahren kein oder nur teilweise Aushub gefördert wird. Ein aufwendiges und teures Entsorgen von Erdreich wird minimiert oder entfällt sogar komplett. Ein weiterer Vorteil: Die Bodenverdichtung sorgt gegenüber klassischen Bohrverfahren für eine deutlich höhere Tragfähigkeit.

https://www.quast.de/bauleistung-pfahlgruendung.html

auf der seite von quast.de schaue ich mir noch einen film dazu an.
ein zweiter bohrer ist noch auf dem weg – ich warte und bin gespannt.

am südwestzipfel des baugrundstücks entsteht eine straße – oder mehrere vielleicht. ich bin neugierig und erfahre, wie frostschutz in das erdreich eingearbeitet wird. die firma STRABAG ist emsig und bewegt ungeheure erdmassen. die firma SCHNITTGER hatte gehäufelt – dem neuen zweck entgegen.
von 2015 bis 2018 gabs ein zwischenspiel – in den drei jahren wartezeit entstand ein fast ausuferndes biotop. pflanze für pflanze habe ich es registriert oder kartiert und konnte es fast nicht glauben, wie manche bäumchen einen wuchs von fast drei metern erreichten. nun muß alles wieder weichen. wohin sie das alles wohl geschafft haben…

noch bin ich hinter oder besser vor dem zaun und zoome mir von den vorbereitungen heran, was mir auf- und einfällt. es ist spannend, wie ruckzuck etwas neues entsteht.

 

der schornstein der alten molkerei – jetzt firma linss – der schon bei meinen abbruchbildern sich vordrängte, ist immer wieder im bild – also mache ich ihn zu meinem neuen wahrzeichen. mit den beiden bohrtürmen – der zweite ist inzwischen eingetroffen – mache ich ein spannendes spiel daraus. ich beziehe sie aufeinander – 1 – 2 – 2 +++ 2 – 1 – 2 +++
2 – 2 – 1 – hänge die wolken noch dazwischen oder darüber – und, nur nicht monoton werden, nicht nur sachlich bleiben – das wäre langweilig und nicht durchzustehen für mich.
aber ich habe ja keinen auftrag, bin freie künstlerin und frei in meinen entscheidungen, was ich aus dem ganzen mache ist mein ding.