LUFTIGE BOTSCHAFTEN…

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nahezu greifbar
der frühling
mit seinen
luftigen botschaften
in aller munde
hör ich das wort
frühling
frühling

kinderlied
Singt ein Vogel, singt ein Vogel,
singt im Märzenwald.
Kommt der helle, der helle Frühling,
kommt der Frühling bald.


Komm doch lieber Frühling,
lieber Frühling komm doch bald herbei,

jag den Winter, jag den Winter fort
und mach das Leben frei.

JEDER KLEINE AUGENBLICK…

BRIGITTE GEB._03.03.09 001

jeder kleine augenblick ist ein vergnügen
und ein vergnügen ist ein vergnügen
oh ja ein vergnügen
ist ein vermögen zum begnügen

aus
gertrude stein
für minuten

es erinnert mich an – rose ist eine rose ist eine rose,
ist eine rose…
das ist auch von gertrude, der sehr eigenwilligen,
die von sich sagte, ich bin ein genie.
sie unterhielt in paris einen salon mit ihrer ehefrau alice b.
auch ernest hemingway und f. scott fitzgerald tummelten
sich bei ihr, sowie ganze heerscharen amerikanischer
kunsttouristen und andere neugierige.
man nannte sie ´mama of dada`
1874 pennsylvania- 1946 paris

R A N D V O L L . . .

d12 neue ga._auepav._kl. kamera_05.08.07 040
bild: KEERRY JAMES MARSHALL

sätze V
randvoll
randvoll sind die gemachten erfahrungen lassen uns nicht zur ruhe kommen wir noch lange nicht ist die erde befriedet liegen den gräbern die unsrigen sind im diesseits zuhause hat die schinderei überhand genommen haben die bissigen bemerkungen wollen nicht enden die langen reden wir über etwas anderes ist uns im wege stehen die bäume als allee gefällt mir die ästhetik ohne inhalt ist eine leere versprechungen schocken über die tatsachen hinaus können wir die ganze sache geht so zuende ist die vorstellung von den höchsten der häuser geht eine dynamische effektierung auf den geist ist kein verlass die heimat in der gewissheit liegt wenig sicherheit hält die welt schreit auf der anderen seite gehen die passagiere wollen aufs schiff zurück geblieben ist der rest des tages bekommt noch eine ganz andere wendung hat die reise wird enden bevor die bekannten orte sind unbekannt geworden ist die ganze gegend schreitet sich aus der beklemmung befreien…

rosadora 2001

UNSTERBLICHKEIT…

RAW_IN_JPG_218
bild: KEERRY JAMES MARSHALL

bei einer zigeunerin hatte ich einst ein tuch erworben, das mich unsichtbar macht. ich habe ihr dafür ein viertel meiner unsterblichen seele verkauft. dreiviertel unsterblichkeit genügt mir. ich weiss nicht, wie die allmacht es verrechnen wird. hoffentlich darf ich drüben ein viertel weniger leiden. auf erden ist eine ganze seele unerträglich. ich war glücklich, wenigstens ein viertel loszwerden und mich ungesehen durch die welt bewegen zu fürfen. auf diese weise erfahre ich die wahre gesinnung meiner freunde. früher oder später komme ich darauf, dass der eine oder andere alles andere als ein freund ist. aber wenn man nur dreiviertel seele hat, tut es doch ein viertel weniger weh.

rose ausländer
aus
visum

TAT-SACHE…

10.09.07_zofia kulik_450_gr. kamera_0119

seit einiger zeit habe ich ein sonderbares talent; ich kann mit dem kopf durch die wand gehen. es ist kein kunststück. nur ein gewisser körperlicher (oder seelischer?) zustand, der sich manchmal einstellt, je nachdem wie ich eingestellt bin. ich kann nichts näheres darüber aussagen. wenn es so weit ist spüre ich, dass ich es tun kann, ja, dass ichs tun muss. es gibt mir ein gefühl der kraft und freiheit. ich zerbreche mir nicht den kopf darüber, warum und wozu ich durch die wand gehen soll. ich gehe einfach, hin und zurück. die tat-sache genügt mir.

rose ausländer
ohne visum
sassafras verlag 1974

F L Ü G E L . . .

P1130151_TISCHHERZ

damals, entscheide du wie lange es her ist,
als wir uns rücklings in den schnee fallen liessen,
die arme ausbreiteten und wie mit flügeln schlugen,
damals,
als wir engel im schnee liessen: frühlingsschatten,
der abdruck unseres glücks -wir werden, liebe,
ich bin sicher, uns entgegengehen
und die flügel werden uns aus den schultern wachsen,
leicht und flüchtig
wie schnee.

aus
peter härtling
die gedichte

GEBOREN WERDEN…

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und wie gut wäre es – und auch grossmütig sich selbst gegenüber -, alles von neuem zu beginnen, indem man schreibt! im schreiben, durch das schreiben geboren zu werden -… das sein ist nicht unten. es ist oben, immer oben…

gaston bachelard
die flamme einer kerze

LUFTSCHLÖSSER…

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george sand meint,
man könne die menschen danach einteilen, ob sie eine strohhütte oder einen palast bewohnen möchten. aber die frage ist komplizierter. wer ein schloss hat, träumt von der hütte; wer eine hütte hat, träumt vom schloss. ja, mehr noch: jeder von uns hat seine hüttenstunden und seine palaststunden. wir steigen zur erde hinab, auf den boden der hütte, und dann möchten wir in luftschlössern den horizont beherrschen…

DER ENDSATZ EINES TRAUMES…

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´WIE SCHWER ES IST, OHNE VERGESSEN ZU LEBEN… der endsatz eines traumes. von dem traum selber keine spur mehr in meinem kopf, aber die gewissheit meiner verbindung mit ihm.
jetzt erst begreife ich, dass ich nachts in einen strom eintauche, der immer vorhanden ist, aus dem ich komme und in den ich später wieder eingehen werde. das leben ist nur ein zeitweises aussteigen aus diesem strom, so sehe ich es jetzt. wir tanken auf nachts im schlaf,……

aus
ingrid bachér
sieh da, das alter