SOMMERAUSKLANG…

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sommerausklang
nebel am frühen morgen
spinnen netzen sich ein
den sommer hinter sich
der herbst im kommen
hoffen sie
auf einen sonnenstrahl
der die perlen
nimmt von ihrem netz
das kühle nass
das lähmt
und zittern macht
so schön das perlennetz
so zierlich das spinnentier
wir sehen es
mit unseren augen nur

rosadora

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DAS UNVERMUTETE SEHEN…

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MOSCHUS-MALVE..

das unvermutete sehen.
der reinhardswald bietet vieles, nur nicht unbedingt eine blumen- und blütenpracht.
der adlerfarn ist beherrschendes fossil und wenn man sich vorstellt, dass er in urzeiten einmal bis zu 30 meter hoch wurde und ganze wälder bildete, sind die heutigen pflanzen mit ihren 2 bis 3 meter hohen wedeln, die ganze waldteile abgrenzen und uneinnehmbar machen, vergleichbar nur ein überbleibsel.
ihn zu fotografieren ist ein unterfangen. ein wedel legt sich über den anderen. im sommer ist er grün, grün und einfach nur grün. eine kleine gelbfärbung ist die ausnahme, das ist erst im herbst dran. trotzdem suche ich so eine ausnahme, suche einen farn, der sich besonders abhebt, von was auch immer, ein dunkler waldhintergrund, der himmel, oder ähnliches.
im urwald suche ich heute stellen auf, in denen sich der adlerfarn nicht breit gemacht hat.

auf knorriges und knorziges habe ich es abgesehen, das urigen gestalten gleicht, einen wesenszug erhält, indem ich es wahrnehme. ein solch gelungenes foto macht mir freude, ist das kleine glück des tages. gestern kam ich sogar auf zwei – etwas milder betrachtet – drei urwaldgetiere. ich werde sehen, ob sie mir was zu sagen haben und ob ich es heraushöre.

auf der heimfahrt schaue ich dann nur noch mit schritttempoblick. ich kann nicht stundenlang aufmerksam schauen. die aufmerksamkeit lässt nach, aber ganz lassen kann ich es auch nicht.
ich bin schon fast am rande des reinhardswaldes, als mich ein farbfleck auf die bremse treten lässt. ich bin schon vorbei und muss ein stück zurückfahren.
es ist ein riesiger busch mit moschus-malvenblüten. wahnsinn, denke ich, und fotografiere drauf los. das ist ein glückstreffer. schmetterlinge und bienen finden das auch.
dann erst frage ich mich, wie ist er bloss da hin gekommen? ich habe nur eine erklärung.
hier kippen menschen ihren gartenabfall aus. schön denke ich, dass es gartenabfall und kein übler müll ist.
erde nimmt vieles auf, und erde gibt auch vieles her.

dass es eine malve ist, habe ich gewusst. dass es eine moschus-malve ist, habe ich im internet gefunden. es ist ein schöner name, und erinnert mich an else lasker-schülers moschusgedicht…

alter tibetteppich

…süsser lamasohn auf moschuspflanzentron…

ich entwerfe aus meinen moschus-malvenblüten diesen zauberhaften pflanzentron, umgebe mich mit dem duft von moschus und falle, falle ins zauberland…

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FREISCHWEBEND…

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tröstlich
die eine seite des lebens
fatal und abgewetzt
die andere
in den talrinnen
die möglichkeiten
festgelegt
das flöten und jammern
freischwebend noch
du wählst
und fällst
durch luftlöcher
denkst
das habe ich
so nicht gewollt

rosadora

IN MITTE DER EWIGKEIT…

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Ein Traum,
ein Traum ist unser Leben
auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wolken
schweben und schwinden wir.
Und messen unsre trägen Tritte
nach Raum und Zeit;
Und sind (und wissen’s nicht)
in Mitte der Ewigkeit..

Johann Gottfried Herder

träumend fand ich ihn am wegesrand auf der
ARS NATURA – gudensberger runde
künstlerin
roswitha schaab, berlin, träumender

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