DER SEEROSENTEICH…

DAS NEUE BUCH IST DA….
fotoband 15 x 21 cm

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zwischen himmel und erde
das wasser
zwischen erblühen und verblühen
die entfaltete schönheit
der wasserrose
zwischen schauen und rückschau
die erinnerung

zwischen blicken und erschauen
das tiefe berührtsein
zwischen blütenblättern und staubgefässen
der erzitternde mondscheinduft
zwischen blattgrün und rosenklang
zwei frösche
im reich ihrer glückseligkeit

76 seiten
13,90 euro

ISBN:
9783842306738

BodD Nr.:
729098

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im buchhandel
bei bod
bei mir

SONNENBLUMEN-ALLERLEIKRÄUTER-FELD…

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3. august 2010

ein sonnenblumen-allerleikräuter-feld war es, das mir völlig unvermutet in mein blickfeld sprang, vielfarbig sich ausbreitend. halt doch mal an, rief ich. mirko stoppte und fuhr das auto links ran auf einen feldweg.
ich war auf der suche nach heilpflanzen, die ich fotografieren wollte für ein buchprojekt. das feld begeisterte mich mit seiner vielfalt an pflanzen und alle zwischen sonnenblumen, von denen erst wenige ihre blütenpracht entfaltet hatten.
am rande des ackers waren genug blumen und blüten. ich war ganz erregt ob des reichen fundes. am frühen morgen noch hatte es geregnet, das machte einen besonders starken duft der erde und der pflanzen. tief atmete ich ihn ein, tief, damit ich mich später noch erinnern konnte, pflückte das ein und andere blättchen ab, zerrieb es zwischen meinen fingern und schnupperte daran. eines war darunter, das kannte ich nicht. es roch sehr stark, aber für mich undefinierbar. es hatte schon samenbällchen gebildet. von denen tat ich einige in meine hosentasche. die fünf schien symbol zu sein. um den stengel fünf stengelchen im kreis, auf den stengelchen jeweils 5 kugelige samen.
die sonnenblumen schauten nach osten und um sie fotografieren zu können, musste ich ins feld steigen durch die hohen kräuter und disteln. ich zögerte nicht, obwohl ich schon bei den ersten schritten nass bis an meinen bauchnabel war. nun machte es ja nichts mehr tiefer hinein zu waten. zwischen den einzelnen sonnenblumen war jeweils ein grösserer abstand, so dass ich durch das halbe feld musste, um ein paar sonnenblumenfotos zu bekommen. die sind ergiebig als bild und erfreuen. einige bekam ich zusammen. dazwischen malven, dunkelrot blühend und auffallend schön, zwischen kamille und dill und phazelien, disteln, knöterich und boretsch und eben diesem stark riechenden 50 bis 60 cm hohen gewächs, das ich mal als anis bezeichne und bei ausgereiften samen bestimmt seinen wirklichen duft preisgibt.

eigentlich wären das genug motive gewesen, aber da war noch das maisfeld. von aussen sprang mich ein maisköpfchen an, und noch eines und noch eines. so geriet ich irgendwie zwischen die hohen maispflanzen und liess mich locken von den zahlreichen formen und windungen der blätter, den kleinen und grösseren maiskolben so langhaarig. der regen hinterliess tropfen an und auf den blättern. das war ein grosser anreiz. sie hätten mich an tränen erinnern können, an sorgenvoll durchwachte nächte. aber mir erschienen sie eher als freudentränen, wie durstlöschende labsal.
mirko war einer spinne im netz hinterher und wartete darauf, dass sie sich ihm zuwendete, damit er sie von vorn fotografieren konnte. den gefallen tat sie ihm nicht. drumherum gehen war nicht. sie sass kopfunter und ihr netz in einem graben, so dass es eine andere seite nicht gab.

für diesmal wars genug. wir wollten ja zum edersee. vom regen liessen wir uns nicht abhalten.
die ederseegeschichte will ich hier nicht erzählen, nur so viel: auf schloss waldeck wollten wir gut und genussvoll essen und wurden enttäuscht….

NS.
die undefinierbare pflanze war übrigens
KORIANDER

SOMMERAUSKLANG…

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sommerausklang
nebel am frühen morgen
spinnen netzen sich ein
den sommer hinter sich
der herbst im kommen
hoffen sie
auf einen sonnenstrahl
der die perlen
nimmt von ihrem netz
das kühle nass
das lähmt
und zittern macht
so schön das perlennetz
so zierlich das spinnentier
wir sehen es
mit unseren augen nur

rosadora

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DAS UNVERMUTETE SEHEN…

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MOSCHUS-MALVE..

das unvermutete sehen.
der reinhardswald bietet vieles, nur nicht unbedingt eine blumen- und blütenpracht.
der adlerfarn ist beherrschendes fossil und wenn man sich vorstellt, dass er in urzeiten einmal bis zu 30 meter hoch wurde und ganze wälder bildete, sind die heutigen pflanzen mit ihren 2 bis 3 meter hohen wedeln, die ganze waldteile abgrenzen und uneinnehmbar machen, vergleichbar nur ein überbleibsel.
ihn zu fotografieren ist ein unterfangen. ein wedel legt sich über den anderen. im sommer ist er grün, grün und einfach nur grün. eine kleine gelbfärbung ist die ausnahme, das ist erst im herbst dran. trotzdem suche ich so eine ausnahme, suche einen farn, der sich besonders abhebt, von was auch immer, ein dunkler waldhintergrund, der himmel, oder ähnliches.
im urwald suche ich heute stellen auf, in denen sich der adlerfarn nicht breit gemacht hat.

auf knorriges und knorziges habe ich es abgesehen, das urigen gestalten gleicht, einen wesenszug erhält, indem ich es wahrnehme. ein solch gelungenes foto macht mir freude, ist das kleine glück des tages. gestern kam ich sogar auf zwei – etwas milder betrachtet – drei urwaldgetiere. ich werde sehen, ob sie mir was zu sagen haben und ob ich es heraushöre.

auf der heimfahrt schaue ich dann nur noch mit schritttempoblick. ich kann nicht stundenlang aufmerksam schauen. die aufmerksamkeit lässt nach, aber ganz lassen kann ich es auch nicht.
ich bin schon fast am rande des reinhardswaldes, als mich ein farbfleck auf die bremse treten lässt. ich bin schon vorbei und muss ein stück zurückfahren.
es ist ein riesiger busch mit moschus-malvenblüten. wahnsinn, denke ich, und fotografiere drauf los. das ist ein glückstreffer. schmetterlinge und bienen finden das auch.
dann erst frage ich mich, wie ist er bloss da hin gekommen? ich habe nur eine erklärung.
hier kippen menschen ihren gartenabfall aus. schön denke ich, dass es gartenabfall und kein übler müll ist.
erde nimmt vieles auf, und erde gibt auch vieles her.

dass es eine malve ist, habe ich gewusst. dass es eine moschus-malve ist, habe ich im internet gefunden. es ist ein schöner name, und erinnert mich an else lasker-schülers moschusgedicht…

alter tibetteppich

…süsser lamasohn auf moschuspflanzentron…

ich entwerfe aus meinen moschus-malvenblüten diesen zauberhaften pflanzentron, umgebe mich mit dem duft von moschus und falle, falle ins zauberland…

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