FRÜHLINGS TAG- UND NACHTGLEICHE…

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es ist das heidnische neujahr.
das licht gewinnt die oberhand. es geht auch darum, die dinge neu zu betrachten, sie in einem neuen licht zu sehen.
es ist eine zeit der hoffnung, der verwandlung und der erneuerung.
und hoffentlich sind wir auch voll des innern jubels, wie christian morgenstern schreibt. die zeit des schlummerns ist vorbei und gleich birken und weiden beginnen wir uns auszuwirken.

Siehe, auch ich – lebe

Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr,
am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken,
und fangt von neuem an, euch auszuwirken,
und wart so lang nur Schlummernde, gleich – mir.

Siehe, du Blume hier, du Vogel dort,
sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe…
Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort…
Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!

Christian Morgenstern

F L O R A ÜBER DEN DÄCHERN…

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hochoben hat sie ihren platz gewählt – FLORA – ein engel mit girlanden und kränzen.
mit mächtigen schwingen kündet sie von ankunft, die den abschied schon ahnen lässt.
sie schaut auf die menschen herab, wacht über sie für diese hoffnungsvolle jahreszeit.
freundlich schaut sie und wachsam gleichermassen. ich begegne ihr, ich grüsse sie.
an diesem sonnenreichen tag schenkt sie nur freuden.

FINDUS UND DIE VÖGGELI…

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findus in der kiste oder findus beobachtet die vögel

jetzt ist er wieder voller sehnsucht – mein kater. er sitzt am fenster und beobachtet die vögel.
manchmal will er sie nur singen hören, aber manchmal da möchte er ihnen hinterher, macht hüpfer in richtung fensterscheibe. dann meckert er und klappert mit den zähnen. da erzählt er mir, was er draussen sieht.
und wenn ich sage, sind da die vöggeli, klappert er nochmals, als gäbe er mir antwort.
mein kater und ich – gerne würden wir fliegen können.

WETTERWENDISCH…

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das wetter zeigt sich wechselhaft. das tut es ja immer. es ist das gleichnis für die launen der menschen. wetterwendisch ist ein mensch, wenn er nicht gleichmässig gelaunt ist.
die ausbuchtungen des wetters nehmen wir deutlich wahr. wir ereifern uns und haben damit immer ein gesprächsthema. einem menschen, der übellaunig ist, können wir aus dem weg gehen, dem wetter nicht. bei einem gutgelaunten menschen sagen wir nicht, er sei wetterwendisch. so hat es den anschein, als gäbe es nur übles wetter.
das wetter hält viele überraschungen bereit, wie eben heute.

EINE HELLE SEELE…

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in der wintersonne
erwärmt sich dein traum
die welt sei eine
helle seele
vergiss dein bett
lass deine
gedanken tanzen
jeder augenblick
schenkt dir
ewigkeit
du siehst die berge
das himmelfarbene meer
wälder reden zu dir
alles dir anvertraut
von der
wintersonne

rose ausländer
in
TRÄUMEN
rosadora g. trümper tuschick

AM RANDE DER DINGE…

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dieses
unstete gehen
am rande
der dinge
welche sich wandeln
von zeit

zu zeit
dieses einfinden
am neuen ort
vor augen nichts
als das vielgerühmte
leben

welches
ausweicht
sobald die abstände
sich verringern
und die wortvögel
die flugbahn

erreichen
unbewegt
auf den flügeln
ein nie
gesehenes
blau

aus
brigitte fuchs
SUCHBILD MIT GARTEN

mit erlaubnis der autorin

99. INTERNATIONALER FRAUENTAG 2010

wir denken an all die frauen, die ihre energien in den kampf um die frauenrechte eingesetzt haben.
in vielen anderen ländern ist heute FEIERTAG. vielleicht sind unsere nöte, verglichen mit denen anderer länder, nicht so lebensbedrohend und unser engagement dementsprechend niedrig. dass wir diesen tag nicht zum feiertag erklären, scheint daran gemessen werden zu können.

hier also kein weiteres lamento, sondern ein hindenken zu CLARA ZETKIN und all den anderen wunderbaren frauen und ein grosses dankeschön und die aufmunterung zum weitermachen. es ist noch lange nicht alles erreicht, was ein friedvolles miteinander und den frieden sichern.
es darf getanzt werden…