WINTERSONNENWENDE 2013

WINTERSONNENWENDE_P1010071es wendet der herbst in den winter – neues löst das alte ab wie es das immer tut

doch heute sinnen wir nach – wohin mit dem alten – zeigt sich das neue schon –
der schwung für das neue wächst – aus der tiefe steigt zaghaft das licht empor –
energie ist nicht verloren – sie ruht sich nur aus – sammelt sich um wieder hervorzubrechen
das bewusstsein dafür scheint in all dem weihnachtsgetue unterzugehen – war vielleicht nie vorhanden
wir entzünden ein feuer – bedanken uns bei der dunkelheit für schutz und umhülltsein –
begrüssen das licht und dass es wiederkommen wird
wir stossen an auf das neue – tanzen und umarmen uns – teilen das erleben

in den 12 rauhnächten wird das licht nur zögernd heller – nach dreikönige haben wir die gewissheit dass es so ist – dass es eine stille zeit ist kann ich so nicht sagen – für jede/n ist das wohl anders erlebbar
es geht auch die meinung dass die kelten und germanen nächtelang feierten denn die tage zählten zu den nächten – vielleicht um das alte abzuschütteln – vielleicht aus angst vor der dunkelheit
wir müssen aus der stadt hinausgehen um das dunkel zu erfahren – das viele künstliche licht ringsherum blendet uns
um 17 uhr 11 ist die genaue wende – ich wünsche mir dass es nicht regnet damit unser feuerchen brennen kann
und was wünscht man sich zur sonnenwende – dass es eine gute zeit sein wird die da kommt…

MALEN BEI HENNING DEZEMBER 2013…

MALEN BEI HENNING_TEILNEHMER I_14.12henning gibt eine einführung – klärt – dass malen und zeichnen nicht dasselbe ist
marc und ich sind die einzigen – a hat abgesagt wegen dicker backe und zahnarzttermin – schliesslich kommt thomas und auch monika – die hat sich verfahren obwohl sie schon häufig hier war – so ein verflixter tag – das machen wohl der vollmond und die sonne…
MALEN BEI HENNING_PORTRAIT_P1010045mark möchte zeichnen – das wollte bisher noch niemand in dieser runde – er bringt portraitzeichnungen mit – er malt seit einem jahr hin und wieder mal – henning befindet dass dazu eine begabung gehört die hat mark wohl
MONIKA_WÜSTENMENSCHEN_P1010003monika trifft eine gute entscheidung – sie will etwas malen ohne es vorher festzulegen – so wie rosadora die immer erst farbe draufklatscht und dann einfach loslegt – monika wählt gelb und rot und blau will aber doch einen horizont damit sie sich nicht in der weite verliert – drei gestalten zeigen sich – henning hilft ein wenig – das bild begeistert henning – monika schenkt es ihm am schluss – grosse geste
THOMAS_NAGELKNOTEN_P1000999bei thomas ist der knoten geplatzt – gekratzt gefärbt und genagelt entsteht bei ihm ein farbenfrohes bild – zwanzig nägel sind im nachhinein nicht mehr als solche zu erkennen – geben die strahlung ab die das bild nun hat – von seinem nudelwald ganz zu schweigen
THOMAS_NUDELWALD_henning verrät dass er schon lange vor hat mal einen maltag mit essbarem – kohl tomaten kartoffeln usw. – zu veranstalten und im nachhinein das gemalte zu kochen und zu verspeisen – ein sinnenfreudiges fest also
MALEN BEI HENNING_GRAS VI_P1000985 rosadora landet wieder im gras obwohl sie ein anderes ziel angestrebt hat – nun zwar im querformat – das lässt sich gut an – während sie das gras malt hat sie das gefühl „ich bin ganz gras“ – diese phase wird sie so schnell nicht verlassen
MALEN BEI HENNING_TEILNEHMER_14.121so viel gelacht und geblödelt haben wir noch nie – vielleicht weil es die letzte vorstellung in diesem jahr war – endstimmung sozusagen
was so spannungsreich begann hat sich aufgelöst in eine wohlfühlgelassenheit

es war ein gutes jahr mein dank an alle und besonders an henning

bei: henning drescher
www.malwerk.de

FÄDEN DES LEBENS…

hamburger kunsthalle
EVA HESSE
one more than one
ROSA BEI EVA HESSE HH_P1000571

foto paul tuschick

es gibt eine zeit und eine zeit danach
eva hesses lebenszeit war kurz – mit 34 jahren starb sie an einem hirntumor die zeit in der ihr künstlerisches werk erkannt und gezeigt wurde begann danach

als jüdin in hamburg geboren nach amerika emigriert war eva hesse eine der begründerinnen der arte povera – die werke der Arte Povera sind typischerweise räumliche Installationen aus „armen“, d. h. gewöhnlichen und alltäglichen materialien (erde glassplitter holz bindfaden u. ä.)

EVA HESSE HH_METRONOMIC II_FIG. 65_P1000574eine deutliche wende in ihrem werk beschreitet die malerin und zeichnerin eva hesse als sie von dem industriellenpaar scheidt 1964 nach kettwig – zw. essen und düsseldorf – eingeladen wird in einer stillgelegten textilfabrik entdeckt sie die bis dahin in der kunst ungebräuchlichen synthetischen materialien sie entwickelt daraus eine ganz eigene plastische bildsprache
1965 kehrt sie nach new york zurück vier jahre bleiben ihr noch bis zu ihrem tod um dieses in erstaunen und bewunderung setzende oeuvre zu schaffen

EVA HESSE HH_NO TITLE 1965_KAT.36_P1000576in hamburg ruft man diese künstlerin jetzt mit einer retrospektive genannte ausstellung in erinnerung und damit ins licht
aus vielen privatsammlungen und museen hat man ihr werk zusammengetragen das einen guten überblick gibt und doch nicht vollständig ist es wird voraussichtlich die letzte sein da die werke zerbrechlich und damit kaum zu transportieren sind

EVA HESSE HH_CONTINGENT 1969_IMG_20131215_0001_bearbeitet-1in der hamburger kunsthalle sind ihre werke wunderbar geordnet und  werden in hellen räumen gezeigt licht ist ein sehr bedeutender faktor bei den aus  glasfaser polyester papiermaché silicon und latex erstellten objekten das licht umschmeichelt die skulpturen und ermöglicht ein spielerisches umgehen mit denselben eröffnet neue dimensionen

gern hätte ich sie auf meine spezielle art fotografiert aber es gab keine erlaubnis zum fotografieren die angehörigen haben es streng untersagt

EVA HESSE HH_IMG_20131215_0004dass die kunstwerke eigenhändig erschaffen wurden macht sie lebendigt sie wirken auf mich auf unaussprechbare weise ziehen mich auf die ebene der künstlerin – die heute im gleichen alter wäre wie ich – zumal die verwendeten materialien in meiner lebenszeit eine rolle spielten

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08-hesse4_arlampen aus polyester aus der zeit ähnelten ihren in „repetition ninetene“ mit eigenen händen geformten zylindern
es war ein werkstoff der mir mit seinem geruch bei meiner anwesenheit der herstellung von lampen noch heute gegenwärtig ist
ich habe die skulturen eva hesses nicht nur gesehen ich habe sie erschnüffelt anfassen durfte ich sie ja nicht obwohl es mir bei dem ein oder anderen gebilde in den händen juckte

EVA HESSE_HH_1966_KAT. 14_P1000575eva hesse war auf den documentas 5 und 6 zu sehen doch erst in ihrer retrospektive in hamburg wurde sie mir vorstellig
eva hesse ist heute mehr denn je eine bedeutende künstlerin
auch carolyn christov-bakargiev expertin für arte povera hat ihre documenta 13 danach ausgerichtet und speziell giuseppe penone der als künstler der „armen kunst“ gilt nach kassel geholt (baum in der karlsaue)

EVA HESSE_ONE MORE THAN ONE_KAT. 1_IMG_20131215_000603-hesse14_ar

BERICHT AUS DEM KOMPOSTLOCH…

ZWEI STILLE WÄCHTER_KOMPO_P1000416
der von mir wieder unsachgemäss aufgerichtete stille wächter ist nun wieder in richtiger position – ja mehr noch – er hat einen kollegen bekommen – kollegen so sagt man in der schweiz – stille kommunikation und kunstaustausch zwischen künstlern und den beiden gesellen die sich schweigend unterhalten
WASSERLOCH SPIEGELUNG_KOMPO_P1000448
ins kompostloch ging ich weil ich spiegelbilder – bäume im wasser – filmen wollte – also mit einem anderen metier jonglieren
doch noch während ich am rande gegensätzliches aufnahm fuhr ein bobcat mit einer riesigen baumwurzel auf seinen hörnern längs durch das gesamte loch und machte all meine vorhaben zu nichte

BOBCAT_KOMPO_P1000421
es durchkrachte die eisflächen wühlte die erde auf und sicher nur durch zufall erwischte es meinen glieditschien-kreis nicht einen moment war ich wie gelähmt

DURCHQUERT AUFGEWÜHLT_KOMPO_P1000456
gelernt habe ich mal wieder meiner wut keinen ausbruch zu gönnen sondern mich einfach neu zu orientieren und einzulassen das ist kein einfacher akt braucht zielgerichtetheit ohne ein ziel zu haben
sequenzen für einen film herauszusondieren ist etwas völlig anderes als zu fotografieren
stille bilder sollen es werden die beim anschaun die zeit  beruhigen und mich
einen gegensatz eine irritation soll es auch geben da weiss ich aber noch überhaupt nicht wie sich das einspielen und ergänzen wird
es bleibt spannend

ÜBER NACHT KAM DER FROST…

KOMPO_GEGENLICHT AUF EIS_P1000255
über nacht kam der frost bringt eis mit und reif zu meinem entzücken der reif schmückt die pflanzen eis zaubert bilder  ich greife nach ihnen die vögel in scharen kreuzen den himmel sie schreien vor freude das blatt unter dem eis geht mir in die haut es leuchtet den tag aus knistern unter stiefeln erde zeigt widerstand birgt samen lange zeit die nesseln dicht gedrängt halten zusammen zart geschmückt von rauhreif

EIS IM KOMPO_ 272

die eisbilder zwicken meine fantasie – hier sternkristalle ein kopf ein rundes –
der zauber des neuen lässt die kälte vergessen – eis und reif sind wie eine zauberdecke über alles gelegt – und immer wieder ist mir als sähe ich es zum erstenmal – alles ganz neu

EIS IM KOMPO_54die grosse pfütze zeigt nur einen hauch von eis – als ein kleiner weisser hund im kompo auftaucht und  darüber flitzt beibt mir der atem stehn – jetzt bricht er ein und ich muss ihm heraushelfen – wilde fantasien – aber er scheint darüber zu fliegen – kehrt um folgt dem pfiff seines frauchens – ich gestehe ich habe dem pfiff geantwortet – der hund war irritiert

KOMPO_DREI KREISE_25.11vor dem kompo hat jemand das kunstwerk des wächters zerstört – übler gesell
ich habe ihn heute wieder aufgebaut – die steine waren ziemlich schwer und der frost hatte sie mit tannennadeln und blättern verklebt
meine drei kreise sind noch makellos – eine magische kraft scheint ihnen innezuwohnen niemand hat sie angetastet aber es war vielleicht auch noch niemand hier bisher war es ziemlich schlammig nun durch den frost etwas trittsicherer

über nacht kam der frost…

DIE STILLEN REDSELIGEN…

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA sie scheinen still und sind es auch wenn man sie lässt ich habe sie gelassen – lange zeit doch ich täuschte mich in ihnen gewaltig ich habe rot gesehen wie ich dachte sie standen hinter- und nebeneinander das erwies sich als vollkommene täuschung OLYMPUS DIGITAL CAMERA es war das leuchten einer roten bank die stille funktioniert nur mit grösserem abstand ich bin neugierig ich will sie kennen lernen zögernd hätte ich herantreten sollen das hätte ich wissen müssen doch ich näherte mich ihnen wie alten bekannten OLYMPUS DIGITAL CAMERA vielleicht sind sie das ja auch wie menschen die man hin und wieder sieht sie kommen einem bekannt vor bekannte sind schon noch einen tick näher ich vergass zu grüssen mich vorzustellen was bin ich aber auch für eine tölpeline

was nicht da ist – nicht greifbar nimmt man nicht als anwesend wahr diese drei gestalten – mannfraukind sind nicht greifbar – ich greife durch sie hindurch sie sind durchschaubar im wahrsten sinne meine sinne nehmen das so wahr

OLYMPUS DIGITAL CAMERAich übe die standpositionen
etwas abstand und frontal
dann doch näher herantretend
den schrägen stand nicht vergessend
und schliesslich hinterrücks
das klappt – ich mache mir ein bild

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
bild von was – familienidylle
strassenlungerer – nachtwachender trupp
blutlose gestalten – irritierend lauernde
ich versuche die varianten
sie gefallen mir in ihrem schweigen
in dem sie geschichten erzählen
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
eine nach der anderen
von jedem betrachter hervorgelockt
auf individuellste weise
von jeder beschauerin inspiriert
in unverschämter vielfalt
still und doch nicht still – so sind sie

KÜNSTLERISCHER LEITER DER DOCUMENTA 14…

http://documenta.de

Künstlerischer leiter der documenta 14 vorgestellt

Adam Szymczyk - Artistic Director Documenta 14 Photo © Nils Kli

Adam Szymczyk direktor und chefkurator der kunsthalle basel ist künstlerischer Leiter der documenta 14, die vom 10. Juni bis 17. September 2017 in Kassel stattfinden wird

ab heute laufen die vorbereitungen für die documenta 14 auf hochtouren – der prozess dieser besondere ausstellung dauert also jeweils mindestens 4 jahre

die 100 tage für die besucherinnen und besucher aus der ganzen welt sind also nur ein ausschnitt und geben ihnen die grössten denkaufgaben in sachen kunst auf – und das jeweils neu

DER STILLE WÄCHTER…

oder besuch im kompostloch

STEINMÄNNLI BEIM KOMPOSTLOCH_DSC_1015_bearbeitet-1
ich sah ihn schon von weitem ich erkannte ihn nicht gleich
als ich näher kam sah ich eine baumsteinskulptur – ein steinmännli auf einem baumstumpf – der künstler oder die künstlerin unbekannt
mein erster gedanke – es wäre schön wenn sich künstlerische aktivitäten hier ansiedeln würden
dieser hier hat sich vor dem kompostloch postiert – war dezent zurückhaltend als er dort seinen platz einnahm er scheint aufmerksam
STEINMÄNNLI BEIM KOMPOSTLOCH_DSC_1017
dass er aus herumliegenden material entstanden ist gefällt mir
von aussen eingebrachtes würde mich stören glaube ich
vielleicht hat er beschützerinstinkt
ob er beistand bekommen wird bleibt abzuwarten

noch einmal FERDINAND VON REITZENSTEIN…

liebe rosadora,
habe soeben deinen blog kopiert und auf drei A4 seiten in farbe gedruckt, inklusive der bilder. ich werde die seiten einfach in das kondolenzbuch einkleben, damit sie nicht herausfallen können.

deine geistige anwesenheit ist aber jetzt schon gegeben, denn ich habe ferdi unter anderem eine klappkarte von dir mit einem foto eines seiner gemälde vorn drauf, in seinen sarg gelegt. dazu habe ich auch noch etwas persönliches geschrieben. diese klappkarte fand ich in seiner wohnung.
……
liebe grüße
alexander

27.11.07_FERDINAND_I_die besonderen teestunden 138_bearbeitet-2lieber alexander
das rührt mich jetzt sehr dass du so sehr auf meine geistige anwesenheit bedacht bist
ich bin sicher ferdinand wird es so akzeptieren und dass ich ihn sogar mit deiner hilfe
bis ins grab begleiten darf
heissinnigen dank
rosadora

ich war heute nicht zur beerdigung um 14 uhr

sondern schon um 11 uhr in der kapelle – ganz alleine

habe mit ferdinand gesprochen – und ihm einige

LAUDATE OMNES GENTES gesungen

das war sehr tief und bewegend für mich

MALEN BEI HENNING…

ES WIRD – ES WIRD ABER AUCH GANZ ANDERS…
MALEN BEI HENNING _I_16.NOV_bearbeitet-1
sich für etwas ganz anderes zu entscheiden als das vorgegebene thema ist auch nicht ganz leicht
thomas betrachtet ausgiebig die bilderwände von henning und entscheidet sich für lasurtechnik
dorothee bringt ein riesiges angefangenes tulpenbild mit und möchte daran arbeiten
rosadora weiss erstmal wieder garnichts und lässt dem zufall seinen lauf
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thomas trägt einen blasstonigen untergrund auf und streut daherauf irgendsoein weisses kribbelzeug auf in geordneter position
dann muss es erstmal trocknen – auf der heizung undso – geduld ist gefragt
thomas beginnt ein zweites in derselben technik – gerät ins pflanzliche darstellen
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dorothee ist ganz still geworden und meditiert in ihr bild hinein die tulpen sollen struktur und blätter bekommen in so einem grossen format ist das reine fleissarbeit

henning leistet heute hilfestellung im höchstmass
kannst du mal schaun was mache ich denn hier und kannst du mir mal die farben anmischen henning erklärt und redet und redet und erklärt und macht
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rosadora möchte ein graffito kreieren wie schon einmal und wie es enkel paul gefiel
aber es klappt nicht wie es nie klappt wenn man etwas noch einmal malen oder kratzen will rosadora schüttet farben aufs bild – wie immer viel zu viel mitten im tun entscheidet sie sich anders – es werden zu lassen was es will
die vielzuviele farbe wieder abnehmen spachteln mit schwämmchen stellen auswischen
und letztlich malen mit ölkreidestiften
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thomas wird etwas mutiger verstärkt den farbton er bewegt sich noch im pastelltonigen dann hat er sich mit seinem bild noch angefreundet und es gefällt ihm

dorothee bleibt hartnäckig bis zuletzt die weissen stängel bekommen farbe hier und da die konturen verstärken aber es bleibt noch unvollendet

rosadora schwingt sich noch schnell auf ihre grasbildserie zu erweitern – das bild ist hier nicht zu sehen

galeides mittagsmahl war wieder ausgesprochen lecker kaffee und tee steht stets bereit – herzliches dankeschön

hennings geduld war wieder einmal beispielhaft
wir malende müssen uns in geduld immer wieder üben
ein bildhaft schöner tag mit zufriedenstellenden ergebnissen

bei: henning drescher
www.malwerk.de